Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Corporate Governance nach der VW-Dieselaffäre Manager ringen um gute Führung

Der neue Chef der Corporate Governance Kommission Rolf Nonnenmacher plant eine kleine Revolution. Der Kodex soll gründlich revidiert werden. Was aber ist tatsächlich „gute Unternehmensführung“?
22.06.2017 - 15:34 Uhr Kommentieren
„Nach zwölf Überarbeitungen, bei denen jeweils an den verschiedensten Stellen des Kodex an- und umgebaut wurde, sollten wir uns eine grundlegende Überarbeitung vornehmen“, sagt der neue Chef der Kodex-Kommission. Quelle: dpa
Rolf Nonnenmacher

„Nach zwölf Überarbeitungen, bei denen jeweils an den verschiedensten Stellen des Kodex an- und umgebaut wurde, sollten wir uns eine grundlegende Überarbeitung vornehmen“, sagt der neue Chef der Kodex-Kommission.

(Foto: dpa)

Berlin Fünfzehn Jahre nach dem Start des ersten Kodex für gute Unternehmensführung plant die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex nach Aussagen ihres neuen Vorsitzenden Rolf Nonnenmacher über eine grundlegende Revision nach. „Nach zwölf Überarbeitungen, bei denen jeweils an den verschiedensten Stellen des Kodex an- und umgebaut wurde, sollten wir uns eine grundlegende Überarbeitung vornehmen“, sagte Nonnenmacher auf der Jahreskonferenz der Kommission in Berlin. Das Regelwerk soll nach seinen Aussagen künftig weniger „geltendes Recht wiedergeben“, sondern internationale „Best Practices“ aus den Unternehmen berücksichtigen.

Was aber gute Unternehmenspraxis ist, darüber besteht unter Managern keineswegs Einigkeit. „Best Practice ist ein schwammiger Begriff“, kritisierte Peter Bauer, Aufsichtsratschef bei Osram. Und Rubin Ritter, Co-Vorstandschef des Online-Händlers Zalando, findet in den bestehen Kodex-Regeln zu einem Großteil seine Vorstellungen von Unternehmenskultur gar nicht wieder. Etwa die Frage, wie wird Missmanagement verhindert. „Ich hoffe, dass uns niemals so etwas passiert wie Volkswagen.“ Auch wenn es schwierig sei, das in einem Kodex zu regeln: „Das sind Themen, die für mich gute Governance ausmachen“, sagte Ritter. Und weniger die Frage, wie viele Mandate ein Aufsichtsrat haben dürfe.  

Das sind die Spitzenverdiener im Dax
Platz 30: Reinhard Ploss
1 von 18

Von allen CEOs verdiente Reinhard Ploss im vergangenen Jahr am wenigsten. Der Vorstandschef von Infineon erhielt 2016 knapp über 2,3 Millionen Euro. Das sind rund 500.000 Euro weniger, als er noch 2015 bezog..

Quelle: Dr. Heinz Evers Vergütungsberatung für das Handelsblatt

(Foto: Reuters)
Platz 29: Peter Terium
2 von 18

3,49 Millionen Euro erhielt Peter Terium 2016 für sein Arbeit. 2015 verdiente der Vorstandsvorsitzende von RWE noch mehr als 5 Millionen Euro. Terium wechselte im Herbst zu der Tochter Innogy, in die RWE das Geschäft mit den Erneuerbaren Energien abgespalten hat.

(Foto: dpa)
Platz 28: Martin Zielke
3 von 18

Nur 6000 Euro mehr als RWE-Chef Terium verdiente 2016 Martin Zielke. Im zurückliegendem Jahr kam er auf 3,496 Millionen Euro. Zielke wurde allerdings auch erst ab Mai Manager der deutschen Privatbank. 2015 verdiente er noch rund 2,4 Millionen Euro.

(Foto: Reuters)
Platz 15: Tim Höttges
4 von 18

Der Manger und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom verdiente 2016 rund 6,12 Millionen Euro. Damit konnte Tim Höttges sein Gehalt minimal steigern. 2015 erhielt er noch 23.000 Euro weniger.

(Foto: dpa)
Platz 14: Oliver Bäte
5 von 18

Der Vorstandsvorsitzende der Allianz hat 2016 rund 6,2 Millionen Euro verdient. Im Vergleich zu 2015 konnte Bäte seinen Verdienst so deutlich steigern. Damals bekam er fast eine Million Euro weniger. Bäte wurde allerdings auch erst im Mai 2015 Chef.

(Foto: AP)
Platz 13: Werner Baumann
6 von 18

Der Manager ist seit Mai 2016 Vorstandsvorsitzender von Bayer. Seine erste wichtige Amtshandlung war das Übernahmeangebot von Bayer mit dem US-Saatgutriesen Monsanto. 2016 verdiente der 54-Jährige 6,4 Millionen Euro und landet damit auf Platz zehn. Sein Vorgänger Marijn Dekkers hatte 2015 eine fast genauso hohe Vergütung erhalten.

(Foto: dpa)
Platz 12: Frank Appel
7 von 18

Seit 2008 ist Appel Chef der Deutschen Post. Der 55-Jährige studierte Chemie und Neurologie und arbeitete danach zunächst als Berater und Projektleiter bei McKinsey & Co. Im vergangenen Jahr verdiente er 6,6 Millionen Euro – ein Plus von rund 500.000 Euro.

(Foto: dpa)

Nonnenmacher verwies auf die anhaltenden Zweifel am Nutzen des Kodex, der für die Unternehmen nicht bindend ist. Es stelle sich zwar nicht die Frage, ob der Kodex wieder abgeschafft werden sollte. Die Frage sei aber „welchen Kodex brauchen wir?“

Nach den Vorstellungen des ehemaligen KMPG-Deutschlandchefs Nonnenmacher sollte sich das Regelwerk nicht an der Gliederung des Aktiengesetzes orientieren, sondern an er Managementlogik. „Auf die Wiedergabe geltenden Rechts“ könne der Kodex verzichten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Einer seiner Vorgänger, Commerzbank-Chefaufseher Klaus Peter Müller, hatte vor einigen Jahren das „Primat der Politik“ als Leitlinie ausgerufen – und einen ganz anderen Kurs verfolgt. Auch die von der Bundesregierung Anfang des Jahrtausends eingesetzte Gründungskommission hatte den Auftrag, den bestehenden gesetzlichen Rahmen im Kodex abzubilden. „Es war das Ziel, ein Gesamtbild der Governance vor allem  für ausländische Investoren abzubilden“, sagte Christian Strenger. Strenger ist Aufsichtsrat und anerkannter Corporate-Governance-Experte.

    Nonnenmacher begründete seinen Vorstoß auch mit dem wachsenden Einfluss von Investoren und Stimmrechtsberatern. „Ziel einer jeden Weiterentwicklung muss sein“, so der Kommissionsvorsitzende, „dass der Kodex vernünftigen Erwartungen der Investoren entspricht und eine breite Akzeptanz bei den Unternehmen findet. Akzeptanz meint dabei nicht Kodextreue, sondern eine positive Grundeinstellung zum Kodex.“

    Hart ins Gericht ging Nonnenmacher mit den Unternehmensjuristen und Rechtsberatern, die nach seiner Beobachtung „den Kodex weniger als Instrument zur Verbreitung von Best Practice, sondern als lästige Regulierung verstehen.“ Natürlich sei deren Aufgabe, auf Rechtsrisiken hinzuweisen. „Man kann das aber auch übertreiben.“ Nonnenmacher kündigte stattdessen an, den Dialog über die Weiterentwicklung des Kodex insbesondere mit Aufsichtsräten und Vorständen intensivieren zu wollen.

    Drei konkrete Themen stünden neben der grundlegenden Revision längerfristig auf der Agenda der Regierungskommission. Zum einen die exakte Definition, was ein unabhängiger Aufsichtsrat ist. Und natürlich das auch in der Öffentlichkeit breit diskutierte Thema Vorstandsvergütung.

    Was ein Chef im Verhältnis zu den Mitarbeitern verdient
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Corporate Governance nach der VW-Dieselaffäre - Manager ringen um gute Führung
    0 Kommentare zu "Corporate Governance nach der VW-Dieselaffäre: Manager ringen um gute Führung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%