Wettbewerbsfähigkeit Dem Mittelstand fehlen Experten für Innovationen

Dem Mittelstand mangelt es an Experten, um Innovationen voran zu treiben. Die Folgen könnten für Firmenchefs teuer werden.
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„Wenn bei zwei Dritteln der Mittelständler die Fachkräfte fehlen, um Innovationen voranzutreiben, leidet ihre Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ Bank. Quelle: Getty Images
Experten gesucht

„Wenn bei zwei Dritteln der Mittelständler die Fachkräfte fehlen, um Innovationen voranzutreiben, leidet ihre Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ Bank.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfNur jeder dritte Mittelständler plant laut einer aktuellen Studie der DZ Bank Investitionen in Innovationen. Der Grund: ein Mangel an Experten. „Wenn bei zwei Dritteln der Mittelständler die Fachkräfte fehlen, um Innovationen voranzutreiben, leidet ihre Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ Bank.

Laut der Befragung von 800 mittelständischen Unternehmen wollen nur 29 Prozent in den kommenden drei Jahren mehr Geld ausgeben für Innovationen sowie Forschung und Entwicklung. Selbst bei den finanzstärkeren großen mittelständischen Firmen liegt der Anteil der Innovationsfreudigen nur bei 33 Prozent.

Das ist ein drastischer Rückgang im Vergleich zum Vorjahr: Da plante noch mehr als die Hälfte aller großen Unternehmen - 54 Prozent - in den folgenden drei Jahren mehr in Innovationen zu investieren.

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Für die schwindende Innovationskraft machen die Genossenschaftsbanker aus Frankfurt die Unzufriedenheit mit den bisherigen Innovationserfolgen sowie den zunehmenden Fachkräftemangel verantwortlich. Letzteren empfinden 68 Prozent der befragten Unternehmen als größtes Hemmnis für ihre Innovationskraft. Daher verzichten viele Mittelständler gleich ganz darauf.

Das DZ-Bank-Vorstandsmitglied rät Unternehmen mit begrenztem Fachpersonal daher verstärkt zu einem systematischen Innovationsmanagement. In der Praxis beobachtet Berghaus aber häufig das Gegenteil: „teils unsystematisches Vorgehen“ und die Tatsache, „dass sich die Firmen intuitiv mit Innovation auseinandersetzen“.

Mancher Mittelständler kehrt dem Thema Innovation aber auch aus Enttäuschung den Rücken. Bisherige Investitionen in Innovationen haben demnach nicht die Erfolge gebracht, die sich die Unternehmen offenbar zuvor davon erhofft hatten.

Deutschland überrascht beim Vergleich der innovationsfreundlichsten Standorte

Dabei scheinen die Rahmenbedingungen hierzulande derzeit eigentlich ganz gut zu sein, wie eine aktuelle Untersuchung des World Economic Forums (WEF) zeigt. So landet Deutschland im neuen Wettbewerbsindex des WEF hinter den USA und Singapur auf Rang drei.

Die Denkfabrik hat 140 Länder untersucht und auf einer Skala von null bis 100 bewertet. Mit einem Wert von knapp 86 Punkten haben die USA die Schweiz von der Spitze verdrängt. Den Ausschlag gaben dabei die wirtschaftliche Dynamik, der weit verbreitete Unternehmergeist und das liquide Finanzsystem in Amerika.

Deutschlands gute Platzierung begründen die Autoren der Studie unter anderem mit der hohen Zahl der Patentanmeldungen, der hohen Qualität der Forschungsarbeit von Unternehmen und Wissenschaft sowie der internationalen Vernetzung im Innovationsprozess.

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