Bilanzierung Dax-Konzerne kalkulieren zu hoch

Das Beratungsunternehmen Mercer lobt die anstehenden Bilanzierungsänderungen für Pensionsvermögen. Zugleich rechnet es mit einem moderaten Anstieg der Pensionslasten.
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Ordner stapeln sich in einem Schrank. Quelle: ap

Ordner stapeln sich in einem Schrank.

(Foto: ap)

Düsseldorf/FrankfurtLange Zeit haben viele Unternehmen an einer fragwürdigen Bilanzierungsvorschrift gut verdient. Danach durften sie Gewinne aus ihren Pensionsvermögen verbuchen, die sie tatsächlich gar nicht erzielt hatten. Damit macht das Londoner Bilanzgremium IASB jetzt Schluss. Eine neue Regel soll die Scheingewinne künftig verhindern. "Durch die Rechnungslegung wird künftig kein Anreiz mehr geschaffen, das Planvermögen riskanter anzulegen", erklärt Thomas Hagemann, Chefaktuar beim Beratungshaus Mercer.

Dabei geht es mitunter um Beträge in Milliardenhöhe. Denn als Teil der Vergütung locken Konzerne Mitarbeiter mit dem Versprechen einer guten Betriebsrente. Zur Deckung dieser Verpflichtungen bauen sie ein sogenanntes Planvermögen auf. Das für die künftigen Pensionäre bestimmte Geld legen die Firmen vor allem in Anleihen, Aktien und Immobilien an. Allein die 30 Dax-Konzerne hatten im Jahr 2010 für ihre Mitarbeiter über 164 Milliarden Euro zurückgelegt.

Laut den aktuellen Bilanzierungsregeln dürfen die Unternehmen den Ertrag, den sie entsprechend ihrer Anlagestrategie aus dem Planvermögen erwarten, am Anfang jedes Geschäftsjahrs in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchen. Meist rechnen die Firmen anfangs mit einem ordentlichen Gewinn.

Mercer schätzt aber, dass das Planvermögen der Dax-Konzerne 2011 vor allem durch Kursverluste bei Aktien tatsächlich um gut ein Prozent und damit um knapp zwei Milliarden Euro geschrumpft ist.

Die Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Ertrag verrechnen die meisten Unternehmen direkt im Eigenkapital. Der ausgewiesene Gewinn ist dadurch oft zu hoch.

Ab 2012 ändern sich Bilanzregeln
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1 Kommentar zu "Bilanzierung: Dax-Konzerne kalkulieren zu hoch"

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  • Wieder einmal wird an den Rücklagen der über Jahrzehnte hinaus gestrauchelten Arbeitssklaven eingespart. Umverteilung von unten nach OBEN!! Die Vorschriften werden einfach nivelliert, gestrichen. Und damit mehr als existenzdeckende Betriebsrenten jahrzehntelang tätiger Arbeitnehmer. Es ist ähnlich wie seinerzeit 1933 mit den angesammelten Rentensprüchen des Proletariats: seinerzeit für die Finanzierung der Kriegswaffen eingesetzt werden derartige Polster nun einfach gegenstandslos gestrichen.
    Wann endlich marschieren die Proteste auf die Straßen?? Muss dazu H4 auch komplett verschwinden??

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