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Bilanz der Dax-Konzerne 2018 Für die deutschen Top-Konzerne wird es immer schwerer, Wachstum zu erzielen

Deutschlands Großkonzerne sind fulminant in das Geschäftsjahr 2018 gestartet. Doch dann zehrte die schwache Weltwirtschaft immer mehr an den Gewinnen.
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Dax-Konzerne: Es wird immer schwerer, Wachstum zu erzielen Quelle: Reuters
Volkswagen

Trotz Abgasskandal, Vertrauenskrise und hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben verdienen die großen deutschen Autobauer immer noch prächtig.

(Foto: Reuters)

Die Fakten:
Mit einem Nettogewinn von zusammengerechnet 86,9 Milliarden Euro haben die 30 Dax-Konzerne im abgelaufenen Geschäftsjahr neun Prozent weniger als im Jahr davor verdient. Damit aber fuhren sie nach Handelsblatt-Berechnungen ihr zweitbestes Ergebnis in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein. Noch besser waren sie nur 2017, als die Unternehmen 95,5 Milliarden Euro unter dem Strich verdient hatten.

Der Blick ins Detail sieht allerdings weniger gut aus: Weil die Umsätze mit 1,19 Billionen Euro gegenüber dem Rekordvorjahr noch einmal um zwei Prozent stiegen, verringerte sich die wichtige Nettorendite von durchschnittlich 7,3 auf nur noch 6,2 Prozent. Das ist im internationalen Maßstab wenig, wo bei den Großkonzernen zweistellige Renditen üblich sind.

Auffällig:
Trotz Abgasskandal, Vertrauenskrise und hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben verdienen die großen deutschen Autobauer immer noch prächtig. BMW, Daimler und VW kamen 2018 zusammengerechnet auf einen Nettogewinn von 26,5 Milliarden Euro.

Diese Drei stehen damit für fast ein Drittel der Gesamtgewinne unter allen 30 Konzernen in der ersten deutschen Börsenliga. Am meisten verdiente der Volkswagen-Konzern mit 12,1 Milliarden Euro. Das waren sechs Prozent mehr als im starken Vorjahr.

Der Trend:
Weil sich die Weltwirtschaft im Jahresverlauf 2018 immer weiter abschwächte, die Weltmarktpreise fielen und gleichzeitig viele Rohstoffe wie Öl immer teurer wurden, wirtschafteten die vielen exportstarken deutschen Unternehmen immer weniger rentabel. Im vierten Quartal stiegen zwar die Umsätze noch einmal um fast drei Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach hingegen um fast 30 Prozent ein.

Grafik

Das heißt übersetzt: Mehr Masse, aber immer weniger Klasse. „Der Wind hat sich gedreht, es wird immer schwieriger, Wachstum zu erzielen“, beobachtet Hubert Barth, Deutschlandchef der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY. Die starke Konjunktur vor allem in Amerika und Asien, aber auch in Deutschland, die den Unternehmen seit inzwischen zehn Jahren zu fast kontinuierlich steigenden Umsätzen und Gewinnen verholfen hat, „arbeitet nun eher gegen die deutschen Top-Konzerne“, so Barth.

Die Gründe:
In China schwächt sich das Wachstum ab, in den USA lässt der durch Steuergeschenke ausgelöste Boom nach, in Europa lähmt der Brexit Politik und Wirtschaft. Immerhin, die sich eintrübende Konjunktur hindert die Unternehmen nicht daran, in Innovationen und ihre Mitarbeiter zu investieren: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen nach EY-Berechnungen 2018 um zehn Prozent auf knapp 50 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte um drei Prozent auf fast vier Millionen.

Größter Arbeitgeber ist Volkswagen mit 636.156 Beschäftigten zum Jahreswechsel, gefolgt von der Post mit 499.018. Insgesamt haben die Dax-Konzerne innerhalb eines Jahres weltweit mehr als 100.000 zusätzliche Stellen geschaffen.

Impulse kamen zuletzt vor allem noch aus Fernost. In Asien steigerten die Dax-Konzerne ihre Umsätze um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Europa nur um ein Prozent. 2017 hatten sich die Europa-Umsätze noch um sechs Prozent sehr viel stärker erhöht. Davon ist 2018 nicht viel geblieben, und 2019 verspricht bislang keine Besserung.

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