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Bilanzierung Konzerne gründen Werteallianz

Ein Verein unter Beteiligung von BASF und Bosch will den Wert der Wirtschaft für die Gesellschaft besser darstellen. Ziel ist ein neuer Standard.
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„Es geht darum, den Blickwinkel auf die Unternehmensleistung zu erweitern.“ Quelle: BASF
BASF-Vorständin Saori Dubourg

„Es geht darum, den Blickwinkel auf die Unternehmensleistung zu erweitern.“

(Foto: BASF)

Düsseldorf Acht internationale Konzerne wollen gemeinsam ein Modell entwickeln, um Wertbeiträge von Unternehmen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft einheitlich zu messen und darzustellen. Dazu haben unter anderem BASF, Deutsche Bank, Bosch, Novartis, Lafarge, SAP, Philip Morris, Wirtschaftsprüfer und weitere Organisationen einen Verein gegründet, der am Montag seine Arbeit in Frankfurt aufgenommen hat.

Ziel dieser „value balancing alliance e. V.“ ist es, langfristig Bilanzierungsstandards mit Standardsetzern für die Rechnungslegung wie das International Accounting Standards Board (IASB) zu vereinbaren. Damit tritt die Diskussion um die bilanzielle Berücksichtigung von positiven wie negativen Wertbeiträgen der Unternehmen für die Gesellschaft in eine neue, konkrete Phase.

„Es geht darum, den Blickwinkel auf die Unternehmensleistung zu erweitern“, sagte Saori Dubourg, Vorstandsmitglied der BASF. „Mit einem ganzheitlichen Werteverständnis möchten wir in der Bilanzierung umfassend die Auswirkungen auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft berücksichtigen.“ Der Ludwigshafener Chemiekonzern stellt auch den CEO des Vereins, Christian Heller. Heller war zuvor als Senior Manager in der Einheit Sustainability Strategy von BASF für den Aufbau von „Value-to-Society“ verantwortlich.

Ein Beispiel für die gesuchten Standards ist das Thema Humankapital. Welchen Wert haben Ausbildung und Fortbildungsmaßnahmen? Ein Ansatz könnte es sein, die mit einer Qualifizierung verbundene bessere Bezahlung und letztlich auch steigende Kaufkraft des Mitarbeiters zu messen. Das allerdings hätte weitreichende Folgen für die Gesamtbilanzierung eines Unternehmens. „Bislang“, sagt Heller, „werden Beschäftigte als Kostenfaktoren bilanziert. In unserem Modell werden sie zu Wertetreibern.“

Ein anderes Beispiel sind die derzeit heiß diskutierten CO2-Emissionen. Bislang werden diese Umweltbelastungen in Tonnen beziffert und vielleicht noch Veränderungen gegen vorangegangene Geschäftsjahre bilanziert. Im Value-Balancing-Ansatz werden die durch CO2-Emissionen verursachten sozialen Kosten gemessen, etwa die finanziellen Folgen zunehmender Unwetter.

Ziel ist die Vergleichbarkeit

Viele Unternehmen arbeiten seit Jahren daran, neben betriebswirtschaftlichen Kennziffern auch gesellschaftliche Kriterien in die Bilanzierung aufzunehmen. Die Unternehmen sind bislang allenfalls verpflichtet, ihre CSR-Aktivitäten im Geschäftsbericht darzulegen. Freiwillig werden von vielen auch Nachhaltigkeitsberichte präsentiert oder die Umweltaktivitäten dargelegt. Das erfolgt allerdings nicht nach einheitlichen Standards. Auch ökonomisch relevante Kennziffern sind eher selten. Die meisten Unternehmen entwickelten individuelle, mit anderen Firmen nicht vergleichbare Kennziffern.

In einem ersten Schritt will die neu gegründete, industrieübergreifende Allianz deshalb Vergleichbarkeit durch eine Einigung auf Standards herstellen. Dafür haben sich die Akteure drei Jahre Zeit gegeben, berichtet Heller. In einem weiteren Schritt wird es darum gehen, die Akzeptanz solcher Kennziffern auf breiter Ebene zu erreichen.

Erreicht werden könnte das durch eine Zusammenarbeit mit Bilanzierungsinstitutionen. Denn erst wenn ein IASB, nach dessen Rechnungslegungsstandard IFRS die meisten Unternehmen in Deutschland bilanzieren, Standards für gesellschaftliche Wertschöpfung akzeptiert, werden diese Kennziffern auch international Anwendung finden.

Vorläufer des neuen Vereins „value balancing alliance“ ist ein runder Tisch mit Vertretern von etwa 30 Unternehmen. Diese Runde tagt seit 2015 und sucht Wege, um gesellschaftliche Wertbeiträge beziffern zu können.

Mehr: Der Bilanzierungsstandard IFRS 17 für Versicherer wird erneut aufgeschoben. Betroffen sind die ganz großen Namen wie Allianz, Munich Re oder Talanx.

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