Christine Licci soll sich bei der HVB um das Privatkundengeschäft kümmern Power-Bankerin für Bayern

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Nun wird in der Branche vor allem ein Thema diskutiert: Wie wird sich die Bankerin in die strenge Aufgabenteilung eines Konzernvorstands integrieren? Nach Meinung eines Frankfurter Personalberaters ist dies die wohl größte Herausforderung in ihrem neuen Job. „Sie muss sich das übertriebene Eigenmarketing schnell abgewöhnen.“ Bei der Citibank war sie die Nummer eins, jetzt wäre sie eine von sieben Vorständen.

Leicht wird ihr die Umstellung nicht fallen, vermutet ein früherer Weggefährte: „Teamarbeit muss sie noch lernen.“ Helfen dürfte ihr dabei ihre ungezwungene Art im Umgang mit Menschen. „Sie kann sich auf den Gegenüber sehr gut einstellen“, lobt einer, der sie lange und gut kennt.

Die Fähigkeit, die Belegschaft zu motivieren, wird in der Citibank bis heute hoch gelobt. Berührungsängste kennt die „Christl“, wie sie in Düsseldorf genannt wurde, weder gegenüber Mitarbeitern noch gegenüber Kunden. Zweimal pro Woche besuchte sie eine der rund 300 Citibank-Filialen, um von den Betreuern in den Filialen zu erfahren, wo es noch hakt. Eines ihrer beruflichen Credos lautet: Die Mitarbeiter in den Filialen sollen weitgehend von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und so viel Zeit wie möglich mit den Kunden verbringen.

Diese konsequente Vertriebsorientierung kann die HVB gut brauchen. In den letzten Jahren legte Konzernchef Dieter Rampl sein Augenmerk auf Bilanzsanierung und Kostenkontrolle. Eine Strategie im Privatkundengeschäft fehlte hingegen. Von den fünf Managern, die sich in vier Jahren in der Sparte versuchten, hat keiner überzeugt.

Für weitere Unruhe in der Belegschaft sorgt jetzt auch noch die Ankündigung eines neuen Sparpakets, dessen Inhalt 2500 Stellen zur Diskussion stellt. Gerade in dieser Situation könnte die Kommunikationsspezialistin Licci Wunder wirken, glaubt der Berater: „Sie wäre die Richtige, um eine angeschlagene Truppe auf Trab zu bringen.“

Allerdings ist die Aufgabe bei der HVB weitaus komplexer als in ihrem früheren Job. Während die Citibank vor allem vom Konsumentenkredit lebt, muss sie bei der HVB 700 Filialen und eine breite Produktpalette steuern. Ein Banker sagt es so: „Es reicht nicht, den Kunden Kredite reinzudrücken – sie muss nun eine Strategie hinstellen.“

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