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Bilfinger Berger Roland Koch - König der internationalen Baustellen

Nach vier Monaten Einarbeitung übernimmt Ex-Ministerpräsident Roland Koch die Führung beim Baukonzern Bilfinger Berger – mit brisanten Baustellen in Köln und Nigeria. Nun muss Koch Kurs halten und den Aktienkurs pushen.
  • Harald Schumacher
01.07.2011 - 12:17 Uhr Kommentieren
Roland Koch muss als Bilfinger-Chef Kurs halten . Quelle: dpa

Roland Koch muss als Bilfinger-Chef Kurs halten .

(Foto: dpa)

Mannheim Am 1. Juli übernimmt Koch bei Bilfinger Berger das Ruder – ein Job mit 1,5 Millionen Euro Jahresgehalt und ein ziemlich einmaliges Experiment in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Denn der Mann hat noch nie ein Unternehmen geführt.

Roland Koch, 53, bis vor einem Jahr Ministerpräsident in Hessen und stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender, ist nicht der erste Spitzenpolitiker, der in die Wirtschaft wechselt. Ex-Kanzler Schröder und  Ex-Außenminister Joschka Fischer etwa sind in der Öl- und Energiewirtschaft tätig. Allerdings wirken sie ausschließlich beratend, im Chefsessel sitzt keiner von beiden.

Doch Koch tritt eine komfortable Situation an. Mit gut acht Milliarden Euro Jahresumsatz gilt Bilfinger Berger als Deutschlands größter selbstständiger Baukonzern. Für Koch heißt es daher in erster Linie Kurs halten. Die Weichen hat Vorgänger Herbert Bodner noch bis zuletzt gestellt. Er hat den australischen Baukonzerns Valamus verkauft, ist aus dem US-Baugeschäft ausgestiegen und hat den Anteil am nigerianischen Bau-Marktführer Julius Berger reduziert.  Koch übernimmt das Steuer mit rund eine Milliarde Euro in der Kriegskasse, die er nur noch sinnvoll in Akquisitionen investieren muss.

Zugleich hinterlässt Bodner zwei brisante Baustellen: Zum einen den immer noch nicht geklärten Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Selbst wenn die Versicherungen für alle Schäden eintreten würden, die Bilfinger womöglich zu verantworten hat, lastet der ungeklärte Fall auf dem Unternehmen und trübt das Image. Risiko Nummer zwei sind mutmaßliche Korruptionsgeschäfte der nigerianischen Bilfinger-Tochter Julius Berger. Fahnder des US-Justizministeriums und die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermitteln in dem Fall.

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