Expansion Bildungsanbieter wachsen international

Immer mehr deutsche Firmen suchen ihr Glück auch jenseits des Heimatmarktes. Davon profitieren auch andere Branchen, denn die Expansion ins Ausland erhöht den Bedarf an Seminaren nach deutschen Standards.
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Audi verfolgt seine Wachstumsstrategie mit Werken in Ungarn, China und Mexiko konsequent weiter und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit in den Triade-Märkten Europa, Asien und Nordamerika. Quelle: obs

Audi verfolgt seine Wachstumsstrategie mit Werken in Ungarn, China und Mexiko konsequent weiter und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit in den Triade-Märkten Europa, Asien und Nordamerika.

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KölnNoch ist das Audi-Werk in Mexiko eine Baustelle - doch die künftigen Facharbeiter drücken schon die Schulbank: 64 Jugendliche haben in Puebla am Institut für berufliche Bildung des Mutterkonzerns Volkswagen gerade ihre Ausbildung zum Mechaniker oder Mechatroniker begonnen. Zur Werkseröffnung 2016 sollen bis zu 300 Mexikaner ausgebildet werden. "Die Komplexität unserer Auslands-Produktion hat stark zugenommen", sagt Dieter Omert, Leiter des Audi-Bildungswesens. "Wir müssen deswegen frühzeitig mit der Qualifizierung der Mitarbeiter beginnen."

Im Wettbewerb um Fachkräfte knüpfen deutsche Autohersteller, Technologieanbieter und Anlagenbauer an Produktionsstandorten im Ausland Kooperationen. Sie wollen Jugendlichen nach dem Vorbild der dualen Berufsausbildung betriebliche Praxiseinsätze ermöglichen. Neue Mitarbeiter, die Berufserfahrung haben, bekommen zusätzlich oft gesonderte Trainings.

Von dieser Internationalisierung profitieren auch deutsche Bildungsanbieter, sagt Markus Milwa. Er leitet am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) den Arbeitsbereich iMove, der Anbieter von Aus- und Weiterbildung bei der Erschließung neuer Märkte unterstützt. "Viele Produktionsbetriebe nehmen ihre Dienstleister huckepack mit zu neuen Standorten." Die vermitteln etwa deutsche Standards, geben Deutschunterricht oder bilden Lehrer von Berufsschulen fort.

In einer jetzt veröffentlichten iMove-Umfrage unter 100 Anbietern schätzen die Befragten, dass ein Viertel aller deutschen Bildungsanbieter Dienstleistungen exportiert - 2010 wurde dies von nur elf Prozent angenommen. 70 Prozent erwarten für die nächsten drei Jahre ein stärkeres Wachstum im Auslands- als im Inlandsgeschäft. Zum Bildungsexport zählt auch, wenn Ausländer zu Weiterbildungen nach Deutschland kommen.

Zu den Anbietern gehören neben vielen kleinen Unternehmen Riesen wie die Tüv Süd Akademie, die Seminare auch bei Tochtergesellschaften im Ausland anbietet. Künftiges Wachstum erwartet Geschäftsführer Jörg Schemat vor allem bei Kunden aus dem deutschsprachigen Raum: "Seit ein bis zwei Jahren beobachten wir, dass die Bildungskonzepte international vereinheitlich werden. Die Mitarbeiter sollen überall auf einem ähnlichen Niveau qualifiziert werden."

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Dieser Artikel ist Bestandteil unseres Specials „Über Grenzen expandieren: Märkte erobern“, in dem wir einen Expansionscheck bieten und informieren, worauf Unternehmer beim Gang ins Ausland achten müssen.

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