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Aufsichtsratssitzung Neue Verträge für Daimler-Vorstände

China erhält bei Daimler mehr Aufmerksamkeit. Der Aufsichtsrat widmet dem Land ein eigenes Vorstandsressort – und hebt den Manager Hubertus Troska auf den Posten. Einem anderen Vorstand wird der Vertrag verlängert.
12.12.2012 Update: 12.12.2012 - 10:15 Uhr Kommentieren
Andreas Renschlers Vertrag als Lkw-Vorstand hat der Daimler-Aufsichtsrat bis 2018 verlängert. Quelle: dpa

Andreas Renschlers Vertrag als Lkw-Vorstand hat der Daimler-Aufsichtsrat bis 2018 verlängert.

(Foto: dpa)

Stuttgart Der Daimler -Nutzfahrzeugmanager Hubertus Troska soll als Konzernvorstand das schwächelnde China-Geschäft des Stuttgarter Autobauers in Gang bringen. Der Aufsichtsrat habe den 52-Jährigen mit Wirkung zum 13. Dezember in das neu geschaffene Amt berufen, teilte Daimler am Mittwoch in Stuttgart mit. Zugleich habe der Kontrollrat den Vertrag von Truck-Vorstandschef Andreas Renschler bis September 2018 verlängert.

„Mit der Entscheidung, einen Vorstandsposten eigens für diesen wichtigen Markt einzurichten, unterstreichen wir die strategische Bedeutung Chinas für Daimler“, erklärte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff. Troska verantwortet bei Daimler Trucks bisher das Geschäft in Europa und Lateinamerika und die Marke Mercedes-Benz. Er arbeitet bereits seit 24 Jahren bei Daimler. Der bisher für die Region Nordostasien zuständige Manager Ulrich Walker (61) geht nach über 30 Jahren bei Daimler - davon sechs Jahre in China - in den Ruhestand.

Hubertus Troska übernimmt das neue China-Ressort bei Daimler. Quelle: dpa

Hubertus Troska übernimmt das neue China-Ressort bei Daimler.

(Foto: dpa)

Für die großen Premiumautobauer wird China neben USA immer wichtiger, um die Krise in Westeuropa wettzumachen. In der Volksrepublik können sich immer mehr Menschen aus der aufstrebenden Mittelschicht Luxuslimousinen leisten und bescheren den Autobauern dadurch satte Gewinne. Auch Volkswagen hatte unlängst ein eigenes China-Ressort im Konzernvorstand geschaffen und mit Jochem Heizmann besetzt, der zuvor Vorstand für Nutzfahrzeuge war. BMW schickt seinen bisherigen Deutschland-Chef Karsten Engel ins Reich der Mitte. Er ersetzt in Peking den Manager Christoph Stark, der in den Ruhestand geht.

Mercedes kämpft auf dem wichtigen Wachstumsmarkt mit massiven Problemen. Dort sieht die Nobelmarke aus Stuttgart nur die Rücklichter der Rivalen BMW und Audi und fährt auch dem Marktwachstum hinterher. Die Schwaben machen sich in der Volksrepublik mit zwei Vertriebsgesellschaften selbst Konkurrenz. Diese Firmen sollen nun zusammengeführt werden. Der Umbau kostet Zeit - und nach früheren Angaben rund 100 Millionen Euro: Denn Mercedes will seinen Händlern in China finanziell bei der Einführung einer neuen Software unter die Arme greifen und sie für die jüngsten Rabattschlachten entschädigen.

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    Im November verkaufte Mercedes-Benz rund 16.900 Fahrzeuge auf dem weltgrößten Pkw-Markt, minus 6,6 Prozent. Weltweit legten die Verkäufe der Stuttgarter dagegen um 5,7 Prozent auf 120.000 Einheiten zu. Mercedes-Benz will bis 2020 die begehrte Krone als Oberklasse-Marktführer zurückerobern, die ihm BMW schon vor einer Weile weggeschnappt hat. Auch Audi hat Mercedes hinter sich gelassen und mischt im Kampf um die Premiumspitze mit. Bei Pkw schneiden die Stuttgarter im Vergleich zur bayerischen Konkurrenz derzeit schwach ab: Die Konkurrenten bauen ihre Autos profitabler als Mercedes.

    Für mehr Schlagkraft sollen bis 2015 zehn neue Mercedes-Modelle sorgen – deren Entwicklung jedoch viel Geld verschlingt. Daimler hatte deshalb unlängst ein neues Sparprogramm aufgelegt, um seine margenschwache Kernmarke wieder auf Vordermann zu bringen. Nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal waren zuvor die Ergebnisprognose für 2012 um eine Milliarde Euro reduziert und die angepeilten Renditeziele für 2013 gekippt worden.

     
    • rtr
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