Chefaufseher legt Amt nieder Franz Markus Haniel zieht sich bei Metro zurück

Der Familienkonzern Haniel hat seine Beteiligung an Metro immer weiter verkleinert. Jetzt legt Familienoberhaupt Franz Markus Haniel den Aufsichtsratsvorsitz nieder. Sein Nachfolger kommt von einem Schokoladenhersteller.
Update: 04.08.2015 - 17:43 Uhr Kommentieren
Der Aufsichtsratschef der Metro zieht sich aus dem Gremium zurück. Quelle: dpa - picture-alliance
Franz Markus Haniel

Der Aufsichtsratschef der Metro zieht sich aus dem Gremium zurück.

(Foto: dpa - picture-alliance)

DüsseldorfDie Duisburger Familienholding Haniel gibt beim Handelsriesen Metro das Heft endgültig aus der Hand. Ihr Vertreter Franz Markus Haniel wird künftig nicht mehr an der Spitze des Aufsichtsrats des Düsseldorfer Konzerns stehen, zu dem Media-Saturn und die Supermarktkette Real gehören, wie Metro am Dienstag mitteilte. Nachfolger solle ein „unabhängiger“ Kandidat werden – der scheidende Chef des weltgrößten Schokolade- und Kakao-Herstellers Barry Callebaut, Jürgen Steinemann. Haniel hatte die Geschicke der Metro entscheidend mitbestimmt. Doch die Holding will sich unabhängiger vom Handel machen und hatte ihren Anteil an den Düsseldorfern in der Vergangenheit stetig abgebaut.

Der 1955 geborene Franz Markus Haniel ist seit April 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats und hatte dieses Amt auch bereits von 2007 bis 2010 inne. Nun wolle er „die Möglichkeit eröffnen, dass der Aufsichtsratsvorsitz in die Hände eines unabhängigen, externen Vertreters übergeht“, betonte Haniel. Die Duisburger Holding werde sich aber nicht komplett von der Metro verabschieden: „Die Geschichte der Metro und des Hauses Haniel ist seit über 50 Jahren eng miteinander verbunden, was sich auch in Zukunft nicht ändern wird.“ Haniel werde langfristig Aktionär bleiben, versprach er.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Das Duisburger Familienunternehmen hatte in den vergangenen Jahren seinen Anteil am Düsseldorfer Handelskonzern von gut 34 Prozent schrittweise abgebaut und plant, diesen bis 2020 auf rund 20 Prozent zu reduzieren. Dann werde Metro „ein angemessenes Gewicht“ im Haniel-Portfolio haben. Neben Haniel sind die Familien Schmidt-Ruthenbeck sowie Beisheim Großaktionäre bei Metro – sie halten gut 15 sowie knapp über neun Prozent der Stimmrechte.

Die Beteiligung an den Düsseldorfern hatte Haniel in der Vergangenheit nicht immer Freude gemacht. Metro stieg 2012 aus dem Dax ab, für 2012 musste Haniel zudem einen Netto-Verlust von rund 1,9 Milliarden Euro ausweisen. Rund 1,2 Milliarden Euro davon resultierten damals allein aus Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung.

Der 1958 geborene Steinemann soll nun im September in den Metro-Aufsichtsrat aufrücken, Haniel will seinen Spitzen-Posten dann nach der Hauptversammlung im Februar 2016 abgeben. Steinemann werde dann den Metro-Vorstand "aktiv begleiten", stellte Haniel in Aussicht. Er kenne die Branche. Steinemann war vor seiner Zeit bei dem Schweizer Callebaut-Konzern unter anderem für den Konsumgüterkonzern Unilever tätig.

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