Barbara Ehrenreich Warum positives Denken dumm macht

Positiv denken. Probleme auch mal weglächeln. Kopf oben behalten. Wer kennt all die Ratschläge nicht, mit denen unser Leben besser laufen soll. Alles Quatsch, sagt Barbara Ehrenreich. Die US-Bestsellerautorin beschreibt in ihrem aktuellen Buch „Smile or Die“, warum positives Denken nur der Milliardenindustrie nützt, aber nicht uns.
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Autorin Ehrenreich: "Gigantischer Manipulationsverdacht" Quelle: Ehrenreich Kunstmann Verlag

Autorin Ehrenreich: "Gigantischer Manipulationsverdacht"

DÜSSELDORF. Eckhard von Hirschhausen tut in Deutschland das, was in den USA Volkssport ist: Menschen davon zu überzeugen, dass positives Denken glücklich macht und viele die wesentlichen Probleme löst. Barbara Ehrenreich hält davon gar nichts, wie der Name ihren aktuellen Buches schon erahnen lässt: “Smile or Die. Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt“ ist eine lesenswerte Abrechnung mit der Glücksindustrie.

Ehrenreich ist in Deutschland weit weniger bekannt als in den USA. Dort gehört die Bestseller-Autorin zu den bekanntesten Publizistinnen des Landes. Ihre Essays und Reportagen erscheinen in den wesentlichen US-Medien wie Wall Street Journal und New York Times Magazine. „Smile or Die“ hat den Nachteil, dass es stark aus US-Sicht geschrieben ist und die Ausgangslage in Deutschland eine andere ist. Allerdings gibt es das Grundproblem auch hierzulande und es gibt deutliche Anzeichen, dass sich die Wohlfühlindustrie ausbreitet.

Ehrenreich beginnt mit der Frage, warum die Amerikaner ein so „überdurchschnittlich positives“ Volk sind, aber weit davon entfernt seien, überdurchschnittlich zufrieden zu sein. Die äußere Haltung und die innerliche Realität laufen weit auseinander. Dahinter stecke eine „Ideologie“ namens „Positives Denken“: Im Augenblick ist „alles prima“, zumindest wenn man bereit sei, den Silberstreif am Horizont zu sehen.

Auf den folgenden 250 Seiten nimmt Ehrenreich diese Haltung Stück für Stück auseinander, erforscht ihren Ursprung in der Geschichte und erläutert, wie kommerzialisiert die Ideologie ist. Und welche gigantischen Folgen sie bisher hatte. Laut Ehrenreich sei auch die Finanzkrise entstanden, weil zu viele Menschen zu ideologisch positiv dachten. Es würde schon immer so gut weiterlaufen.

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17 Kommentare zu "Barbara Ehrenreich: Warum positives Denken dumm macht"

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  • Aus dem Marketingbereich kennen wir, dass es auch einen Negativverkaufsprozess gibt. Und nachdem sich ein erheblicher Anteil der Menschen auf negative Ereignisse, Pressemeldungen, buchveröffentlichungen, etc. stürzen, macht Frau Ehrenreich das sehr gut mit ihrem buch. im Artikel wird von PD (Positives Denken)gesprochen. Vermissen tue ich jedoch was PD wirklich ausmacht. ist PD sich nur hinsetzen, ein Kerzchen anzünden, ein paar Räucherstäbchen abfackeln und mit einem entrückten Lächeln das "Hier und Jetzt" verlassen? Wohl kaum, sonst würden wir vermutlich alle auf Wolke sieben schweben. ich vermisse im Artikel, was sich noch alles hinter PD verbirgt. Es wird von einer krebskranken Dame berichtet, die nicht PD (Positives Denken)ausüben wollte. im Gegenteil, sie hat sich dagegen entschieden. Jeder trifft seine Wahl ganz persönlich. Es gibt genügend beispiele von Menschen, die an Krebs erkrankt sind und nach einer -drastischen- Lebensumstellung ihren Krebs sogar vollständig heilen konnten. ich gehe davon aus, dass diese Fakten versehentlich einer Erwähnung wert sind. Was haben diese Menschen im Gegensatz zu der erwähnten Dame positives getan? Mit Sicherheit nicht nur positives Gedankengut geboren, sondern mit großer Sicherheit auch entsprechend gehandelt und Veränderung herbeigeführt. Wir können noch so viele positive Gedanken in die Welt versenden. Wenn wir dabei das Handeln vergessen, oder glauben, es wird schon alles gut, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern wenn die Veränderung nur schwerlich sich einstellt, oder noch lange auf sich warten lässt. Frau Ehrenreich gebührt jeder Respekt. Sie hat mit Sicherheit eine absolut klare -positive Gedanken- Vorstellung davon, wie viele bücher Sie verkaufen möchte und wird. Sie nutzt Negativmarketing, weil Sie weis, das es sich ins positive verdreht. Die hohen Verkaufszahlen und die Presseberichte tun ihren weiteren Teil in diesem positiven Kreislauf um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Und Sie hat im Vorfeld gehandelt, indem Sie ein buch geschrieben hat, einen Verlag dafür gewinnen konnte, die Presse darauf angesprungen ist und wie man/sie unschwer erkennt auch die Leserschaft im Web, einschließlich meiner Person, ein Statement dazu abgibt. ich für meinen Teil kann Frau Ehrenreich nur gratulieren. Viel Erfolg weiterhin!

  • Aus dem Marketingbereich kennen wir, dass es auch einen Negativverkaufsprozess gibt. Und nachdem sich ein erheblicher Anteil der Menschen auf negative Ereignisse, Pressemeldungen, buchveröffentlichungen, etc. stürzen, macht Frau Ehrenreich das sehr gut mit ihrem buch. im Artikel wird von PD (Positives Denken)gesprochen. Vermissen tue ich jedoch was PD wirklich ausmacht. ist PD sich nur hinsetzen, ein Kerzchen anzünden, ein paar Räucherstäbchen abfackeln und mit einem entrückten Lächeln das "Hier und Jetzt" verlassen? Wohl kaum, sonst würden wir vermutlich alle auf Wolke sieben schweben. ich vermisse im Artikel, was sich noch alles hinter PD verbirgt. Es wird von einer krebskranken Dame berichtet, die nicht PD (Positives Denken)ausüben wollte. im Gegenteil, sie hat sich dagegen entschieden. Jeder tifft sein Wahl ganz persönlich. Es gibt genügend beispiele von Menschen, die an Krebs erkrankt sind und nach einer -drastischen- Lebensumstellung ihren Krebs sogar vollständig heilen konnten. ich gehe davon aus, dass diese Fakten versehentlich einer Erwähnung wert sind. Was haben diese Menschen im Gegensatz zu der erwähnten Dame positives getan? Mit Sicherheit nicht nur positives Gedankengut geboren, sondern mit großer Sicherheit auch entsprechend gehandelt und Veränderung herbeigeführt. Wir können noch so viele positive Gedanken in die Welt versenden. Wenn wir dabei das Handeln vergessen, oder glauben, es wird schon alles gut, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern wenn die Veränderung nur schwerlich sich einstellt, oder noch lange auf sich warten lässt. Frau Ehrenreich gebührt jeder Respekt. Sie hat mit Sicherheit eine absolut klare -positive Gedanken- Vorstellung davon, wie viele bücher Sie verkaufen möchte und wird. Sie nutzt Negativmarketing, weil Sie weis, das es sich ins positive verdreht. Die hohen Verkaufszahlen und die Presseberichte tun ihren weiteren Teil in diesem positiven Kreislauf um die Verkaufszahlen zu erhöhen. Und Sie hat im Vorfeld gehandelt, indem Sie ein buch geschrieben hat, einen Verlag dafür gewinnen konnte, die Presse daruf angesprungen ist und wie man/sie unschwer erkennt auch die Leserschaft im Web, einschließlich meiner Person, ein Statement dazu abgibt. ich für meinen Teil kann Frau Ehrenreich nur gratulieren. Viel Erfolg weiterhin!

  • Ein reißerischer Titel, eine provokante These und eine Definition von "Positivem Denken", die sich gut für die eigenen Zwecke nutzen lässt und schon kann es losgehen.

    Doch einmal ganz ehrlich, wer es schon einmal mit dem im buch beschriebenen "Positiven Denken" versucht hat, dass sich z.b. sein Rasen von selbst mäht oder der Abwasch von selbst erledigt, der weiß wie wenig erfolgversprechend diese spezielle Form des "Positiven Denkens" ist. Jegliches Schönreden und unrealistische Wunschdenken, insbesondere ohne eigenes aktives Zutun (= den Preis für die gewünschte Veränderung nicht bezahlen wollen), hat nichts mit dem "wirklichen positiven Denken zu tun".

    Positives Denken ist aus meiner Sicht eine innere Grundhaltung und ehrliche Überzeugung die eine vorrangige Konzentration auf mögliche Lösungen anstatt auf Probleme beinhaltet.

    Gleichzeitig hat wirkliches "Positives Denken" aus meiner Erfahrung sehr viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Warum? Weil dem positiven Denken positives TUN folgen muss, um eine Wirkung zu verursachen. Und die meisten Menschen tun nur dann etwas, wenn sie von ihrer eigenen Selbstwirksamkeit überzeugt sind. Sie trauen sich etwas Konkretes zu. Wenn sich die geplanten Vorhaben erfolgreich in die Realität umsetzen lassen, dann erhalten die Menschen Selbstbestätigung, Selbstvertrauen und die Erfahrung "Lösungsorientieres Positives Denken und Handeln" lohnt sich.

    Wer sich hierbei an Fähigkeiten, Wissen und Durchhaltevermögen überschätzt, der erleidet Misserfolge. Da nutzt das intensivste "Positive Denken" nichts, da hilft wirklich nur ein gesundes Selbstbewusstsein (= Stärken erkennen und gezielt nutzen/ Schwächen ehrlich anerkennen und auch dazu stehen).

    Durch das wirkliche "Positive Denken" (Für-möglich-halten), verbunden mit fachlichem Wissen sowie Experimentierfreude und viel viel Ausdauer wurden früher Dampfmaschinen, Glühbirnen und Flugzeuge erfunden.

    Heute gibt es Menschen, die denken bücher schreiben zu müssen und überzeugt sind damit Erfolg zu haben. irritierend ist für mich hierbei jedoch, wenn sie genau die Grundhaltung, die sie zu diesem Tun angetrieben hat, in ihrem buch als unwirksam beschreiben. Naja vielleicht es es wirklich eine Definitionssache, was man unter "Positiven Denken" verstehen möchte - und außerdem muss ich nicht alles verstehen ;-).

    in diesem Sinne: ihnen allen viel Erfolg

  • Wie schreibt man einen bestseller?
    Man nehme einen beliebigen Trend, schildere ausführlich die Gefahren, wenn man diesen Trend maßlos übertreibt, bringe zufällig ausgewählte beispiele von Menschen, denen das übel geschadet hat ...

    Mein Gott, die ARgumentation von Frau Ehrenreich ist doch genauso platt wie das, was sie zu kritisieren will. Auch von Hirschhausen predigt keinen naiven "Fühl-Dich-Wohl- Optimismus." Allerdings betont er die Macht von Einstellungen.

    Doch das buch empfiehlt ja genauso eine Einstellung. Nämlich die "Man solle „heraustreten und die Dinge so sehen, wie sie sind“. Ja, wunderbar, das ist ja ganz einfach, die Realität erkennen, so wie sie ist. Noch nichts von Wahrnehmung, interpretation, Konstruktivismus, Watzlawick gehört?

    Übrigens: ich bin Diplom-Psychologe und Trainer und kenne mich deshalb etwas aus. Aber Ehrenreich weiß: "Auch die Psychologie habe sich davon verabschiedet, sich von der populären Version des positiven Denkens zu distanzieren."

    Wie gut, dass eine US-Autorin uns jetzt auf den rechten Pfad der Erkenntnis führt. Sie sollte selbst eine Kirche gründen: "Die Realitäts-Erkenner".

  • ich kenne das buch noch nicht. Auf jeden Fall scheint das Ziel der Autorin erreicht worden zu sein und die Auflage verklauft sich gut. Egal welche begriffe man benutzt. M.E. hilft einfach der gesunde Menschenverstand. Die Welt ist so, wie man sie sieht. ich kenne keine erfolgreichen Menschen, die überall nur Probleme sehen und eine negative Einstellung haben. Aber vielleicht ist das auch wieder eine gute Marketingmaßnahme aus den USA? Alles wieder andersrum ausziehen. Danach kommen die Trainer, die wieder Kurse anbieten in bad thinking oder so ähnlich ....

  • Wie so oft auch hier eine Definitionssache. Trotzdem, es werden zwei Sachgebiete unvollständig miteinander vermengt. Neben dem negativen und positiven Denken vermisse ich das realistische Denken. Außerdem sollte es normalerweise nicht nur beim Denken bleiben. Daher sehe ich noch den bereich "Handeln". Also z.b. geschehensorientiert denken und reagieren = handeln, wobei Gegenwart und Vergangenheit hier den Schwerpunkt bilden. Oder lösungsorientiert denken und reagieren = handeln, wobei dann die Zukunft ins Spiel kommt. Die Punkte Gegenwartsorientierung und Zukunftsorientierung liegen übrigens schon ewig im Streit miteinander...

  • Was für ein bullshit (um mal in den USA zu bleiben).
    Positives Denken heißt doch nicht, Probleme zu ignorieren und mit dunkelrosa getönter brille durch die Welt zu laufen und ein Dauerlächeln zu konservieren.
    Positives Denken heißt doch lediglich, eine Aufgabe, ein Problem oder was auch immer mit der Einstellung anzugehen, dass man die Aufgabe bewältigen wird, das Problem lösen wird oder was auch immer.
    Wer an was rangeht in dem Glauben, dass das eh nichts wird, der braucht gar nicht erst anzufangen.
    Die Autorin verdient mit der Dummheit der Leute Geld - sonst nichts.
    Positives Denken mit Nichtstun gleichzusetzen ist dumm.
    Positives Denken ist auch, nach dem Scheitern mal nachzusehen, worans denn letztendlich wirklich gelegen hat.
    Aber ok, dazu sind die wenigsten Menschen fähig.

  • Und wo ist das positive denken am meisten ausgeprägt ?
    Dort drüben über dem großen Teich ?
    Probleme einfach ignorieren und munter drauf los kaufen. Das hat und dahin gebarcht wo wir gerade sind. Hätten unsere Vorfahren nicht ständig Probleme gesehen und diese gelöst, gäbe es keine Flugzeuge, keine Eisenbahn und keine Autos.
    Widersprüche waren und sind unsere Treibkräfte.
    Dieses ständige SMiLE ging mir seit jeher auf den Sa....
    Vielleicht ist der Artikel ein Startsignal für die reale Einschätzung der Gegenwart.

  • PESiMiST:
    Dieser miese Chef wird mir für meinen Vorschlag sowieso bloss wieder eine reinwürgen
    - also bleibe ich besser still
    REALiST:
    Meine bisherige Erfahrungen bestätigen das und alle raten mir dazu
    - da bleibst Du besser wiedermal still
    OPTiMiST:
    versucht es nochmal und dieser Chef sagt: "ach ja diese Geschichte, kommen Sie mal rein, das will ich mit ihnen besprechen"

    ist mir so passiert.

    Wer von den drei Genannten hat es richtig gemacht ?

    Positivismus ist nur Unsinn ? Oft aber nicht immer...

    Eine miese Situation wegzulächeln ist natürlich Lüge.

    Sie aber in einem ruhigen Moment abzuklären und darin
    noch Chancen zu suchen ist weiterhin GOLD wert.

    Zu unterscheiden zwischen der Positiv-Denken Schaum-
    schlägerei und der Untersuchung evtl. nicht so ganz sichtbarer Möglichkeiten ist legitim und eröffnet oft
    ganz neue Horizonte.

    Viel Glück dabei



  • War fällig - allein aus rein statistischen Gründen. Es finden sich immer eingängige beispiele für alles, was der Autor grad so sagen möchte. Am Ende ist allein maßgeblich, was dem individuum tatsächlich hilft.

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