Daimler, Zetsche & Co. Zwei von drei Deutschen kennen diesen Mann nicht

Die deutschen Dax-Konzerne gehören zu den erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Eine neue Umfrage aber zeigt: Ihre Chefs kennt selbst in der Heimat kaum jemand. Das gilt auch für Daimler-Chef Zetsche.
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Trotz markantem Schnauzer: Zwei Drittel der Deutschen wissen nicht, wer Dieter Zetsche ist und dass er den Daimler-Konzern lenkt. Quelle: dpa
Dieter ... wer?

Trotz markantem Schnauzer: Zwei Drittel der Deutschen wissen nicht, wer Dieter Zetsche ist und dass er den Daimler-Konzern lenkt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSie lenken die bedeutendsten deutschen Konzerne und werden trotzdem außerhalb der Wirtschaft kaum wahrgenommen: Fast die Hälfte der Deutschen (43 Prozent) kennt nicht einen einzigen CEO eines deutschen Dax-Konzerns. Am besten kommen dabei noch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und Daimler-Vorstand Dieter Zetsche weg, mit 43 bzw. 36 Prozent Bekanntheit. Auch in Kompetenz, Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit trauen ihnen die Deutschen am meisten von allen Dax-Chefs zu, wie aus einer repräsentativen Umfrage der Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung hervorgeht.

Hinter den beiden Spitzenreitern aus der Automobilindustrie stürzt die Bekanntheitskurve jedoch steil ab. Auf Rang drei folgt Deutsche Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen. Wer das ist, weiß allerdings nur noch jeder vierte Deutsche. Rupert Stadler (Audi), Peter Terium (RWE) oder Kasper Rorsted (Henkel) tauchen nicht einmal unter den Top-15 auf – nicht einmal jeder fünfzehnte Deutsche kann diese Namen einordnen. Dr. Doeblin hatte 1012 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren zu ihrem Wissen über Dax-Vorstände befragt.

„Vielen Top-Managern fehlt es heute einfach an Ecken und Kanten“, sagt Klaus-Dieter Koch, Geschäftsführender Gesellschafter der Markenberatung Brand Trust. Er moniert die Stromlinienförmigkeit deutscher Manager. Diese würden von den großen Presseabteilungen der Unternehmen oder aus Angst vor Skandalen glattgebügelt.

Kennen Sie diese Spitzenmanager?
Platz 15: Stefan Heidenreich, Beiersdorf
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Gerade einmal sechs Prozent der Deutschen kennen Stefan Heidenreich, den CEO der Beiersdorf AG. Dies geht aus einer Untersuchung der Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftsforschung hervor, bei der 1012 Menschen zu ihrer Kenntnis der 30 Dax-Vorstandsvorsitzenden gefragt wurden. Bekannt ist die Beiersdorf AG vor allem für seine Kosmetikprodukte wie die Hautcreme Nivea.

Platz 14: Heinrich Hiesinger, Thyssen-Krupp
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Nicht viel besser ergeht es Heinrich Hiesinger, der nur sieben Prozent der Deutschen bekannt ist. Der studierte Elektrotechniker wurde 2011 zum Vorstandsvorsitzenden Thyssen-Krupps berufen, vor deren Essener Zentrale er hier steht. Zuvor arbeitete er 18 Jahre lang in verschiedenen Position bei Siemens.

Platz 13: Bill McDermott
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Seit 2010 steht Bill McDermott an der Spitze des baden-württembergischen Softwareherstellers SAP. Seiner Bekanntheit in Deutschland hat seine Amtszeit noch nicht viel geholfen. Nur jedem Zwölften ist McDermott hierzulande ein Begriff. Vor seinem Engagement in Walldorf war der gebürtige New Yorker unter anderem Präsident des Marktforschungsunternehmens Gartner. Firmengründer Dietmar Hopp ist da sicherlich bekannter, ebenso wie der jetzige Aufsichtsratschef Hasso Plattner.

Platz 12: Timotheus Höttges, Deutsche Telekom
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Den Chef der Deutschen Telekom, einem der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen, kennen in Deutschland nur neun Prozent der Menschen. Timotheus Höttges war knapp vier Jahre lang Finanzvorstand bei der Telekom, bevor er am 1. Januar 2014 zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg und die Nachfolge René Obermanns antrat.

Platz 11: Herbert Hainer, Adidas
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Dem Erfolg bei der Fußball-Weltmeisterschaft zum Trotz: Adidas-Chef Herbert Hainer ist nur jedem zehnten Deutschen bekannt. Der Konzern rüstete bei der WM in Brasilien unter anderem die deutsche Nationalmannschaft aus. Hainer lenkt schon seit 2001 den Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach und ist damit dienstältester Dax-Vorstandschef.

Platz 10: Johannes Teyssen, Eon
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Die Top-10 der bekanntesten Dax-Vorstände läutet Johannes Teyssen vom Energieriesen Eon ein. Der studierte Volkswirt und Rechtswissenschaftler arbeitet bereits seit 2001 im Konzern. 2010 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Immerhin jeder Zehnte kann hierzulande den Namen Teyssen einordnen.

Platz 9: Carsten Spohr, Lufthansa
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Erst zum 1. Mai 2014 übernahm Carsten Spohr den Vorstandsvorsitz der Lufthansa – im Vergleich zu Kollegen wie Hainer (Adidas) eine kurze Amtszeit. Trotzdem kennen ihn mit zehn Prozent mehr Deutsche als die meisten seiner Kollegen.

Ein typisches Beispiel für die Gewöhnlichkeit ist für ihn Joe Kaeser (Siemens, 12 Prozent). Der hatte vor Antritt seines Vorstandspostens seinen einst typischen Schnauzer abrasiert. Für Koch symbolisiert er das Bild eines beflissenen Technokraten.

Schon die Veränderung eines einfachen äußerliches Merkmal könnte der Bekanntheit auf die Sprünge helfen. Viel wichtiger sei jedoch, dass der Charakter des Chefs zum Unternehmen passt. „So hat beispielsweise Steve Jobs durch seine lässige Art und Äußeres den innovativen Geist von Apple verkörpert“, sagt Koch.

Für Experten ist die Bekanntheit der Vorstände allein hingegen wenig aussagekräftig für den Erfolg ihrer Marke. Wenn es um Personen gehe, spiele der Ruf eine viel größere Rolle. Dafür, moniert Markenprofi Christopher Spall, sei aber nicht die Meinung der breiten Öffentlichkeit maßgeblich. Viel eher hätten hier die Mitarbeiter oder zumindest ein wirtschaftsinteressiertes Publikum die Zielgruppe einer solchen Befragung sein sollen.

Henkel-Chef Kasper Rorsted beim Weltwirtschaftsgipfel im Januar. Quelle: Reuters

Henkel-Chef Kasper Rorsted beim Weltwirtschaftsgipfel im Januar.

(Foto: Reuters)

Für Spall ist Henkel-Chef Kasper Rorsted aktuell Vorzeigevorstand im Dax. Rorsted kommuniziere Henkel sehr bewusst als weltoffenes Unternehmen. „Er ist der CEO mit der aktuell höchsten Reputation innerhalb des Dax“, sagt Spall. Auch durch seinen Bart grenze er sich stark von seinen Dax-Kollegen ab. Allein seiner Bekanntheit in der deutschen Öffentlichkeit hilft das nicht: Nur weniger als sechs Prozent wissen, wer Rorsted ist.

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2 Kommentare zu "Daimler, Zetsche & Co.: Zwei von drei Deutschen kennen diesen Mann nicht"

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  • Daimler und die Shareholder wären besser dran ohne Ihn. Bis jetzt hat er wesentlich mehr gekostet, als er für Daimler verdient hat. Hier passt der Ausdruck Niete im Nadelstreifen ganz gut. Man muss sich ja wundern, das Fiat eine Ehe mit Chrysler wirklich erfolgreich durchzieht, was der Herr versaubeutelt hat.

  • Wenn zwei von drei Deutschen Dieter Zetsche nicht kennen beweist das wieder nur
    die Gartenlaubenperspektive dieser zweidrittel-Mehrheit.

    Diese Zweidrittel wählen allerdings die Parteien die sie wählen mit den entsprechenden Ergebnissen.

    Der Souverän ist blind und tappt mit Augenbinde durch die Welt.

    Niemand hat die Pflicht sich mit Dingen zu beschäftigen, die seinen unmittelbaren
    persönlichen Gesichtskreis übersteigen, dieser Niemand hat dann allerdings auch nicht das Recht sich über etwas zu beschweren, das durch Entscheidungen zustande kommt, die zu beeinflussen er nicht Willens ist.

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