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Boris Becker über seinen Weg zur Unsterblichkeit Wie Wimbledon mein Wohnzimmer wurde

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Und ich denke gar nicht daran, wieder die Schulbank zu drücken, sondern gebe vom Hotelzimmer aus meine ersten Interviews. „Ich komme wieder zurück, ihr werdet schon sehen“, sage ich. Das ist ganz schön mutig für einen 16-Jährigen.

Ich komme zurück, ein Jahr später, 1985. Und auf Grund meiner Vorgeschichte wissen Tennis-Insider, dass der Becker einer ist, der vielleicht was werden kann. Ich habe mich in der Weltrangliste bis auf Platz 20 hochgearbeitet und gerade das Rasenturnier in Queens gewonnen. Mein Selbstvertrauen ist auf einem Allzeithoch. Ich denke, es muss erst mal einer kommen, der das besser macht als du. Es wäre allerdings gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich an den Sieg glaube.

Auf dem Weg ins Finale vor zwanzig Jahren gibt es mehrere entscheidende Situationen für mich: In der dritten Runde gewinne ich eigentlich nur mit Glück in fünf Sätzen gegen Joakim Nyström.

Da werde ich plötzlich sehr demütig, das knappe Match holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Knochen tun weh, Nyström hat mir einen Dämpfer verpasst.

Im Achtelfinale gegen Tim Mayotte knicke ich mit dem gleichen Fuß wie im Vorjahr um und denke schon: „Alles ist aus.“ Ich schleppe mich sogar ans Netz, um Mayotte zum Sieg zu gratulieren, weil der Arzt nicht gleich kommt.

Zum Glück steht Tim so weit vom Netz weg, dass ich ihm die Hand nicht reichen kann. Da kommt der Arzt Bill Norris doch noch. Am Ende ist Mayotte so aus dem Tritt, dass er kein Spiel mehr gewinnt.

Danach ist mir klar, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Im Viertelfinale schlage ich Henri Le-conte glatt in vier Sätzen, im Halbfinale Anders Jarryd nach einer Re-genpause wieder knapp.

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