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Albert Einstein und die roten Zahlen

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Aber das gute Image entstand nicht nur durch die ordentlichen Gewinne. Das Bild prägte vor allem einer: Pasquale Pistorio. Bozottis Vorgänger führte das Unternehmen seit der Gründung mit einer Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche, bis er im Frühjahr dieses Jahres in Pension ging. Der gebürtige Sizilianer mit dem südländischen Charme rühmte sich seiner sozialen Ader.

„Die anderen feuern, wir heuern an“, war einer der Sprüche, mit der er die Konkurrenz während der Chipkrise ärgerte. Doch offenbar hat der inzwischen 69-Jährige viel zu spät auf die Veränderungen in der Branche reagiert. „Wir hängen der Konkurrenz zwei, drei Jahre hinterher“, sagt ein STM-Manager hinter vorgehaltener Hand. Der Konzern habe sich zu stark auf Europa konzentriert, heißt es. Das rächt sich jetzt. Die in Europa hergestellten Chips sind wegen des starken Euros auf dem Weltmarkt viel zu teuer.

Bozotti kommt trotz der Misere kein böses Wort über seinen Vorgänger über die Lippen. Im Gegenteil, es könne keine Rede davon sein, dass Pistorio etwas verschlafen habe, verteidigt er seinen Mentor. „Zum ersten Mal in unserer Geschichte haben wir sowohl ein schwaches Wachstum in der Chipbranche als auch einen schwachen Dollar. Das haben wir nicht vorhergesehen“, verteidigt sich Bozotti.

Die Treue zum Vorgänger lässt sich leicht erklären, denn der Elektroingenieur mit dem dichten, leicht angegrauten Haar hat sein gesamtes Berufsleben bei STM verbracht. Schon nach Ende seines Studiums kam er 1977 zur Vorgängerfirma SGS. Es folgte eine steile Karriere, bei der Bozotti unter anderem für das US-Geschäft, später für Europa zuständig war. Zuletzt führte er im Vorstand die wichtige Speicherchipsparte. Neben dem Job findet Bozotti noch Zeit für anderes. Er spielt Klavier und Gitarre, früher sogar in einer Band als Vorgruppe bei größeren Popkonzerten. Mitarbeiter beschreiben ihn als guten Volleyballspieler und durchtrainierten Läufer.

Ausdauer dürfte der Mann mit der ruhigen, aber bestimmten Art in diesen Tagen gut gebrauchen können – und vor allem diplomatisches Geschick. „Einerseits müssen wir schnell die Gewinnschwelle wieder erreichen“, sagt er und fügt hinzu, „wir wollen aber auch langfristige Projekte erhalten, mit denen wir in Zukunft Geld verdienen können.“ Ein schwieriger Spagat eben.

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