Anton Schlecker Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart will keine Revision gegen das Urteil gegen Ex-Drogeriekönig Anton Schlecker einlegen. Damit kommt der wegen vorsätzlichem Bankrott verurteilte Unternehmer um eine Haftstrafe herum.
Update: 04.12.2017 - 10:55 Uhr Kommentieren
Das Landgericht Stuttgart hatte vor einer Woche Anton Schlecker wegen vorsätzlichem Bankrott in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt und die Vollstreckung zu Bewährung ausgesetzt. Quelle: dpa
Anton Schlecker

Das Landgericht Stuttgart hatte vor einer Woche Anton Schlecker wegen vorsätzlichem Bankrott in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt und die Vollstreckung zu Bewährung ausgesetzt.

(Foto: dpa)

StuttgartDie Staatsanwaltschaft Stuttgart akzeptiert die Bewährungsstrafe für Anton Schlecker und wird nicht in Revision beim Bundesgerichtshof gegen das Urteil gehen. „Hinsichtlich der Bewertung des festgestellten Sachverhaltes entspricht das Urteil des Landgerichts weitgehend der Auffassung der Staatsanwaltschaft“, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit. Die Strafe stehe in keinem offensichtlichen Missverhältnis zur Schwere der Taten.

Die 11. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stuttgart vor einer Woche Anton Schlecker wegen vorsätzlichem Bankrott in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt und deren Vollstreckung zu Bewährung ausgesetzt. Daneben verhängte die Kammer gegen ihn eine Gesamtgeldstrafe von 360 Tagessätzen zu je 150 Euro – insgesamt 54.000 Euro – wegen vorsätzlichen Bankrotts in zwölf Fällen und falscher Versicherung an Eides statt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Anton Schlecker eine Freiheitsstrafe von drei Jahren gefordert, der Ex-Drogeriemarktkönig kam jedoch mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon. Seine Kinder, Lars und Meike Schlecker, verurteilte das Gericht hingegen zu Haftstrafen von zwei Jahren und neun beziehungsweise acht Monaten. Beide legten bereits am Tag nach dem Urteil Revision ein.

Die Schlecker-Kinder hatten sich selbst nach Überzeugung des Landgerichts unrechtmäßig Gewinne aus der zum Schlecker-Imperium gehörenden Logistik-Firma LDG ausgezahlt – nur Tage bevor der Konzern in die Insolvenz ging. So war die von ihnen verursachte Schadensumme letztlich höher als die ihres Vaters. Deshalb fiel das Urteil gegen Anton Schlecker milder aus.

„Er wusste, dass die Firma am Ende war“
Anton Schlecker
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„Willst du den sicheren Ruin eines Unternehmens, gib ihm 30 Jahre Erfolg.“ (Aus: Die Zeit, 17.11.2005)

Erwin Müller (Schlecker-Konkurrent)
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„Schlecker ist ein so großer Elefant, dem kann keiner wehtun.“ (Aus: Focus, 23.11.2009)

Meike Schlecker
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„Es ist kein signifikantes Vermögen mehr da, das dem Unternehmen hätte helfen können.“ (bei ihrer Pressekonferenz am 30.1.2012 auf die Frage nach dem Privatvermögen der Familie Schlecker, Badische Zeitung, badische-zeitung.de)

Anton Schlecker
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„Wir brauchen keinen Strategieberater.“ (Aus: Manager Magazin, im Januar 2010)

Ursula von der Leyen
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„Die Kreditanstalt für Wiederaufbau beim Bund würde einen Kredit geben, wenn die Länder für diesen bürgen. Ich hoffe, dass jetzt alle Bundesländer Ihren Teil zur Lösung beisteuern, denn die Schlecker Filialen gibt es in allen Bundesländern und die von Entlassung bedrohten Mitarbeiterinnen brauchen eine neue Perspektive.“ (Aus: Welt, 24.03.2012)

Steffen Seibert
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„Es gibt Gründe für eine Transfergesellschaft, und es gibt sehr gute Gründe dagegen. Diese Entscheidung oblag aber nicht der Bundesregierung, sondern sie oblag den Ländern.“ Erklärte der Regierungssprecher nach der Ablehnung einer Transfergesellschaft für die Schleckermitarbeiter aufgrund der Gegenstimmen der FDP. (Aus: FAZ, faz.net, 30.03.2012)

Philipp Rösler (Bundeswirtschaftsminister von 2011 bis 2013)
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„Jetzt gilt es für die Beschäftigten – vornehmlich Frauen, einzelne Mütter und ältere Frauen – schnellstmöglich eine Anschlussverwendung selber zu finden.“ (Aus: Handelsblatt, handelsblatt.com, März 2012)

Mit Material von dpa.

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