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Andreas Wolf

Der Powertrain-CEO soll sich künftig intensiv mit Elektroantrieben beschäftigen, will jedoch auch die alten Antriebsformen im Blick behalten.

(Foto: Continental)

Continental Powertrain-Chef Andreas Wolf muss in schwierigen Zeiten um Anleger werben

Mitte des Jahres will Andreas Wolf mit Powertrain an die Börse. Doch die lahmende Automobilkonjunktur könnte den Plänen der Conti-Sparte im Weg stehen.
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DüsseldorfEigentlich könnte Andreas Wolf recht zufrieden sein. Der 58-Jährige ist der Chef eines neuen Großunternehmens, das etwa 40.000 Mitarbeiter hat und weltweit vertreten ist. Die ausgegliederte Powertrain-Sparte des Continental-Konzerns soll sich künftig intensiv mit Elektroantrieben beschäftigen, ist also auch zukunftsträchtig unterwegs.

Ein Börsengang, bei dem sich der Hannoveraner Zulieferer von 25 Prozent der Sparte trennt, ist für dieses Jahr geplant. Seit dem Jahreswechsel ist die Ausgliederung auch offiziell vollzogen – das neue Unternehmen mit 2017 knapp 7,7 Milliarden Euro Jahresumsatz steht im Handelsregister.

Trotzdem wachsen die Probleme für Neu-Vorstandschef Wolf: Weltweit schalten die Automobilhersteller in den Rückwärtsgang. Nach zehn Jahren permanenten Wachstums geht es plötzlich nicht mehr wie von ganz allein nach oben. Sogar im weltgrößten Automobilmarkt China sind die Verkaufszahlen zum ersten Mal nach zwei Dekaden wieder geschrumpft. Und seit Juli, als Conti-Chef Elmar Degenhart den Powertrain-IPO ankündigte, sind auch noch die Aktienmärkte eingebrochen.

Der Börsengang ist bislang für die Jahresmitte geplant, einen einstelligen Milliardenbetrag will der Zulieferer damit einnehmen, gleichzeitig aber die Mehrheit behalten.

Auf einen schnellen Börsengang kann sich Andreas Wolf unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr verlassen. Conti-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer hat gerade erst zu Wochenbeginn vor allzu großen Erwartungen gewarnt. Den Teilbörsengang der Powertrain-Sparte werde es nur unter den passenden Marktbedingungen geben: „Wir haben nichts zu verschenken.“ Arndt Ellinghorst, Automobilanalyst von Evercore ISI, rät Continental sogar, erst einmal völlig auf den Börsengang zu verzichten.

Von Conti aufgekauft

Andreas Wolf wird also Geduld brauchen, falls der Mutterkonzern Continental den Börsengang doch noch verschieben sollte. Mit dem neugegründeten Unternehmen gibt es auch so genug zu tun. In wenigen Tagen will Conti den Namen der neuen Aktiengesellschaft bekanntgeben. So viel ist im Vorfeld schon durchgesickert: Es wird auf jeden Fall ein Kunstname sein. Naheliegende deutsch-englische Wortkombinationen aus „Power“ und „Antrieb“ waren alle schon besetzt und rechtlich geschützt, heißt es.

Und sind vielleicht ohnehin nicht die beste Idee: Das wunderliche Portmanteau „Healthineers“, das Siemens seiner an die Börse gebrachten Gesundheitssparte verpasste, sorgte seinerzeit für viel Spott. Die Aktie der Abspaltung jedoch hat sich seitdem gut entwickelt.

Andreas Wolf wird genau beobachten, wie die „Teile und herrsche“-Politik, die Continental plant, bei Siemens funktioniert. Und sei es nur, weil er selbst gelernter „Siemensianer“ ist. Gleich nach dem BWL-Studium in Nürnberg fing er 1989 beim Münchener Industriekonzern an, 1996 kam er als Logistikleiter in ein Siemens-Automobiltechnik-Werk nach Regensburg und stieg später innerhalb der Siemens-Zulieferertochter VDO auf.

Sein Wechsel zu Conti 2007 war gewissermaßen höhere Gewalt: Die Hannoveraner übernahmen die Siemens-Tochter. Bis heute hat die Powertrain-Sparte deshalb ihren Sitz im Universitätsstädtchen Regensburg, wo selten genug ein eigenständiges Unternehmen mit mehreren Zehntausend Mitarbeitern an die Börse geht und wo dadurch entsprechend mit etwas Aufregung zu rechnen ist.

Auch wenn Wolf bald neben einem neuen Unternehmensnamen auch eine Börsenstory anzupreisen hat: Für die alten Antriebsformen will er sich genauso einsetzen wie für die Stromer. Das Ende des Verbrennungsmotors hält er noch lange nicht für gekommen, gerade für den Diesel nicht. „Der Euro 6d-Diesel ist mit seiner modernen Abgasnachbehandlung nicht nur sparsam und klimaschonend, sondern auch sauber – das sollte man in der hitzigen Dieseldebatte nicht vergessen“, betont Wolf.

Elektroautos werden sich aus seiner Sicht durchsetzen können, wenn die Bedingungen wie Reichweite und Preis stimmen: „Dann sehen wir eine deutlich höhere Akzeptanz für alternative Antriebskonzepte.“ Optimismus verbreiten gehört künftig auch zum Job von Andreas Wolf. Gerade wenn er 2019 an die Börse will.

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