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Dax-Konzern Lufthansa-Finanzvorstand tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Ulrik Svensson legt bereits am kommenden Montag sein Amt nieder. Damit verliert der Konzern einen Experten, den er in der Coronakrise gut gebrauchen könnte.
04.04.2020 Update: 05.04.2020 - 15:54 Uhr Kommentieren
Der Schwede war seit 2017 im Vorstand der Lufthansa.
Ulrik Svensson

Der Schwede war seit 2017 im Vorstand der Lufthansa.

Frankfurt Es ist wohl die Gesundheit, die Ulrik Svenssons Pläne durchkreuzt hat. Überraschend legt der Lufthansa-Finanzchef schon an diesem Montag sein Amt nieder. Der Abgang trifft die nach Umsatz größte Airline Europas zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Wegen des Coronavirus steht nahezu die gesamte Flotte still.

Trotz radikaler Sparmaßnahmen – unter anderem sind über 90.000 der fast 140.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit – fließt das Geld nur so ab. Das Management verhandelt mit der Bundesregierung über Staatshilfen und sogar über eine Art stille Beteiligung des Staates. Da könnte der Konzern die Expertise von Svensson gut gebrauchen.

Doch nun muss der Aufsichtsrat schnell Ersatz suchen. Die Mitteilung von Svensson kam zumindest für enge Wegbegleiter nicht völlig überraschend. „Svensson ist keiner, der so einfach hinwirft, erst recht nicht in einer Krise wie der aktuellen. Aber es geht ihm wirklich nicht gut“, heißt es im Umfeld des Managers. Dafür spräche auch, dass er sein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlege.

Aber vielleicht hat Chefkontrolleur Karl-Ludwig Kley auch schon eine Idee. Denn dass Svensson in absehbarer Zeit ausscheiden würde, hatte sich schon länger abgezeichnet. Im November 2018 tauchten erstmals Gerüchte auf, dass der Manager seinen bis Ende 2019 laufenden Vertrag nicht verlängern wolle.

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    Die Spekulationen waren damals nicht aus der Luft gegriffen. Svensson wollte wohl tatsächlich zurück in seine schwedische Heimat und das Leben etwas ruhiger angehen lassen. Aufsichtsratschef Kley konnte den Manager aber überreden, noch mal um drei Jahre zu verlängern. Schon bei der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung kursierten allerdings Gerüchte, dass Svensson diesen Vertrag wohl nicht erfüllen werde.

    Lieber im Hintergrund

    Kley hatte gute Gründe, den CFO zum Bleiben zu bewegen. Der am 27. Juni 1961 in Varberg in Schweden geborene Betriebswirt Svensson gilt als ausgemachter Finanzexperte. Und er ist jemand, der sich lieber im Hintergrund hält, wenig Wert auf öffentliche Auftritte legt – das macht die Teamarbeit im Führungsgremium häufig einfacher.

    Dabei besitzt er nach Einschätzungen von Wegbegleitern die große Fähigkeit, „sich auf das Wichtigste zu konzentrieren“ und Klartext zu reden. Während vor einiger Zeit heftig über eine Übernahme der insolventen Alitalia durch die Lufthansa spekuliert wurde, machte der Finanzchef des Konzerns recht unmissverständlich klar, dass er wenig von dieser Idee hielt.

    Wer Svensson verstehen will, muss vor allem auf einen Job schauen: jenen, den er vor seiner Berufung zum Lufthansa-Vorstand im Jahr 2017 hatte. Zehn Jahre war der Vater dreier Kinder Vorstandsvorsitzender bei Melker Schörling in Schweden.

    Svensson ist keiner, der so einfach hinwirft, erst recht nicht in einer Krise. Aber es geht ihm wirklich nicht gut. Enger Wegbegleiter

    Hinter dem Namen, der in Deutschland kaum bekannt sein dürfte, versteckt sich ein großer Finanzinvestor. Svensson brachte das Unternehmen nicht nur 2006 an die Börse, er trug über die sechs Beteiligungen auch die Verantwortung für rund 400.000 Mitarbeiter.

    Für Lufthansa ist seine Entscheidung ein herber Verlust. Auch wenn die Lufthansa-Aktie nun schon seit Monaten am Boden klebt – dass das Papier der Airline davor einen Höhenflug erlebte, war auch ein Verdienst des CFO, dem Investoren und Analysten großes Vertrauen entgegenbrachten.

    Doch vielleicht hat Svensson in den zurückliegenden Tagen gemerkt, dass er seiner Gesundheit die Bewältigung einer so mächtigen Krise wie der aktuellen besser nicht mehr zumuten sollte. Der Aufsichtsrat werde zeitnah über eine Nachfolgelösung beraten und entscheiden, heißt es in einer Mitteilung. Eile ist geboten. Gerade jetzt darf der CFO-Posten nicht für länger vakant bleiben.

    Mehr: Diese Unternehmen sind die großen Gewinner und Verlierer der Coronakrise

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