Bali Padda muss gehen Lego tauscht Chef nach nur neun Monaten aus

Neun Monate hielt der Brite Bali Padda an der Spitze von Lego durch – nun übernimmt wieder ein Däne den Chefposten bei der Kultmarke. Gründe nannte Lego nicht – doch das Unternehmen ist 2016 kaum gewachsen.
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Nach nur neun Monaten an der Spitze von Lego muss Bali Padda gehen. Quelle: Reuters
Lego-Köpfe

Nach nur neun Monaten an der Spitze von Lego muss Bali Padda gehen.

(Foto: Reuters)

BillundDer dänische Spielzeugkonzern Lego will nach nur neun Monaten den Vorstandsvorsitzenden auswechseln. Wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab, soll Niels B. Christiansen (51) ab dem 1. Oktober für Bali Padda an die Spitze des Unternehmens rücken.

Der in Indien geborene Brite Padda (61) war der erste ausländische Chef des Familienunternehmens. Er werde nun eine beratende Rolle bei Lego einnehmen, hieß es in einer Mitteilung.

Der neue in Billund: Ex-Danfoss-CEO Christiansen. Quelle: AFP
Niels B. Christiansen

Der neue in Billund: Ex-Danfoss-CEO Christiansen.

(Foto: AFP)

Christiansen war zuvor neun Jahre Chef des dänischen Industrietechnologie-Unternehmens Danfoss. Dort habe er ein traditionelles Industrieunternehmen in einen Technologieführer verwandelt, sagte Jørgen Vig Knudstorp, ehemaliger Lego-Chef und nun Vorsitzender des Aufsichtsgremiums. Er räumte ein, dass der Wechsel im Vorstand früher kam als vorhergesehen, nannte aber keine Gründe.

Der dänische Bauklötzchenhersteller war in letzter Zeit nicht mehr so stark gewachsen wie erwartet. Der Gewinn kletterte 2016 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht von 9,2 auf 9,4 Milliarden Kronen (knapp 1,27 Milliarden Euro). Das war das geringste Wachstum seit 2007. Der bisherige Lego-Chef Padda erklärte das im März gegenüber der Deutschen Presse-Agentur damit, dass das Wachstum der letzten Jahre übernatürlich gewesen sei.

Lego – die Geschichte in Bildern
Lego-Formmaschine
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Diese Bilder geben eine Vorstellung von den Anfängen von Lego: Was hier schon fast wie ein Folterinstrument wirkt, sollte nur dazu dienen, schöne Dinge zu schaffen: Die Lego-Formmaschine von 1947 fertigte die ersten Spielteile mit den charakteristischen Steckknöpfen, einer der entscheidenden Vorteile gegenüber den früheren Holzspielzeugen. Das Unternehmen experimentierte mit verschiedenen Konfigurationen, um die richtige „Haftkraft“ zu finden. Erst 1958 kam der typische bekannte Legostein mit acht Profilen.

Lego-Ente aus den 30er Jahren
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Auch sie bringt Nostalgie mit: Die klassische Ente, ein Lego-Holzspielzeug aus den dreißiger Jahren, nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des Konzerns ein. Als der junge Godtfred seinem Vater damals sagte, dass er bei einer Charge Enten nur zwei Schichten Lack verwendet hatte, um Zeit und Geld zu sparen, gab es gehörigen Ärger, denn was, wenn die Kunden diese Nachlässigkeit bemerken? Also musste der junge Kirk Christiansen nachts in die Fertigung zurückgeschickt, um die dritte Lackschicht aufzutragen. Heute knüpft Lego an die Anekdote die Maxime, die der Konzern für sein Geschäft proklamiert und an den Kunden bringen will: „Det Bedste Er Ikke For Godt“ – „Das Beste ist nicht gut genug“.

Die Lego-Chefs im Porträt
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Familien-Konvent inmitten floraler Power: Das einzige jemals bekannt gewordene Foto, auf dem sich drei Generationen von Lego-Chefs versammelt haben zeigt hier von oben nach unten: Ole Kirk, Gründer der Lego-Dynastie, Godtfred Kirk, der 1958 nach dem Tod seines Vaters Präsident des Lego-Konzerns wurde, und Kjeld Kirk, der ab 1979 Innovation in das Unternehmen brachte.

Lego Town-Set aus den 60ern
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So warb Lego in den 60ern für seine Produkte: Das Town-Set aus den sechziger Jahren solle ein Spielerlebnis bereiten, das „so echt wie die Wirklichkeit“ war, so das Versprechen, das sich mit der Werbekampagne verband.

Klassisk LEGOSpace Cruiser von 1979
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Eine der vielen Innovationen der LEGO Gruppe unter dem jungen Kjeld Kirk Kristiansen war die Einführung von Fantasie-Themen wie Weltraum. Der Space Cruiser aus dem Jahr 1979 war ein großer Erfolg.

Bionicle Figuren
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Sie waren die Vorgänger der Bionicles, mit ihnen begann die Evolution der beliebten Action-Spielfiguren: Die Slizer-Produktreihe erschien 1999. Es waren die ersten zusammenbaubaren Actionfiguren der Spielzeugwelt und wirkten vielleicht auch gerade wegen der vielen einzelnen Komponenten besonders futuristisch, agil und kraftvoll.

Lego Ramses Pyramide
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Die Ramses Pyramide, eines der ersten Sets aus der Lego-Games-Reihe. Mit dieser versuchte das Unternehmen auch die Domäne des klassischen Gesellschaftsspiels mit Spielfiguren und Würfeln zu bedienen. Für die Spiele-Linie gingen die Macher bei Lego äußerst präzise vor: Das Management überprüfte jedes eingereichte Konzept zur Entwicklung streng auf bestimmte Kriterien zu überprüfen. Es sollte möglich „noch nie da gewesen sein“, „eindeutig Lego-Stil“ haben und das Potenzial für einen Milliarden-Umsatz mitbringen – 1 Milliarde dänische Kronen wohlgemerkt, was etwas weniger als 200 Millionen Euro entspricht.

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  • dpa
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