Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Corporate Governance Die Metamorphose der Aufsichtsräte

Seite 2 von 2:

Die Konsequenz: Die Arbeit als Aufsichtsrat, früher als "Ehrenamt" betrachtet, verlangt eine immer höhere Professionalisierung. Das spiegelt sich auch in der fixen Vergütung wider. Diese hat sich seit 2004 mehr als verdoppelt. Ein Aufsichtsratschef erhält heute im Schnitt ein Fixum von rund 74 000 Euro, ein ordentliches Mitglied rund 29 500 Euro.

Hinzu kommt: Acht von zehn untersuchten Firmen zahlen ihren Aufsichtsräten eine erfolgsorientierte Vergütung, in der Voruntersuchung waren es erst sieben. Fast jeder Dritte setzt auf eine Langfristkomponente, jeder Zweite gewährt nur einen Kurzfrist-Bonus. Dessen Höhe hängt jedoch nur noch bei 34 Prozent der Firmen von der Dividende ab, 2004 waren es noch 87 Prozent. Damit haben die Unternehmen auf Kritik reagiert, da der Aufsichtsrat über die Dividendenausschüttung mitentscheidet.

Die untersuchten Aufsichtsräte haben im Schnitt 16 Mitglieder, Folge der gesetzlichen Vorschriften. Für Schoppen sind das deutlich zu viele: "Schiere Größe garantiert keine effektive Kontrolle. Nach internationalen Maßstäben gelten acht bis zwölf Mitglieder in einem Board als optimal: klein genug für eine effiziente Arbeit - groß genug, um Ausschüsse kompetent zu besetzen."

Die Allianz etwa hat mit der Umwandlung in eine Societas Europaea (SE) 2006 den Aufsichtsrat von 20 auf zwölf Mitglieder verkleinert. Schoppen beobachtet, dass immer mehr AGs über diesen Schritt nachdenken. Ein Gesetz, das die Zahl der Aufsichtsräte reduziert, wie von der Unionsfraktion vorgeschlagen, hält er für überflüssig. Wie im Ausland auch sollten die Firmen selbst über die Größe bestimmen.

Ohnehin folgten immer mehr Unternehmen freiwillig den Empfehlungen des Kodexes. So bilden Ex-Vorstände aus dem eigenen Haus mit einem Anteil von 3,6 Prozent an allen Aufsichtsratsmitgliedern nur eine Minderheit. "Die oft unterstellte Dominanz solcher ehemaliger Vorstände und die daraus abgeleitete mangelnde Unabhängigkeit der Aufsichtsgremien ist nicht zu erkennen", ist Schoppen überzeugt.

Auch amtierende Vorstandschefs übernehmen immer weniger externe Aufsichtsratsmandate, im Schnitt sind es 1,5. Gar kein Mandat haben 41 Prozent (2006: 35 Prozent). Diese Zurückhaltung resultiert aus den stetig steigenden Anforderungen. Personalberater Schoppen: "Es wird immer schwieriger, Board-Positionen mit exzellenten Managern zu besetzen."

Vorstandsposten selbst werden zu zwei Dritteln intern besetzt. Doch längst nicht alle Vorstände - Durchschnittsalter 52 Jahre - erleben das Ende ihrer Vertragslaufzeit. Die Verweildauer wird immer kürzer - ein Indiz für den hohen Druck vom Kapitalmarkt. Schoppen bezweifelt, dass häufiges Heuern und Feuern zu nachhaltiger Leistung führt. "Auch ein hoch leistungsfähiger Manager braucht fünf Jahre und mehr, damit grundlegende Veränderungen angestoßen und wirksam werden können."

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote