Anshu Jain Neuer Job im neuen Jahr

Der Ex-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, heuert beim amerikanischen Broker Cantor Fitzgerald an. Im Sommer 2015 hatten die Aktionäre ihm und dem damaligen Co-Chef Jürgen Fitschen das Vertrauen entzogen.
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Der Ex-Chef der Deutschen Bank ist zurück im Geschäft. Quelle: Reuters
Anshu Jain

Der Ex-Chef der Deutschen Bank ist zurück im Geschäft.

(Foto: Reuters)

Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt hat Anshu Jain wieder eine Vollzeitstelle gefunden. Im Sommer 2015 musste der Investmentbanker seinen Job als Vorstandschef der Deutschen Bank aufgeben, weil die Aktionäre ihm und seinem Kompagnon an der Spitze, Jürgen Fitschen, das Vertrauen entzogen hatten.

Jetzt soll der gebürtige Inder Jain als „President“ für mehr Wachstum im Handelsgeschäft der US-Investmentbank Cantor Fitzgerald sorgen. Dabei werde er eng mit dem Chairman und Vorstandschef Howard Lutnick zusammenarbeiten, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. „Anshu ist eine Weltklasse-Führungspersönlichkeit in der Finanzindustrie“, ließ Lutnick wissen. Cantor Fitzgerald werde von Jains Erfahrung als „Pionier beim Aufbau von weltweit führenden Geschäften“ profitieren. Zuletzt hatte Jain als Berater für die Fintech-Firma Social Finance aus dem Silicon Valley gearbeitet.

Diese Wirtschaftsgrößen sind die Auf- und Absteiger 2016
Aufsteiger: Werner Baumann
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Der 54-jährige Bayer-Veteran setzte schon nach dem Vorstoß an die Konzernspitze zu einem Megadeal an: Dem Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto. Nach monatelangem Poker bekam Bayer im Oktober den Zuschlag mit einem Preis von 66 Milliarden Dollar. Noch nie zahlte ein deutscher Konzern so viel für einen Zukauf. Bayer wird damit weltweit zur Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Baumann setzte sich für den Deal gegen Zweifel wegen Monsantos genveränderter Produkte und des Unkrautvernichters Glyphosat durch.

Aufsteiger: Elon Musk
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Der 45-Jährige Chef des Elektroauto-Anbieters Tesla wurde in der Branche oft belächelt angesichts seiner großen Ambitionen und der kleinen Produktion von wenigen Zehntausend Fahrzeugen pro Jahr. Doch im Frühjahr änderte sich die Lage: Teslas günstigeres Model 3 bekam mindestens eineinhalb Jahre vor dem Marktstart über 400 000 Vorbestellungen. Damit ist zumindest erwiesen, dass Musk mit dem Fokus auf Elektroautos einen Nerv traf - auch wenn Tesla nun die Produktion bis 2018 von 50 000 auf 500 000 Autos hochschrauben muss.

Aufsteigerin: Margrethe Vestager
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Sie kam nach Brüssel als international wenig bekannte dänische Politikerin. Doch ihr harter Kurs gegenüber amerikanischen Technologieriesen machte die 48-Jährige Wettbewerbskommissarin zur Hoffnungsträgerin einer oft zerstrittenen EU-Kommission. Vestager treibt drei Wettbewerbsverfahren gegen Google voran und will, dass Apple über 13 Milliarden Dollar an Irland zahlt, weil sie die langjährigen Steuerdeals des iPhone-Konzerns für unerlaubte Beihilfen erklärte.

Aufsteiger: John Hanke
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Mit „Pokémon Go“ wurde der 49-Jährige aus dem Stand zu einem Schwergewicht der Spielebranche. 600 Millionen Downloads machen die App zum wahrscheinlich meistgespielten Smartphone-Game. Hanke hält als Mitgründer und Chef der Entwicklerfirma Niantic die Zukunft des Überraschungshits in der Hand. Zuvor hatte er 2001 die Firma Keyhole gegründet, deren Technologie die Grundlage für Googles Kartendienste bildete, und führte die Geodienste des Konzerns, bis es ihn ins Spielegeschäft zog, zunächst mit dem Game „Ingress“.

Absteigerin: Elizabeth Holmes
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Noch 2015 wurde die Gründerin des Bluttest-Start-ups Theranos als eine der wenigen Frauen in den Milliardärslisten gefeiert. Jetzt steht die 32-Jährige vor Trümmern. Theranos versprach, Bluttests zu revolutionieren, indem nur wenige Tropfen für komplexe Tests reichen sollten. Doch Enthüllungsberichte warfen Fragen an der Technologie auf, Regulierer schlossen Labore, Holmes wurde aus dem Geschäft verbannt, Investoren wollen ihr Geld zurückklagen, „Forbes“ schätzt ihr Vermögen nur noch auf null Dollar.

Absteiger: Lee Kun-Hee
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Der 73-Jährige machte Samsung zur Elektronik-Weltmacht, legendär ist die Geschichte, wie er in den 90er Jahren Tausende minderwertige Handys des Konzerns verbrennen ließ, um Mitarbeiter anzutreiben. Seine Macht überstand auch den Skandal um schwarze Kassen bei Samsung vor knapp zehn Jahren. Doch jetzt bedroht das Debakel um brennende Akkus beim Smartphone Galaxy Note 7 sein Lebenswerk. Investoren wittern die Chance, den Einfluss der Familie zu beschneiden, die Aufspaltung von Samsung Electronics wird erwogen.

Absteigerin: Marissa Mayer
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Die Google-Managerin kam 2012 als Retterin zu Yahoo - doch sie konnte das Steuer beim schwächelnden Web-Urgestein nicht herumreißen. Mayer steckte Milliarden in Start-up-Zukäufe und Medieninhalte, Yahoo fiel bei Online-Werbung trotzdem immer weiter hinter Google und Facebook zurück. Im vergangenen Sommer zog die 41-Jährige die Reißleine mit dem Verkauf des Yahoo-Webgeschäfts an Verizon für 4,8 Milliarden Dollar. Doch danach wurde der Diebstahl der Daten von 500 Millionen Kunden bekannt, der den Deal gefährdet.

Als langjähriger Chef des Wertpapierhandels und des gesamten Investmentbankings hatte Jain maßgeblich mit dafür gesorgt, dass die Deutsche Bank in die erste Liga der globalen Investmentbanken aufstieg. Nach dem Abgang von Josef Ackermann rückten er und sein Kollege Fitschen 2012 als Co-Chefs an die Spitze der Bank auf.

Jains Amtszeit war allerdings von den Nachwehen der vielen Skandale überschattet, für deren Aufarbeitung die Bank seit der Finanzkrise rund 12,5 Milliarden Euro an Strafen bezahlen musste. Die meisten der Affären hatten ihren Ursprung im von Jain geleiteten Investmentbanking. In dieser Summe ist der Vergleich über 7,2 Milliarden Dollar für faule Hypothekengeschäfte noch nicht enthalten, den die Bank gerade im Grundsatz mit den US-Behörden vereinbart hat.

Zuletzt war die deutsche Finanzaufsicht in ihrem Bericht zum Skandal um die Manipulation wichtiger Referenzzinsen mit Jain und vielen seiner Vertrauten hart ins Gericht gegangen.

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