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Alibaba-Konkurrent JD.com-Chef Liu will sich nach Verhaftung aus Tagesgeschäft zurückziehen

Der chinesische Milliardär will seine Führungsaufgaben weitgehend abgeben und sich auf „neue Unternehmen“ konzentrieren. Zuvor vermeldete JD.com einen sinkenden Umsatz.
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Anfang September wurde der JD.com-Gründer in Minnesota festgenommen und ohne Anklageerhebung nach 16 Stunden freigelassen. Quelle: Reuters
Richard Liu

Anfang September wurde der JD.com-Gründer in Minnesota festgenommen und ohne Anklageerhebung nach 16 Stunden freigelassen.

(Foto: Reuters)

Toronto Vor zwei Monaten schockierte die Festnahme Richard Lius, Chef und Gründer des chinesischen Onlineriesen JD.com, wegen Verdacht auf Vergewaltigung die Technologiewelt. Nun kündigt der Milliardär eine Verlagerung seines geschäftlichen Fokus an.

Der Technologieunternehmer erklärte am Montag, er werde einige seiner Führungsaufgaben an andere Mitglieder des oberen JD.com-Managementteams übertragen. „Ich persönlich werde mich mehr auf neue Unternehmen konzentrieren“, sagte Liu zu Analysten, nachdem JD.com die Ergebnisse des dritten Quartals gemeldet hatte. „Bereits etablierte Geschäfte können vom Team bearbeitet werden.“

Die Strategie des Unternehmens habe sich nicht geändert, sagte ein Unternehmenssprecher. Liu habe seit langem „ein starkes Management-Team aufgebaut“, um den laufenden Betrieb zu garantieren.

Chinas zweitgrößtes E-Commerce-Unternehmen meldete am Montag einen niedrigeren Umsatz als erwartet und verzeichnete zum ersten Mal seit der Börsennotierung einen Rückgang seiner aktiven Kunden pro Jahr. Der Umsatz im dritten Quartal erreichte 104,8 Milliarden Yuan (13.2 Milliarden Euro), verglichen mit dem Durchschnittswert der Analystenschätzungen von 105,7 Milliarden Yuan. Die Anteilsscheine von JD.com hatten am Montag als Konsequenz an der Börse 8,4 Prozent Federn gelassen.

Liu bestand jedoch darauf, dass 2018 ein Jahr der Investitionen gewesen sei. Ab 2019 würden Verbesserungen vorgenommen werden. „Nächstes Jahr wird unsere Nettofinanzposition besser sein als in diesem Jahr“, sagte er. „In Bezug auf das Kundenwachstum werden wir schneller wachsen als der industrielle Durchschnitt und mehr Marktanteile gewinnen.“

Liu hatte JD.com 1998 gegründet und das Unternehmen seitdem streng kontrolliert. Der Milliardär hält die allgemeine Kontrolle über die stimmberechtigten Aktien - der Verwaltungsrat der Gruppe kann ohne seine Anwesenheit keine formelle Stimme abgeben.

Der 45-Jährige ist einer der reichsten Geschäftsleute Chinas. Anfang September wurde er in Minnesota festgenommen und ohne Anklageerhebung nach 16 Stunden freigelassen. Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass die Festnahme mit dem Verdacht auf Vergewaltigung begründet worden war. Weitere Details oder Angaben zum Opfer wurden in dem Bericht keine gemacht. Liu bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Der Amazon-Konkurrent hatte die Anschuldigungen gegen Liu als unbegründet bezeichnet. Der Milliardär hatte in den USA an einem speziellen Doktorandenprogramm für Führungskräfte der Universität von Minnesota teilgenommen. Mittlerweile befindet sich Liu wieder in der Volksrepublik.

Sidney Huang, Chief Financial Officer des Unternehmens, sagte am Montag vor Journalisten: „Wir haben keine weiteren Informationen und können keinen Kommentar zur Festnahme abgeben.“ Liu habe seine Arbeit im Unternehmen wieder aufgenommen. „Der Vorfall wird voraussichtlich keine Auswirkungen auf JD haben“, fügte Huang hinzu.

JD.com ist wie viele andere chinesische Technologiefirmen an der Wall Street notiert. Dort hatte die Nachricht von der zeitweisen Festnahme große Verunsicherung ausgelöst. Auf dem Heimatmarkt muss sich JD.com der scharfen Konkurrenz durch Alibaba erwehren. Im abgelaufenen Quartal hatte JD.com wegen stärkerer Investitionen mit einem deutlich höheren Verlust als erwartet überrascht.

Mit Material von Bloomberg

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