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Bauwirtschaft Deripaska zieht sich bei der Strabag zurück

Der russische Milliardär Oleg Deripaska reagiert auf seine finanzielle Talfahrt und trennt sich von seinen Anteilen am deutsch-österreichischen Baukonzern Strabag. Raiffeisen und Strabag sehen in der Entscheidung jedoch noch keinen endgültigen Rückzug des Milliardärs bei der Strabag.
  • Stefan Menzel und Thomas Wiede
Oleg Deripaska steckt in finanziellen Nöten. Quelle: Reuters

Oleg Deripaska steckt in finanziellen Nöten.

(Foto: Reuters)

WIEN/MOSKAU. Der russische Milliardär Oleg Deripaska steigt nach zwei Jahren beim deutsch-österreichischen Baukonzern Strabag wieder aus. Sein 25-Prozent-Paket übernehmen zu gleichen Teilen Strabag-Unternehmenschef Hans-Peter Haselsteiner und die österreichische Raiffeisen-Gruppe. Beide sind schon jetzt mit jeweils 25 Prozent an der Strabag beteiligt, das letzte freie Viertel der Aktien wird an der Börse als Streubesitz gehandelt.

Über einen Ausstieg Deripaskas bei der Strabag war schon seit Jahresbeginn spekuliert worden. Der russische Milliardär steckt in extremen finanziellen Nöten. Deshalb hatte er bereits im vergangenen Jahr seine Anteile am kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer Magna wieder abgeben müssen. Die Strabag-Anteile hatte der Russe über Kredite finanziert, die er jetzt nicht mehr bedienen kann. Nach unbestätigten Berichten hatte Deripaska ungefähr 500 Millionen Euro für den Erwerb der Strabag-Anteile aufgenommen. Deripaska verhandelt aktuell mit Banken über eine Umschuldung für seinen Aluminium-Konzern Rusal, der mit 15 Milliarden US-Dollar in der Kreide steht.

Raiffeisen und Strabag sehen in der Entscheidung noch keinen endgültigen Rückzug des russischen Milliardärs bei der Strabag. Deripaska behalte symbolisch eine Aktie des Baukonzerns, um seine Bindung an das Unternehmen zu demonstrieren. Die beiden österreichischen Partner räumen dem Russen außerdem das Sonderrecht ein, seine 25 Prozent an der Strabag zum Jahresende doch wieder zurückzukaufen, sollte sich seine finanzielle Situation wieder entscheidend verbessert haben.

"Wir wollen damit zeigen, dass wir auch zu einem Partner stehen, wenn er in gewissen Schwierigkeiten ist", sagte am Montag Erwin Hameseder, Chef der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien. Die Österreicher wollen die Verbindung zu Deripaska nicht kappen, weil er möglicherweise weitere Aufträge aus Russland sichern kann.

Basic Element, Deripaskas Holding-Gesellschaft in Moskau, bestätigte gestern das Geschäft mit einer dünnen Pressemitteilung. Man bleibe ein wichtiger strategischer Partner der Strabag. Auch neue Prestige-Projekte wie die Erweiterung des Flughafens in der russischen Olympiastadt Sotschi seien nicht betroffen, hieß es in Unternehmenskreisen.

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