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Bert Habets

„Wir wollen unser Video-on-Demand-Angebot TV Now deutlich ausbauen.“

(Foto: Adformatie)

Bert Habets So will der RTL-Chef Netflix und Amazon herausfordern

RTL-CEO Bert Habets muss eine Antwort auf Netflix und Amazon finden. Das wird den Fernsehkonzern einiges kosten.
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DüsseldorfEs liegt nicht in seiner Natur, zögerlich zu sein. Bert Habets, seit Anfang dieses Jahres alleiniger Chef des Luxemburger Fernsehkonzerns RTL Group, gibt sich kämpferisch. „In unseren Stammmärkten werden wir Netflix und Co. Paroli bieten“, sagte der 47-Jährige dem Handelsblatt.

Der Medienkonzern, der fast die Hälfte seines Umsatzes mit Werbeeinnahmen aus dem Fernsehgeschäft erzielt, muss eine Antwort finden auf die Herausforderung der neuen Medienzeit, die da heißt: Zuschauer entscheiden selbst, welche Filme und Serien sie zu welchem Zeitpunkt schauen. Habets setzt deshalb auf Streamingdienste: „Wir wollen unser Video-on-Demand-Angebot TV Now deutlich ausbauen.“

Der Niederländer hat Erfahrung mit dem Aufbau von Streamingdiensten. In seinem Heimatland hat der eloquente Manager Videoland aufgebaut, ein Video-on-Demand-Dienst, dessen Abonnentenzahl stark wächst und derzeit mit der werbefinanzierten Plattform RTL XL fusioniert wird.

Das Zukunftsmodell in Deutschland soll ebenfalls ein Hybrid sein: Ein werbefinanziertes kostenfreies Angebot wird flankiert von einem Abo-Modell. Ein kostspieliges Unterfangen: Die Investitionen für den Ausbau des Video-on-Demands-Angebots lägen in den nächsten Jahren deutlich über 100 Millionen Euro, sagte Habets. Geld, das in zusätzliche Inhalteproduktion fließt. Der TV-Manager ist überzeugt: Er wird sein Publikum vor allem mit exklusiven lokalen Inhalten erreichen.

Die RTL Group steht finanziell gut da, wie sich am Mittwoch bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen 2018 erneut zeigte: Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf drei Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 638 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet Habets mit einem Umsatzwachstum zwischen 2,5 und fünf Prozent. Vor allem das Digitalgeschäft ist ein starker Wachstumstreiber. Die RTL Group ist die ertragsstärkste Tochter des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann. Im ersten Halbjahr lag die Umsatzrendite bei 20,9 Prozent, das ist deutlich mehr, als andere Bertelsmann-Töchter wie Penguin Random House oder Gruner + Jahr erzielen. Am Donnerstag veröffentlicht auch Bertelsmann seine detaillierten Halbjahreszahlen.

Habets hat fast sein gesamtes Berufsleben bei RTL verbracht. Er startete 1999 in der Zentrale in Luxemburg, wechselte 2001 in die Niederlande, wo er dann 2008 auf den Chefposten von RTL Niederlande rückte. 2017 wurde er neben Guillaume de Posch Co-Chef des Unternehmens und löste damit die langjährige RTL-Chefin Anke Schäferkordt ab. Die Medienmanagerin verantwortet seither die Mediengruppe RTL Deutschland und sitzt außerdem weiterhin im Vorstand von Bertelsmann.

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