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Beurteilung von Frauenförderprogrammen fallen sehr unterschiedlich aus Wir tun mal so, als hätten Sie Kinder

Eine Exklusiv-Studie offenbart massive Kommunikationsprobleme in Banken: Personaler planen an den Karrierefrauen vorbei.
  • Vin Bettina Hagen, Handelsblatt
Je höher die Hierarchieebene, desto seltener sind dort nach wie vor Frauen zu finden. Foto: dpa

Je höher die Hierarchieebene, desto seltener sind dort nach wie vor Frauen zu finden. Foto: dpa

Shootingstar Christine Licci wurde prompt zur Vorzeigefrau der Finanzwelt. Die Vorstandvorsitzende der Citibank und Chefin von 5 600 Mitarbeitern kam allen recht: sie ist eine Ausnahme. Ob ihr bei einer deutschen Bank dieselbe Karriere gelungen wäre, steht hingegen auf einem anderen Blatt, obwohl gerade in Banken überproportional viele Frauen arbeiten.

Deshalb haben jetzt Marion Festing, Professorin, und Christine Hansmeyer – beide vom Lehrstuhl für Personalmanagement und Interkulturelle Führung an der privaten europäischen Wirtschaftshochschule ESCP-EAP in Berlin – die Karrierehindernisse bei Frauen in der Bankwirtschaft analysiert. 59 Personalverantwortliche und 161 weibliche Führungskräfte haben die Berlinerinnen bundesweit befragt.

Das Ergebnis ist auf den ersten Blick wenig überraschend. Je höher die Managementebene, desto geringer der Anteil weiblicher Mitarbeiter. Genauer: Im oberen Management sind durchschnittlich drei Prozent der Positionen mit Frauen besetzt, im mittleren Management 13 Prozent, im unteren immerhin doch 26 Prozent. Warum? Das häufigste Karrierehindernis aus Sicht der befragten Personalverantwortlichen: Die Familienpflichten der Frauen und die damit verbundene eingeschränkte zeitliche Verfügbarkeit. Im Klartext: Sie haben keine Zeit für Überstunden. Das klingt logisch, ist aber grottenfalsch: Sind doch nach der ESCP-EAP-Studie 77 Prozent der befragten weiblichen Führungskräfte kinderlos. „Trotzdem werden sie von ihren eigenen Personalabteilungen als potenzielle Mütter eingestuft“, erläutert Festing. In völliger Ignoranz der Realität. Täter sind unter den Personalern übrigens Männer wie Frauen.

Konsequenterweise setzen auch die kinderlosen Frauen die unterstellten Familienpflichten auf Platz eins der Karrierehemmer, gefolgt von Zweifeln an der eigenen Ausbildung und mangelndem Selbstvertrauen.

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