5000 Euro Tagessatz Grüne kritisieren WestLB-Honorar für Merz

Bis zu 5000 Euro pro Tag bekommt Friedrich Merz dafür, dass er einen möglichen Verkauf der maroden WestLB vorbereitet. Die Grünen stellen nun in Frage, ob seine Arbeit dieses Geld überhaupt wert ist.
Update: 12.04.2011 - 16:01 Uhr 12 Kommentare

DüsseldorfDie Grünen haben das hohe Tageshonorar von Friedrich Merz als Veräußerungsbeauftragter der WestLB scharf kritisiert. „Die Bundesregierung muss jetzt die Honorarkosten, die Beratungsaufträge und ihre konkrete Vergabepolitik offenlegen und der Öffentlichkeit gegenüber die hohen Kosten für Beratung rechtfertigen“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Gerhard Schick, Handelsblatt Online. „Zumindest stellt sich jetzt die Frage, ob die Beratungsaufgabe von Merz angesichts der Entscheidungslage nicht abgebrochen werden muss, um unnötige Kosten zu Lasten des Steuerzahlers zu sparen.“

Der ehemalige CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz bekommt als Veräußerungsbeauftragter der WestLB offenbar ein Tageshonorar in Höhe von 5.000 Euro. Das berichtete das Onlineportal "stern.de" unter Berufung auf interne Unterlagen des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. Der Tagessatz für Merz und seine Kanzlei wurde Handelsblatt Online aus dem Umfeld der West LB bestätigt. Er sei im "Rahmen des üblichen" hieß es.

Die Summe mutet allerdings höher an als sie ist. Denn zum einen sind Tagessätze für Top-Berater in solchen Höhen nicht unüblich. Und zum anderen ist unklar, wie viele Tage pro Jahr Merz für den Verkaufsprozess der WestLB tätig ist. Außerdem dürfte es keinen einheitlichen Satz geben. Die 5.000 Euro seien der Höchstbetrag an außerordentlich arbeitsreichen Terminen, hieß es im Umfeld der Bank.

Der Soffin sowie die Alteigentümer der nordrhein-westfälischen Landesbank, darunter die Landesregierung und die örtlichen Sparkassenverbände, hatten Merz im Juni 2010 beauftragt, einen Käufer für das Institut zu finden. Der vom Bund kontrollierte Soffin hatte die WestLB vor einem Jahr mit einer Stillen Einlage über drei Milliarden Euro gestützt.

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12 Kommentare zu "5000 Euro Tagessatz: Grüne kritisieren WestLB-Honorar für Merz"

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  • Eine perverse Systemlogik beinhalten diese unanständigen Zahlungen an Prollitiker und Berater etc. Eine Putzfrau die sich bemüht 40 Std./Woche gut zu arbeiten erhält 100x weniger als März. Ist eine Frau die 40 Jahre ihres Lebens für Arbeit aufwendet weniger wert als ein Herr März? Einkommen muss wieder nach Leistung gezahlt werden, nicht willkürlich nach Prestige oder Positionen oder Gusto.

  • Für die Rettung bei dem von den Führungspfeifen der WestLB verursachten Desaster sind den Führungspfeifen die an Herrn Merz bezahlten Steuerzahlereuros eben führungspfeifenmäßig absolut notwendig und alternativlos.

  • Die Grünen kritisieren......, na und das ist doch das einzige was die können.

  • An Leichenfledderei kann man sich krumm und dumm verdienen.

  • Das Honorar ist vollkommen in Ordnung. Das ist nicht 1:1 sein Tageslohn sondern deckt auch weitere Kosten.
    Wer einmal ein Unternehmen aufgebaut hat, kann nachvollziehen wie hart man dafür arbeiten muss sich für solche Aufträge überhaupt zu qualifizieren, da finde ich die Frage warum Merz den Zuschlag bekam und wie die Vergabe verlief viel wichtiger. Von €uros lasse ich mich nicht blenden, ist doch logisch, dass der Durchschnittsverdiener 5.000,- /Tag als zu viel empfindet. Die Grünen fördern die Neidkultur in Deutschland. Alles reiner Populismus.

  • bei 5000 euro tageshonorar waer wohl ein jeder an dieser stelle daran interessiert die verhandlungen so lange wie moeglich zu fuehren und zu kassieren. unglaublich.
    wie waers denn mal mit leistungs- und abschlussbezogenen gehalt.
    wiedermal ein super beispiel, wie unsre "volksvertreter" kasse auf kosten des steuerzahlers machen.
    willkommen in der plutokratie.

  • Der Tagessatz ist nicht unüblich, was ich aus meiner eigenen Beratertätigkeit beurteilen kann. Und es ist richtig, dass Fischer und Schröder weit mehr verdienen. Die Grünen versuchen hier nur, etwas von der bevorstehenden Demontage wegen der Nicht-Umsetzbarkeit ihrer Energie-Phantasien abzulenken.

  • Da kann Herr Trittin ja mal Herrn Fischer fragen wie hoch sein Tageshonorar ist. Na ja einmal Kommunist immer Kommunist.

  • Weiss man bei den Grünen eigentlich, was ein Joschka Fischer am Tag kostet? Dagegen sind 5 Mille für Merz wirklich Peanuts. Und mehr Kompetenz gibt's bei Merz quasi gratis dazu.

  • Ist doch ein schönes - vom Steuerzahler abgesichertes Tageshonorar - nur hoffentlich sorgen dann auch die qualifizierten und mitwirkenden Anwaltskollegen aus der zweiten Reihe der Kanzlei Mayer Brown dafür, dass der "Top-Berater" Merz seine Vorschläge den WestLB-Eignern nicht auf "Bierdeckeln" unterbreitet.

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