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Container-Reedereien Ruinöser Preiskrieg auf den Weltmeeren

Auf hoher See herrscht Krieg - Preiskrieg. Die großen Container-Reedereien kämpfen mit Billigtarifen um Marktanteile und lassen die gesamte Branche leiden. Ein Umdenken scheint nur langsam in Gang zu kommen.
Update: 08.03.2012 - 10:38 Uhr 14 Kommentare
Auf den Weltmeeren herrscht Preiskrieg. Quelle: dpa

Auf den Weltmeeren herrscht Preiskrieg.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Zahlen sprechen für sich: Maersk Line, die größte Container-Reederei der Welt, hat im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 483 Millionen Dollar (Ebit) verbucht. Das gab das Unternehmen am Montag in Kopenhagen bekannt. Im Jahr 2010 hatte die Schifffahrtssparte des dänischen Konglomerats A.P. Møller-Maersk noch 2,8 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

Alle Container-Reedereien zusammen sollen 2011 sogar ein Minus von 5,2 Milliarden Dollar eingefahren haben. Und das, obwohl immer mehr Güter auf den Ozeanen in Standardcontainern unterwegs sind. Der weltweite Seecontainer-Verkehr wuchs im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent. Das geht aus einer Studie der Londoner Beratungsfirma Drewry hervor, die als einer der Experten im internationalen Seeverkehr gilt.

Die Maersk-Reederei vermeldete für das vergangene Jahr im Vorjahresvergleich sogar 16 Prozent mehr Ladung auf der wichtigsten Strecke zwischen Asien und Europa. Die Nachfrage stieg also, doch gleichzeitig gingen die Preise in den Keller: Die Frachtraten, die die Reederei von ihren Kunden verlangt, fielen um 19 Prozent.

Als Hauptgrund für die eingebrochenen Erlöse gelten Überkapazitäten. In den goldenen Jahren vor der Wirtschaftskrise 2008 bestellten die Reedereien in Aussicht auf ein weiter boomendes Geschäft Schiff um Schiff. Dann brachen die Gewinne ein. Weiter bestellt wurde trotzdem, da die Schiffe günstiger wurden und die Erholung schon in Sichtweite schien. Das rächt sich nun. Viele dicke Pötte laufen erst jetzt vom Stapel der Werften. Laut den Analysten von Drewry wird sich 2012 die Zahl der Schiffe mit einer Kapazität von mehr als 8000 Containern um ein Viertel erhöhen.

Die Frachtkapazität wachse im laufenden Jahr um acht Prozent, während das Frachtvolumen aber nur um 1,5 Prozent zulege, hieß es Mitte Februar von Maersk. Der Marktführer ist für viele in der Branche schuld an der Misere. Um fast ein Fünftel haben die Dänen ihre Kapazität allein im vergangenen Jahr aufgestockt. 20 der größten Frachter der Welt sind außerdem bereits bestellt, sie fassen je 18.000 Standardcontainer.

Zusammen mit der Nummer zwei am Markt, der Schweizer Reederei MSC, gilt Maersk außerdem als Verursacher der Preisspirale nach unten. Mit immer niedrigeren Preisen kämpfen die beiden Giganten der Ozeane um Marktanteile. Koste es, was es wolle. Ende 2010 senkte MSC die Preise auf der umkämpften Route zwischen Asien und Europa. Maersk zog nach – und die anderen Reeder mussten folgen. Für einige dagegen hat nicht MSC, sondern Maersk den Preiskrieg angezettelt.

Auch deutsche Reedereien leiden
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14 Kommentare zu "Container-Reedereien: Ruinöser Preiskrieg auf den Weltmeeren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Frachtraten für Container sind niedrig, aber leider kommt dieser Vorteil immer nur dann beim Verbraucher an, wenn er in großen Mengen verschiffte Neuwaren kauft. Wenn ein Verbraucher privat Waren von einem Kontinent auf den anderen schickt, gibt es kaum noch Möglichkeiten das per Seefracht zu machen. Leider werden die Post-, DHL- und FedEx-Tarife nach Übersee immer teurer. Warum gibt es nahezu keinen Zugang mehr zum Seetransport für Umzüge, Postpakete, etc? Ist der Markt zu klein? Gibt es aufgrund der Stellung der Postunternehmen monopolähnliche Marktstrukturen?

  • Natürlich! Die Sonne scheint, die Blumen blühen und die Menschheit tänzelt fröhlich vor sich hin.

    Natürlich hat der BDI eine wichtige Aussagekraft! Diesen Index kann man im Gegensatz zum DAX nicht so einfach manipulieren.

    Das Handelsblatt sollte sich mal mit der Realität auseinandersetzen und nicht den Rat von irgendwelchen käuflichen Experten holen und den Müll einfach wiedergeben. Holt euch unabhängige Experten, die euch die Realität zeigen und legt endlich die wahren Fakten auf dem Tisch. Macht endlich mal eure Journalistische Arbeit!

  • Der "kleine Mann" glaubt, was er glauben will. :-D

  • Es ist doch immer vom " Wettbewerb " und vom " freien Markt " die Rede , der alles richtet.

    Davon würden wir alle " profitieren ".

    Warun schreibt man hier also plötzlich von " Preiskrieg " ?
    Das nennt man doch " Wettbewerb " um Konkurrenten auszustechen.

    Der " Markt " schliesst die Unterlegenden aus.

    Wieso wird das sonst stets Propagierte nun beklagt?
    Stehen sich die Neoliberalen jetzt etwa selbst im Wege?

    Da kommt die Heuchelei der Neoliberalen zum Vorschein :
    Denn das schafft Monopole und Preisdiktate - Konkurrenzlos.

  • Lieber Nutzer kleiner Mann,

    zum BDI haben wir am 1. Februar 2012 einen Artikel veröffentlicht. Darin stellen Experten die Aussagekraft des Index als Frühindikator für die Weltwirtschaft in Frage:

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/konjunkturbarometer-stuerzt-ab-warum-der-baltic-dry-index-diesmal-luegt/6135760.html

    Gruß, Tobias Döring

  • ab 1 März 2012 usd 700-750 per 20'dry TEU on top - auch angekündigt durch Maersk/MSC... ansonsten würden einige Reeder nicht mehr fahren können. Siehe u.a. Ölpreisentwicklung .....

  • Lieber Nutzer kleinerMann,
    da hat sich jemand einen üblen Scherz erlaubt und anonym in unserem Namen kommentiert.
    Den entsprechenden Kommentar haben wir inzwischen gelöscht.
    Einen Kommentar der Redaktion können Sie daran erkennen, dass wie bei diesem Kommentar vor dem Benutzernamen "redaktion handelsblatt" nicht "Anonymer Benutzer" steht.
    Gruß, Tobias Döring

  • Dies ist ein seltsamer Artikel. Wenn die Aussagen bezüglich der Frachtraten stimmen, wir bezahlen allerdings erhöhte Treibstoffzuschläge bei gleichbleibenden Grundpreisen, dann sind die Folgerungen seltsam.
    Ich dachte, das diese Zeitung Kapitalismus oder Marktwirtschaft predigt, und dort folgen auf Überangebot fallende Preise und dann eine Reduzierung des Angebotes durch Ausfall der schwächeren Unternehmen.
    Was möchte das Handelsblatt hier, Preisabsprachen oder Kartelle zum Schutz der Unternehmen?

  • "vielleicht sollten Sie den Geschäftsführern Ihrer Kunden einfach empfehlen, eine Qualitätszeitung zu lesen."

    Also das Handelsblatt ist keine Qualitätszeitung mehr? Dann weiß ich ja für die Zukunft, dass ich das Handelsblatt auf meine Ignorier-Liste setzen kann.

    "Fundierter Journalismus, Sachkenntnis und Aktualität gehören seitdem nicht mehr zu den Prioritäten."

    Dann könnt Ihr ja gleich die Insolvenz anmelden. Denn das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun!

    "Mit diesem Konzept, das dem der BILD-Zeitung nicht ganz unähnlich ist, lassen sich einfach größere Lesergruppen ansprechen und gleichzeitig die Kosten senken."

    Die BILD-Zeitung als Vorbild nehmen? Das sagt schon einiges über euch aus!

    Vielleicht war es ja auch nur ein kleiner Spaß von euch. Aber wenn Ihr vom Handelsblatt das wirklich ernst gemeint habt, dann solltet Ihr "Journalisten" vom Handelsblatt euch einen neuen Beruf suchen!

  • Sagst Du uns auch, warum Du den Artikel so scheiße findest?

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