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Autobauer Neuer Konzernchef Makoto Uchida soll Nissan wieder aufbauen

Nissan will sich mit einer neuen Führungsriege aus der Krise befreien. Nicht nur der künftige Konzernchef hat dabei einen bemerkenswerten Hintergrund.
Update: 08.10.2019 - 15:52 Uhr Kommentieren
Der bisher für China und Dongfeng Motor zuständige Manager rückt zum 1. Januar 2020 an die Spitze von Nissan. Quelle: AP
Makoto Uchida

Der bisher für China und Dongfeng Motor zuständige Manager rückt zum 1. Januar 2020 an die Spitze von Nissan.

(Foto: AP)

Tokio Der vom Betrugsskandal um seinen früheren Chef Carlos Ghosn erschütterte japanische Autobauer Nissan hat einen neuen Chef. Der Verwaltungsrat berief den bisher für China und Dongfeng Motor zuständigen Makoto Uchida zum 1. Januar 2020 an die Spitze von Nissan.

In seinem neuen Job muss der 53-jährige Manager mit Theologie-Abschluss den Konzern finanziell und moralisch wieder aufbauen. Immerhin hatte Nissan seit der Verhaftung von Ghosn im November 2018 mit Hiroto Saikawa schon den zweiten Vorstandschef innerhalb eines Jahres verloren. Zugleich macht der Allianzpartner von Renault kaum noch Gewinn.

Wie schwer die Aufgabe wird, macht schon der Rest der Personalbeschlüsse deutlich. Der Verwaltungsrat gab Uchida nicht etwa freie Hand, seine Führungsmannschaft auszuwählen. Stattdessen bestimmte das Gremium einen Manager von Nissans Allianzpartner Mitsubishi Motors, den Inder Ashwani Gupta, zu COO – und den Ingenieur und früheren Dongfeng-Chef Jun Seki zu dessen Vize.

Beide hatten zu den Top-Kandidaten für den Chefposten gezählt. Doch nun sollen sie Uchida mit ihrer Erfahrung unterstützen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Yasushi Kimura, verteidigte die ungewöhnliche Wahl eines Führungstrios am Dienstagabend in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. In der derzeitigen Lage sei starke Führung wichtig. „Aber starke Führung hat zwei Seiten“, sagte er in Anspielung auf Ghosn Alleinherrschaft in der französisch-japanischen Allianz. „Wir dachten, dass eine gemeinsame Führung transparenter ist.“

Außerdem entgegneten die Aufseher der Interpretation, dass die Proporzlösung nur tiefe Risse im Konzern übertünchen solle. „Wir glauben, dass dies die beste Struktur für das Unternehmen ist, die großen Schwierigkeiten zu überwinden,“ erklärte der Vorsitzende des Nominierungskomitees, Masakazu Toyoda.

Nissan muss nicht nur seine finanzielle Schieflage korrigieren, in die der Konzern durch eine mit Rabatten angetriebene Expansionsstrategie in den USA geraten war. Im vergangenen Quartal erwirtschaftete der Autobauer inklusive des profitablen China-Geschäfts gerade noch eine Gewinnmarge von 1,7 Prozent. Für die finanzielle Sanierung hatte Nissan unter Saikawa einen Plan erstellt, der nun weiter umgesetzt werden soll.

Diverses Führungstrio

Auch die Allianz mit Renault muss gekittet werden. Renault wollte diese durch eine Fusion vertiefen. Die Japaner lehnten dies ab, da sie befürchten, bei den bisherigen Eigentumsverhältnissen unter die Räder zu kommen, obwohl Nissan etwa doppelt so groß wie Renault ist. Renault hält als ehemaliger Retter Nissans 43 Prozent an dem Autobauer. Im Gegenzug besitzen die Japaner nur 15 Prozent der Renault-Aktien, die zudem noch ohne Stimmrecht sind.

Nissans Verwaltungsrat versucht nun, die unterschiedlichen Interessen mit seinen neuem Führungstrio versöhnen. Alle drei seien nicht nur weitgereiste globale Bürger mit diversen Erfahrungen, sondern stünden auch für die Allianz und schnelle Entscheidungen, erklärte Toyoda, der Nissans Personalsuche geleitet hat.

Schon der neue Konzernchef Uchida ist kein waschechter Nissan-Mann. Seine Karriere begann er 1991 beim Handelshaus Nissho Iwai, das heute Sojitz heißt. Erst 2003 wechselte er zu Nissan. Danach zog er 2012 sogar für zwei Jahre zu Renault, um dessen südkoreanisches Joint-Venture Renault Samsung zu leiten. 2018 löste er dann seinen neuen Vize-COO Seki als Dongfeng-Chef in China ab.

Gupta kam als Einkäufer über Honda, General Motors und Renault im Jahr 2014 zu Nissans Billigmarke Datsun und leitete seit 2017 das Nutzfahrzeuggeschäft der Allianz. 2019 wurde er dann COO von Mitsubishi. Nur sein Vize Seki ist Nissan-Urgestein, der sich über die USA, Asien und China in die Nissan-Spitze emporgekämpft hat.

Offen ist, was mit dem bisherigen Interimschef Yasuhiro Yamauchi geschehen soll, der im September das Amt kommissarisch von Saikawa übernommen hatte. Bis dahin war Yamauchi Nissans COO. Nun muss ein neuer Posten für ihn gefunden werden.

Mehr: Japan macht seit Jahren vor, was Deutschland gerade entdeckt hat. Mit staatlicher Förderung will das Land Wasserstoff als Klimaretter zum Durchbruch verhelfen.

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