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Chefwechsel Henkel-Chef Van Bylen geht – Finanzvorstand Knobel wird Nachfolger

Nach schwachen Zahlen wird der Belgier zum Jahresende abgelöst. Bis zuletzt hatte Van Bylen betont: „Wir haben die richtige Strategie.“
24.10.2019 Update: 24.10.2019 - 18:12 Uhr Kommentieren
Der Belgier beerbte bei Henkel den erfolgreichen Kasper Rorsted. Quelle: dpa
Hans Van Bylen

Der Belgier beerbte bei Henkel den erfolgreichen Kasper Rorsted.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Chefwechsel bei Henkel: Vorstandschef Hans Van Bylen hört zum Jahresende auf. Das gab der Konsumgüterkonzern am Donnerstagabend bekannt.

Nachfolger werde der bisherige Finanzvorstand Carsten Knobel. Über Knobels Nachfolge werde zu gegebener Zeit entschieden, teilte der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns mit.

Ursprünglich lief der Vertrag von Van Bylen bis Ende 2020. Er habe sich „aus persönlichen Gründen entschieden, keine weitere Amtszeit als Vorstandsvorsitzender anzustreben“, begründete Van Bylen in einer Pressemitteilung seinen vorzeitigen Abschied bei Henkel nach 35 Jahren im Konzern.

Der 58-jährige Manager führt seit 2016 Henkel mit seinen Marken wie Schwarzkopf, Pritt oder Persil. „Henkel ist nicht in der Krise“, betonte der Belgier erst bei der Vorlage der Quartalszahlen im August und fügte hinzu: „Wir haben die richtige Strategie.“

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    Dabei steht Van Bylen schon länger in der Kritik. In diesem Jahr lieferte er mehrfach schlechte Quartalszahlen ab. Und zum Jahresanfang musste er ankündigen, dass die Rendite in diesem Jahr erstmals seit Langem sinken wird.

    Das schockte die Anleger. Dabei hatte die Aktie in den vergangenen zwei Jahren der Amtszeit von Van Bylen schon fast ein Drittel ihres Werts verloren. Außerdem musste er im August die Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigieren.

    Bereits seit ein paar Monaten herrscht Unruhe in der Henkel-Zentrale in Düsseldorf-Holthausen. „Viele Mitarbeiter sind derzeit verunsichert und fragen sich, wie es an der Vorstandsspitze weitergeht“, sagte Birgit Helten-Kindlein, Betriebsratschefin und Vizechefin des Aufsichtsrats, bereits vor ein paar Monaten dem Handelsblatt. „Verlängert Van Bylen? Holt die Familie jemand von außen, oder vertraut sie auf das eigene Management?“, fragte sie.

    Rendite-Erwartungen der Henkel-Familie gefährdet

    Van Bylen stand während seiner gesamten Amtszeit im Schatten seines charismatischen Vorgängers Kasper Rorsted. Der hatte das Unternehmen vor seinem Wechsel zu Adidas radikal auf Rendite getrimmt. Der Quereinsteiger, der vom US-Computerkonzern Hewlett-Packard zu Henkel kam, schaffte es mit seinem saloppen Auftreten, den Konzern sexy zu machen und zu einem Star unter den Dax-Chefs aufzusteigen.

    Van Bylen sollte Henkel wieder stärker in die Balance bringen zwischen Rendite und neuen Investitionen ins Wachstum. „Van Bylen war nach dem plötzlichen Abgang von Rorsted von vornherein ein Mann des Übergangs“, ist von denjenigen zu hören, die nah am Unternehmen sind. Viele trauten ihm zwar zu, sich fünf Jahre als Vorstandschef zu halten, aber eine Verlängerung war damals für sie eher unwahrscheinlich.

    Bei der Familie Henkel kam es gut an, dass Rorsted mit seinem Renditekurs für gute Dividenden sorgte. Diese Dividendenzahlungen scheinen nun mit den sinkenden Renditeerwartungen Van Bylens gefährdet zu sein.

    Das liegt aber auch daran, dass Van Bylen die Probleme in der Beautysparte nicht in den Griff bekommen hat. Gerade das preisumkämpfte Massengeschäft mit Shampoos und anderen Körperpflegemitteln sorgt für schwache Margen in der Beautysparte. Lediglich im Geschäft mit Profiprodukten für Frisöre läuft es gut.

    Der Henkel-Finanzvorstand rückt auf. Quelle: dpa
    Carsten Knobel

    Der Henkel-Finanzvorstand rückt auf.

    (Foto: dpa)

    Hinzu kommt, dass selbst die über viele Jahre sehr renditestarke Klebstoffsparte zuletzt schwächelte. Da bekommt Henkel den Konjunktureinbruch in der Auto- und in der Elektronikindustrie zu spüren. Henkel versucht zwar, seine weltweite Position als die weltweite Nummer eins zu verteidigen, und investiert zum Beispiel 130 Millionen Euro in ein neues Innovationszentrum in Düsseldorf. Aber es wird noch dauern, bis diese Impulse im Markt ankommen.

    Der künftige Henkel-Chef Carsten Knobel hat seine Macht vor Kurzem gestärkt. Er hat zusätzlich die Verantwortung für die digitale Transformation übernommen. Der 50-jährige Manager gehört zu den Finanzvorständen in den Dax-Konzernen, die weit über ihren eigenen Bereich hinaus denken. Er hat früh begonnen, zentrale Unternehmensbereiche in sogenannte Shared-Service-Center auszulagern. So hat Henkel viele interne Prozesse früher als andere Konzerne standardisiert.

    Mehr: Je größer der Einfluss der Gründerfamilie, umso erfolgreicher sind börsennotierte Firmen

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