Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ausschüttungen an Aktionäre Die Dividende ist sicher – obwohl der Welthandel schwächelt

Wenn es irgendwie geht, halten die Dax-Konzerne ihre Ausschüttungen stabil oder erhöhen sie sogar. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie etwa die Telekom.
25.11.2019 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die meisten Dax-Konzerne schütten selbst dann aus, wenn ihre Gewinne angesichts der schwächeren weltweiten Nachfrage unter Druck geraten. Quelle: Bildquelle/SP
Bullenskulptur vor der Börse in Frankfurt

Die meisten Dax-Konzerne schütten selbst dann aus, wenn ihre Gewinne angesichts der schwächeren weltweiten Nachfrage unter Druck geraten.

(Foto: Bildquelle/SP)

Düsseldorf Der Chemiekonzern BASF steht für einen Trend. Die meisten Dax-Konzerne schütten selbst dann Dividende aus, wenn ihre Gewinne angesichts der schwächeren weltweiten Nachfrage unter Druck geraten.

So hat sich BASF-Chef Martin Brudermüller unter Zugzwang gesetzt. „Wir wollen unsere Dividende pro Aktie jedes Jahr erhöhen“, sagte der Manager, als er die Halbjahreszahlen vorlegte. Zuvor hatte er Anleger mit einer drastischen Gewinnwarnung schockiert: Anstatt eines leichten Wachstums rechnet BASF für das Gesamtjahr mit einem Rückgang des operativen Gewinns um bis zu 30 Prozent.

Brudermüller geht auch im zweiten Halbjahr von einem „anhaltend niedrigen Wachstum“ aus, die von BASF zunächst erwartete Belebung trete nicht ein. Dennoch: Der weltgrößte Chemiehersteller hält bis heute an seiner Politik fest, die Dividende künftig jedes Jahr zu erhöhen. Sie dürfte voraussichtlich auf 3,30 Euro pro Aktie steigen.

Die Dividenden der Dax-Konzerne werden auch 2020 fast auf Rekordhöhe bleiben – trotz Handelsbeschränkungen mit neuen Zöllen, worunter vor allem die vielen exportstarken deutschen Industriekonzerne leiden, und trotz schwächerer Nachfrage aus dem Boomland China.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Gerade in den heutigen Nullzins-Zeiten, in denen Anleger abseits der Börse kaum noch Renditen erwirtschaften können, steigt die Bedeutung der Dividende. Zwar äußern sich die meisten Konzerne erst Anfang nächsten Jahres offiziell zu ihrer Ausschüttung, dann nämlich, wenn sie ihre Ergebnisse für das Schlussquartal vorlegen.

    Aber die Neunmonatsbilanzen, die firmeneigene Dividendenpolitik sowie Aussagen von Dax-Vorständen, die das Handelsblatt ausgewertet hat, lassen schon jetzt belastbare Prognosen zu. Demnach werden die 30 Dax-Konzerne ihren Anlegern im kommenden Frühjahr 37,3 Milliarden Euro überweisen. Das wären 900 Millionen Euro weniger als im Rekordjahr 2019.

    Grafik

    Die Handelsblatt-Auswertung zeigt, dass 18 Unternehmen ihre Ausschüttung sogar erhöhen dürften. So wie die Allianz. Mit 4,1 Milliarden Euro, was knapp zehn Euro pro Aktie entspricht, dürfte der Versicherer mehr als alle andern Dax-Konzerne ausschütten. Die Gewinne steigen trotz weltweit niedriger Zinsen. Finanzvorstand Giulio Terzariol stellte bereits eine höhere Dividende in Aussicht.

    Sie dürfte sogar stärker steigen als der Gewinn, weil durch den vor Kurzem abgeschlossenen Aktienrückkauf die Zahl der Allianz- Papiere weiter zurückgegangen ist. Zwischen Februar 2017 und Juli 2019 haben die Münchener knapp 40 Millionen eigene Aktien im Wert von 7,5 Milliarden Euro zurückgekauft.

    Dadurch kann der Konzern je Aktie mehr Gewinn in Form von Dividenden verteilen. Die Allianz ist seit Jahren der größte Rückkäufer eigener Aktien in Deutschland. Anleger honorieren diese Politik: In den vergangenen fünf Jahren legte die Aktie um 50 Prozent zu. Gemessen am Aktienkurs die höchsten Dividendenrenditen von bis zu fünf Prozent fahren Anleger mit Covestro, Eon, BASF, Allianz und der Lufthansa ein.

    Grafik

    Was auf den ersten Blick attraktiv erscheint, ist oftmals ein Alarmsignal. Die Dividenden, aus denen sich die Renditen errechnen, sind in diesen Fällen nicht immer sicher: Covestro brechen angesichts sinkender Weltmarktpreise für chemische Erzeugnisse die Gewinne weg. Diese leiden bei der Lufthansa unter dem Preiswettbewerb durch Billigflieger.

    Doch vorerst scheint zumindest bei der Lufthansa die Dividende gesichert. Der Konzern plant, künftig 20 bis 40 Prozent seines um einmalige Gewinne und Verluste bereinigten Konzerngewinns auszuschütten. Bislang waren es lediglich zehn bis 25 Prozent des operativen Gewinns (Ebit). Dadurch dürfte die Dividende trotz eines erwarteten Gewinneinbruchs von rund 40 Prozent in diesem Jahr zumindest noch im nächsten Frühjahr konstant bleiben.

    Weil etliche Unternehmen ihre Dividende anheben, obwohl ihre Gewinne in diesem Jahr stagnieren oder sinken, steigt die Ausschüttungsquote auf 42 Prozent. Das ist der Teil vom Reingewinn, den die Unternehmen an ihre Aktionäre weiterreichen. Das langjährige Mittel liegt unter 40 Prozent.

    Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp sagt: „Der Spielraum steigender Ausschüttungsquoten ist damit aber für 2020 bei vielen Unternehmen ausgereizt, sodass sie dann wieder auf Gewinnwachstum angewiesen sind.“

    Telekom kürzt die Dividende
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Ausschüttungen an Aktionäre - Die Dividende ist sicher – obwohl der Welthandel schwächelt
    0 Kommentare zu "Ausschüttungen an Aktionäre: Die Dividende ist sicher – obwohl der Welthandel schwächelt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%