Chiphersteller Intel-Chef Krzanich tritt wegen Mitarbeiter-Affäre zurück

Intel-Chef Brian Krzanich tritt zurück. Grund ist nach Angaben des Chipherstellers eine frühere Mitarbeiter-Beziehung des Konzernchefs.
Update: 21.06.2018 - 15:29 Uhr Kommentieren
Intel-Chef tritt wegen Affäre mit Angestellter zurück Quelle: dpa
Brian Krzanich

Der Intel-Chef tritt wegen einer Affäre zurück.

(Foto: dpa)

San FranciscoDer Chef des Computerchip-Riesen Intel hat seinen Rücktritt eingereicht, nachdem das Unternehmen von einer früheren Mitarbeiterbeziehung erfuhr. Brian Krzanich werde mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Verwaltungsrats abgelöst, teilte der Konzern am Donnerstag im kalifornischen Santa Clara mit.

Eine interne Untersuchung habe zwar ergeben, dass die Beziehung einvernehmlich war. Krzanich habe damit jedoch gegen den internen Verhaltenskodex verstoßen. Derzeit würden noch interne und externe Untersuchungen gegen Krzanich laufen, teilte Intel mit.

Die Aktie lag nach Krzanichs Rücktritt im frühen New Yorker Handel gut zwei Prozent im Minus und kostete 52,44 Dollar. Interimschef wird der bisherige Finanzvorstand Robert Swan. Swan habe „eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Intels Strategie gespielt“, lobte Verwaltungsratschef Andy Bryant. Die Suche nach einem Nachfolger habe bereits begonnen.

Krzanich ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der 58-Jährige hat seine gesamte Karriere bei Intel verbracht. Er begann 1982 als Ingenieur in einem Werk in Mexiko und arbeitete sich danach beharrlich nach oben. Seit 2013 steht er an der Konzernspitze. Doch der Manager geriet bereits zu Jahresanfang in die Schlagzeilen. Gegen ihn bestand der Verdacht des Insiderhandels. Er soll im November 2017 eigene Anteile und Optionen am Unternehmen verkauft haben, als er bereits von der Sicherheitslücke in den Chips seiner Firma wusste. Konsequenzen hatte der Fall bisher nicht für ihn.

Der scheidende Intel-Chef übergibt das Unternehmen jedoch in guter Verfassung: Umsatz wie auch Gewinn je Aktie würden im zweiten Quartal über den Erwartungen liegen, kündigte Intel an. 2018 werde ein weiteres Rekordjahr für den größten Prozessorhersteller der Welt.

Intel hatte bereits im April starke Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Vor allem das Geschäft mit Cloud-Diensten und Data-Centern lief gut, die Umsätze stiegen um 24 Prozent. Der Konzern signalisierte, die Affäre um die Sicherheitslecks vom Januar hinter sich gelassen zu haben. Damals war bekannt geworden, dass Milliarden von Computern von einer gravierenden Sicherheitslücke betroffen waren. Dadurch konnten auf breiter Front vertrauliche Daten abgeschöpft werden.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz insgesamt um neun Prozent auf gut 16 Milliarden Dollar und hatte die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

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