Billigflieger-Streit Fraport und Lufthansa nähern sich an

Fraport-Chef Stefan Schulte sieht im Streit mit der Lufthansa über Flughafengebühren Fortschritte. Um die gute Verkehrsentwicklung beizubehalten, müsse man die Türen jedoch auch für Billigflieger öffnen.
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Der Flughafenbetreiber kommt im Konflikt mit seinem Großkunden voran. Quelle: dpa
Flughafen Frankfurt

Der Flughafenbetreiber kommt im Konflikt mit seinem Großkunden voran.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sieht im Konflikt mit seinem Großkunden Lufthansa Zeichen einer Annäherung. „Es sind gute Gespräche, und da werden wir sukzessive mit der einen oder anderen Antwort kommen“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte in Frankfurt. Man rede etwa über verbesserte Abläufe im Terminal und bei der Gepäckabwicklung sowie über die Ausrichtung der Flughafen-Infrastruktur auf klassische Airlines und Billigflieger. Die Lücke zwischen den Vorstellungen werde sich aber „auch nicht innerhalb von drei Monaten schließen“.

Auslöser des Konflikts waren Gebührenrabatte, mit denen Fraport neue Airlines nach Frankfurt lockt – und damit die Tür für Billigflieger wie Ryanair öffnet. Erst vor zwei Wochen hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Fraport dafür kritisiert. „Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen“, hatte Spohr der „Börsen-Zeitung“ gesagt. „Das beunruhigt mich, denn es gefährdet unser gemeinsames Geschäftsmodell.“

Schulte sieht hingegen weiterhin große Schnittmengen mit der Lufthansa: „Das Ziel von beiden ist doch, den Sitzladefaktor in den Flugzeugen nach oben zu treiben, und von uns, unsere Terminals stärker zu frequentieren.“ Hier seien viele Fragen zu klären. Daher werde auch nicht „der große Vertrag“ mit der Lufthansa kommen, sondern vielleicht viele Verträge oder „nur Arbeitsergebnisse“.

Diese zwölf Airports sind Dobrindt wichtig
Flughafen Frankfurt
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Wie können Fluggesellschaften und Flughäfen der Exportnation Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen? Das Bundesverkehrsministerium hat die deutschen Flughäfen nach Kriterien wie internationale Anbindung, ihrer Rolle für Luftfracht, als Ausweichstandorte mit 24-Stunden-Betrieb oder ihrer Bedeutung für Forschungszwecke bewertet. Zwölf Airports, so das Ergebnis, sind dabei von essentieller Wichtigkeit für die deutsche Luftfahrtbranche. Einer von ihnen: Der Flughafen Frankfurt am Main, nicht nur Deutschlands größter Flughafen sondern gemessen am Frachtaufkommen auch größter Flughafen Europas.

Flughafen München „Franz Josef Strauß“
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Auch Deutschlands zweitgrößter Flughafen findet sich in der Liste – wichtig ist er vor allem als „Drehkreuz“, beziehungsweise Zentralknoten, vor allem für die Lufthansa. Stand 2016 steigen 36 Prozent der jährlich 42,3 Millionen Passagiere in München dort um. Ziel müsse sein, die internationale Wettbewerbsfähigkeit etwa angesichts hoher Wachstumsraten in der Golfregion oder der Türkei zu sichern, sagte der CSU-Politiker bei der Vorstellung seines Luftverkehrskonzepts in Berlin.

Düsseldorf Airport
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Die Projekte „airport 2000 plus“ und die „Düsseldorf Airport City“ sind nur die zwei größten Bauprojekte, die Deutschlands drittgrößter Flughafen in den vergangenen zwei Jahrzehnten bewältigte. Die Umsetzung geplanter Ausbauvorhaben an großen deutschen Flughäfen bleibt auch ein Hauptanliegen des Verkehrsministeriums. „Wir sagen ein klares Nein zu einem generellen Nachtflugverbot in Deutschland“, sagte Dobrindt. Flugbetriebszeiten sollten nicht weiter eingeschränkt werden.

Hamburg Airport „Helmut Schmidt“
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Was München für die Lufthansa, das ist Hamburg für Eurowings, die britische Easyjet und die irische Ryanair: ein immens wichtiges Drehkreuz. Der Flughafen dient außerdem als Ausweichstelle für den nahe gelegenen Airbus-Werksflugplatz Hamburg-Finkenwerder. Der Hamburger Airport ist der fünftgrößte Flughafen Deutschlands – hinter dem in der Liste nicht auftauchenden Platz vier, Berlin Tegel.

Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
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Vor allem als internationales Forschungszentrum beispielsweise für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die TU Braunschweig ist der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg relevant. So wurde der Flughafen von 2009 bis 2011 unter anderem deshalb ausgebaut, um den Einsatz des neuen größeren Forschungsflugzeugs Airbus A320 des DLR zu ermöglichen. Doch auch die Jets des VW-Konzerns landen dort.

Flughafen Hannover-Langenhagen
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Der Heimathafen von Tuifly ist der größte Flughafen und das wichtigste internationale Drehkreuz des Landes Niedersachsen. Die Bundesländer nimmt auch Dobrindt in die Pflicht, diese sollten die Einstufung von Flughäfen als „im Interesse des Bundes“ durchaus „als Hinweis verstehen“.

Flughafen Köln/Bonn „Konrad Adenauer“
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„Willkommen in Bonn – Köln/Bonn“, begrüßt bei einer Landung die Stimme des Schauspielers und Synchronsprechers Frank Glaubrecht die Passagiere – Glaubrecht leiht unter anderem Ex-James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan seine Stimme. Für den Bund interessant ist Köln/Bonn allerdings vor allem als Drehkreuz für die Frachtflieger von UPS und Fedex, sowie wegen des durch die Luftwaffenkaserne Wahnheide repräsentierten militärischen Teils.

Die Verkehrsentwicklung an Deutschlands größtem Flughafen bereitet Schulte unterdessen Freude. In den Monaten Januar bis April habe Fraport 3,9 Prozent mehr Fluggäste gezählt als im Vorjahr. „Und Sie können davon ausgehen, dass der Mai diesen Trend voll unterstützt hat.“ Die Verkehrszahlen für den Monat will Fraport am 13. Juni veröffentlichen.

Schulte lobte Lufthansa und Condor dafür, dass sie wieder deutlich mehr Passagiere nach Frankfurt brächten. Allerdings könne sich Fraport dem europaweiten Trend zu immer mehr Billigflug-Angeboten nicht verschließen, um nicht dauerhaft Passagiere an andere Flughäfen wie Köln-Bonn zu verlieren. Fraport prüft daher, am neuen Terminal 3 im Süden des Flughafens einen Flugsteig mit vereinfachten Abläufen für Billigfluglinien einzurichten.

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1 Kommentar zu "Billigflieger-Streit: Fraport und Lufthansa nähern sich an"

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  • Dann hoffen wir im Frankfurter Süden darauf dass Herr Schulte mit seinem Katastrophenszenario so richtig auf die Nase fällt. Es sieht ja danach aus.
    Wie man einen solchen Flughafen so dicht an eine Stadt bauen kann, dass muss man erst noch einmal verstehen. Es wird nicht leiser, sondern jeden Tag lauter, ja unerträglich im Frankfurter Süden. Menschenverachtend.

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