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Krisenlogistik Trittbrettfahrer im Katastrophengebiet

Schwere Naturkatastrophen nehmen weltweit zu und mit ihnen die Herausforderungen für Rettungsteams und Logistiker. Wie gut sie Menschen in Krisengebieten helfen können, ist eine Frage von Stunden – und von Coca Cola.
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Bei Naturkatastrophen wie dem Taifun Haiyan müssen die Menschen rasch aus den Trümmern befreit oder mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden. Quelle: dpa

Bei Naturkatastrophen wie dem Taifun Haiyan müssen die Menschen rasch aus den Trümmern befreit oder mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden.

(Foto: dpa)

Köln Als der Taifun Haiyan vor einem Jahr die Philippinen verwüstete, gab es für den Iren Fionn Herriott kein Zögern. Umgehend machte sich der heute 37-jährige Manager des Logistikers DHL Express in Hongkong auf den Weg zum Inselstaat. Bis zu 15 Stunden schuftete der Vertriebsexperte unermüdlich am Flughafen Mactan-Cebu und stapelte Kisten mit Wasserpumpen. „Es macht stolz, bei etwas so Wichtigem und Gutem dabei zu sein“, sagt Herriott in einem Video, das sein Arbeitgeber bei Facebook eingestellt hat.

Der schnelle Einsatz im Katastrophengebiet – er wird für eine wachsende Zahl von Mitarbeitern in Logistikfirmen Realität. Denn wenn es darum geht, Menschenleben zu retten, ist das Know-how der Transportexperten entscheidend, wenn es darum geht, mit Arznei- oder Nahrungsmitteln in die entlegensten Winkel der Welt zu kommen. „Den Hilfsorganisationen fehlt die Fachkenntnis und die nötige Technik“, sagt Matthias Klumpp, Direktor des Instituts für Logistik- & Dienstleistungsmanagement (ILD) an der FOM Hochschule in Essen. „Die Logistiker sehen den humanitären Einsatz als Teil ihrer Unternehmensverantwortung.“

Ob die Missionen erfolgreich sind, ist oft eine Frage von Stunden. Rasch müssen Menschen aus Trümmern befreit oder mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden. Die Zahl der Einsätze steigt: Zählte das Institut für Katastrophenforschung an der Universität Leuven in Belgien vor der Jahrtausendwende noch unter 300 Ereignisse pro Jahr, so gab es von 2000 bis 2010 im Schnitt 384 Naturkatastrophen.

Die großen Logistikkonzerne haben die Alarmglocken gehört und weiten ihre Kapazitäten aus. So stellt Fedex heute kostenlos jährlich Frachtfläche für 2.000 Tonnen Hilfsgüter wie Wasser, Zucker oder Konserven zur Verfügung. UPS flog im vergangenen August Ebola-Medikamente zum Selbstkostenpreis nach Liberia. Und Deutsche Post DHL hat seit dem Jahr 2010 die Zahl der ehrenamtlichen Katastrophenhelfer im Unternehmen von 200 auf heute 500 mehr als verdoppelt.

Die sogenannten Disaster Response Teams sind von ihren Stützpunkten Singapur, Dubai und Panama innerhalb von 72 Stunden an jedem Ort der Welt einsatzbereit. Wie im Fall von Fionn Herriott sind Flughäfen der wichtigste Einsatzort. Sie sind das Nadelöhr für Güter, die von Hilfsorganisationen in Katastrophenregionen verteilt werden.

Coca Cola soll Leben retten
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