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Virtuelle Währungen Wagnisfinanzierung 3.0

Keiner weiß genau, was ein ICO ist. Trotzdem stecken Investoren damit Millionen in virtuelle Währungen. Sie sind die nächste Generation der Wagnisfinanzierung vor allem für junge Tech-Firmen.
01.06.2017 - 09:54 Uhr Kommentieren
In der analogen Welt heißt sie Wagnisfinanzierung, in der digitalen Welt kennt man sie als Crowdfunding, also Schwarmfinanzierung. Quelle: dpa
ICO?

In der analogen Welt heißt sie Wagnisfinanzierung, in der digitalen Welt kennt man sie als Crowdfunding, also Schwarmfinanzierung.

(Foto: dpa)

New York Eine neue Anlegerwelt tut sich auf. Ihr Name: ICO - Initial Coin Offering. Die eigentliche Idee ist bekannt. In der analogen Welt heißt sie Wagnisfinanzierung, in der digitalen Welt kennt man sie als Crowdfunding. In beiden Fällen suchen - und finden - junge Start-up-Unternehmen Investoren, die mit ihrem Kapital innovativen Geschäftsmodellen den nötigen finanziellen Schub geben.

ICOs läuten nun die nächste Generation der Wagnisfinanzierung vor allem für junge Tech-Firmen ein. Nach einer Aufstellung der Beratungsfirma CB Insights haben Unternehmensgründer mit Technologiefokus im ersten Quartal 2017 insgesamt 69 Millionen Dollar mit Hilfe sogenannter ICOs eingesammelt. Klassische Wagnisfinanzierungen summierten sich auf 118 Millionen Dollar. Das Novum: Das Kapital wird in digitalen Währungen bereitgestellt - zum Beispiel in Bitcoins, der bekanntesten Kryptowährung. Und das Volumen des in Cyberdevisen eingesammelten Kapitals steigt weiter. Weil Bitcoins und andere virtuelle Währungen täglich an Wert gewinnen - in der vergangenen Woche überstieg der Bitcoin- Kurs sogar die Marke von 2 700 Dollar - , überschlägt sich die Gier der Investoren wie auch derer, die ihr Geld wollen.

Hier ging Crowdinvesting richtig schief
Betandsleep (August 2013)
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Mit Betandsleep.com wollten die Gründer 2012 den Weg der Buchung eines Hotelzimmers revolutionieren. Erstmals hatte der Kunde die Möglichkeit, den Preis für seine Übernachtung in einem ausgewählten Hotel selbst zu bestimmen – nicht der Hotelier. Bittere Realität: im August 2013 teilte das Start-up mit, dass die Betandsleep GmbH nicht mehr fortbestehen wird. 161 Schwarm-Investoren hatten zusammengelegt und 100.000 Euro gesammelt. Ihr Geld: futsch.

(Foto: Seedmatch.de)

Sportrade (Februar 2014)
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Über die Crowdfunding-Plattform Companisto hatte das Start-up Sportrade im Oktober 2013 von über 400 Geldgebern rund 100.000 Euro eingesammelt. Anfang 2014 dann die Insolvenz des Sportartikel-Händlers.

(Foto: dpa)
Viberwrite (2014)
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Das Start-up Vibewrite schlitterte Ende 2014 in die Insolvenz. Die Idee: ein Digital-Stift, der Handschrift mit Bewegungssensoren erkennt und somit das Geschriebene digital nutzbar macht. Über Seedmatch kamen damals von 551 Investoren stattliche 560.250 Euro zusammen - nur drei Monate vor der Pleite.
(Foto: Screenshot)

Foodiesquare (März 2014)
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Insolvenz musste im März 20014, nur zwei Jahre nach Gründung, auch das Münchner Food-Start-up Foodiesquare anmelden, das unter anderem Überraschungsboxen mit exklusiven Lebensmitteln lieferte. Über die Plattform Seedmatch hatten die Gründer damals in zwei Crowdrunden von 664 Investoren über 530.000 Euro eingesammelt.

(Foto: Seedmatch.de)

Tollabox (Februar 2015)
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Beim Start-up Tollabox, das 2013 über die Plattform Seedmatch 600.000 Euro von Anlegern einsammelte, ging es ums spielerische Lernen. Im Februar 2015 dann die Insolvenz. Der Grund: Geldmangel. Tollabox hatte 2014 fast eine halbe Millionen Euro Verlust gemacht – bei 600.000 Euro Umsatz. Bitter war die Pleite auch für die 600 Crowdinvestoren...

(Foto: dpa)
Returbo (Oktober 2016)
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Rund 1,1 Millionen Euro steckten mehr als 1000 Anleger in den einstigen Crowd-Star Returbo, dessen Gründer ihr Projekt damals auf der Plattform von Companisto.de eingestellt hatten. Die Idee dahinter: Retouren, Fehlproduktionen und B-Ware von Online-Shops weiterverkaufen. Im Oktober meldete das Berliner Start-up dann nach einem Absatzeinbruch Insolvenz an. Die Anleger gingen allesamt leer aus. Im Januar 2017 kündigte das Rocket-Start-up Home24.de an, Returbo für 17.000 Euro zu kaufen und die 33 Mitarbeiter zu übernehmen.
(Foto: Companisto.com)

Front Row Society (Oktober 2016)
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Design-Entwürfe und eine Community, die darüber abstimmt – das war das Konzept der Online-Modeplattform Front Row Society. Anlegern war das Berliner Mode-Start-up 500.000 Euro wert. Inzwischen ist die Firma insolvent, Ende Oktober 2016 meldete die Plattform Zahlungsunfähigkeit an.
(Foto: Screenshot)

Bei ICOs stecken die Anleger ihr Geld in Projekte, die auf der Blockchain-Technologie basieren. Sie ist bekannt als das Verfahren, mit dem digitale Geldmünzen produziert werden. Tech-Unternehmen suchen aber auch nach weiteren Blockchain-Anwendungen, etwa dem direkten und sicheren Geldtransfer via Internet. Investoren, die an die Zukunft dieser Technologie glauben und den Start-ups Kapital via ICOs zur Verfügung stellen, bekommen im Gegenzug aber kein Geld, sondern irgendeine Art von Gegenleistung. Zum Beispiel einen Anteil an künftigen Erträgen oder Dienstleistungen, bei Software-Plattformen häufig auch das Recht zur Nutzung des Service.

Das Problem: Niemand weiß genau, was ein ICO rechtlich gesehen ist. Eine Art Börsengang? Jedenfalls ist die Abkürzung parallel zu IPO gebildet, wie der Börsengang auf Englisch heißt. Davon will Peter Van Valkenburgh, Forschungsleiter bei Coincenter, einer nicht kommerziellen Organisation, die sich mit virtuellen Währungen beschäftigt, nichts wissen. Bei ICOs handele es sich nicht um Investitionen, sondern um den Erwerb einer Ware. Thomas Linder von der Beratung MME im Schweizer Niedrigsteuer-Kanton Zug sieht Ähnlichkeiten zu Schenkungen, wenn gar keine festen Gegenleistungen vereinbart sind. "Das ist doch alles Unsinn", sagt hingegen Preston Byrne von der Blockchain-Plattform Monax. Für ihn sind ICOs ganz klar Investitionen.

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    Dies würde allerdings wohl die Wertpapieraufsicht auf den Plan rufen und Strafen nach sich ziehen, wenn der ICO als ungenehmigtes Wertpapierangebot eingestuft wird. Experten raten Investoren ohnehin zur Vorsicht. "Da sind mit Sicherheit eine Menge Betrüger unterwegs, die noch niemand entlarvt hat", sagt etwa Riccardo Spagni, Entwickler der virtuellen Währung Monero.

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