Christoph Auhagen Bei Hugo Boss geht der nächste Vorstand

Ein weiterer Spitzenmanager wirft bei Hugo Boss das Handtuch: Der für die Bereiche Marken- und Kreativmanagement zuständige Christoph Auhagen scheidet aus dem Vorstand aus. Einen Nachfolger gibt es bereits.
Update: 22.04.2016 - 15:48 Uhr
Im Februar hatte der damalige Chef Claus-Dietrich Lahrs dem Modekonzern den Rücken gekehrt. Quelle: AFP
Hugo Boss

Im Februar hatte der damalige Chef Claus-Dietrich Lahrs dem Modekonzern den Rücken gekehrt.

(Foto: AFP)

StuttgartBeim Modekonzern Hugo Boss geht die Hängepartie um die Besetzung des Chefpostens weiter. Allerdings nimmt jetzt ein weiterer Vorstand seinen Hut. Der für die Bereiche Marken- und Kreativmanagement zuständige Christoph Auhagen scheide „einvernehmlich“ aus dem Vorstand aus, teilte Boss am Freitag mit.

Auhagen galt als Vertrauter von Ex-Vorstands-Chef Claus-Dietrich Lahrs, der im Februar gehen musste. Der Manager hatte eine wichtige Doppelfunktion mit der Verantwortung für die Marke sowie Beschaffung und Produktion. Ressorts, die nicht unbedingt zusammen passen. Gerade in der Markenführung gab es zuletzt große Probleme. Lahrs und Auhagen konnten die Ambition, Hugo Boss im Luxusbereich und damit höher zu positionieren, nicht einlösen.

Als neuen Kreativ- Und Markenchef verpflichteten die Schwaben jetzt Ingo Wilts (50) für den Vorstand. Wilts arbeitete bereits von 2000 bis 2009 bei Hugo Boss für die Marke „Boss Black“ und hatte zuletzt bei Tommy Hilfiger die globale Markenverantwortung. „Wir freuen uns, dass wir Ingo Wilts mit seiner außergewöhnlichen Expertise auf dem Gebiet der gehobenen Konfektion für Hugo Boss gewinnen konnten“, sagte Aufsichtsratschef Michel Perraudin.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
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Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

Platz 9: Giorgio Armani
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1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

Platz 8: Esprit
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Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

Platz 7: Kering
4 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

Platz 6: Hugo Boss
5 von 10

damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

Um Auhagens weitere Bereiche Beschaffung und Produktion kümmern sich Finanzchef Mark Langer und der neue Vertriebschef Bernd Hake.

Eine Entscheidung über die Neubesetzung des Chefpostens ist damit noch immer nicht gefallen. Aber alle wichtigen Positionen sind jetzt besetzt. Produktion und Beschaffung erfordern bei Hugo Boss nicht unbedingt einen extra Vorstandsposten. Derzeit führt Finanzchef Langer das Unternehmen kommissarisch.

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