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Die Chef-Beraterin Überdenken Sie Ihr Duftverhalten!

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Verrucht-sexy oder wie ein Latin-Lover für Arme

Ich hatte mir zum Thema Parfumgestank zwei Thesen zurechtgelegt. Erstens: Es liegt an den Billigparfums. Zweitens: Es sind vor allem die synthetischen Duftstoffe, die stinken. Aber weit gefehlt: beides falsch!!! Eine Parfumspezialistin aus Frankfurt, MaÎtre de Parfum nennt man das, hat mich unlängst aufgeklärt: Es gibt kaum noch natürliche Düfte. Viele Duftstoffe, die es früher aus natürlichen Quellen gab, müssen heute synthetisch hergestellt werden, weil sie beispielsweise unter das Artenschutzgesetz fallen oder schon ausgestorben sind. Andere Düfte wiederum hat es in der Natur niemals gegeben. So gibt es ein Parfum von Tom Ford namens Black Orchid, ein absoluter Topseller. Geliebt von Millionen, völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass Orchideen nicht (!) riechen. Orchideen riechen nie, auch wenn man sie darum bittet! Der Orchideen-Duft ist also nicht der Natur nachempfunden, sondern sozusagen die Duft gewordene Vorstellung einer Orchidee! Danke MaÎtre de Parfum! Demnach stimmt diese These von mir schon mal nicht.

Und überhaupt. Das mit dem Preis ist wie mit allem. Was Günstiges kann gut aussehen, wenn es eben einfach perfekt passt zu Person und Anlass – und ein günstiges Parfum kann auf der richtigen Haut gut riechen. Natürlich kann es auch ein totaler Fehlgriff sein, aber das kann einem eben mit einem teuren Parfum ebenso passieren. Also kann man sich auf den Preis auch nicht verlassen.

Aber auf was denn dann, bitteschön? Eigentlich so richtig auf gar nichts.  Aber auf was man sich verlassen kann, ist schlicht die Menge. Die Dosierung das A und O! Damit kann man schon einiges an Schadensbegrenzung leisten.

Und dann ist es doch auch wie bei der Wahl zwischen Frack und Smoking, zwischen langem Abendkleid und kleinem Schwarzen: Welcher Film wird denn überhaupt gespielt? Meine Rolle entscheidet, was ich trage – und wie ich dufte. Und zwar weit mehr als der persönliche Geschmack. Einem Schlagersänger zum Beispiel verzeiht man doch eher, ja man erwartet es geradezu, dass er gern und gut ein bisschen dick aufträgt. Die Assistentin des Chefs kommt besser rüber, wenn sie feminin statt verrucht-sexy durftet und ihr Chef, besser klassisch und nicht wie ein Latin-Lover für Arme.

Fazit: Weniger ist mehr, viel mehr und ein Büro sollte nicht wie ein parfümierter Pumakäfig riechen.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und 55dresscodeberater.de. Außerdem ist sie Autorin.

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