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Den Ex-Audi-Boss erwarten schwierige Zeiten in Turin Demel muss Fiat wieder in die Spur steuern

Wenn Herbert Demel am heutigen Montag das Steuer der Fiat-Autosparte von Giancarlo Boschetti übernimmt, steht er vor der bei weitem schwierigsten Aufgabe seiner Karriere.
  • C. Herz (M. Berni, Handelsblatt)

FRANKFURT/MAILAND. Der frühere Audi-Chef muss nicht nur einem schwer angeschlagenen Autohersteller wieder zum Anschluss an die europäische Konkurrenz verhelfen, also den Verlust von Marktanteilen stoppen und sich mit attraktiven Modellen zurückmelden. Vor allem aber muss der 50-jährige Österreicher eine demoralisierte Mannschaft wieder aufrichten.

Nach dem Motto „Alles oder nichts“ investiert Fiat zwar nun jährlich 2,5 Milliarden Euro, um die Autosparte wieder in die Spur zu bekommen. Und erste kleine Fortschritte sind bereits zu erkennen. So verringerte sich dank tief greifender Kosteneinsparungen der operative Konzernverlust im dritten Quartal von 339 Mill. auf 285 Mill. Euro. Aber mit Autos wird der Mischkonzern, der außerdem Lastwagen, Traktoren und Baumaschinen herstellt, nach eigener Planung erst 2006 wieder Geld verdienen.

Dass sich die Eigentümerfamilie Agnelli nun mit Demel einen international renommierten Manager ins Haus holt, zeugt von ihrem Willen, aus eigener Kraft die tiefe Krise zu meistern. Demel kann also nicht auf Hilfe von außen setzen, weil Fiat nicht an den strategischen Partner General Motors verkauft wird.

Demel, der zuletzt den österreichischen Autozulieferer Magna Steyr leitete, besitzt durchaus Erfahrung in der Sanierung von Unternehmen. So brachte der Abkömmling der gleichnamigen Wiener Kaffeehausdynastie, der privat schon Alfa fuhr, die VW-Tochter Audi in den neunziger Jahren auf Vordermann und trug wesentlich zur Imageverbesserung der Marke bei.

In der Folge führte Demel Volkswagen Brasilien, fiel aber später beim Konzernchef Ferdinand Piëch in Ungnade. Weil er dem machtbewussten Vorstandschef zu erfolgreich wurde, sagen die einen – weil er an dessen Stuhl sägte, die anderen. Als die Wahl für die Piëch-Nachfolge auf Ex-BMW-Chef Bernd Pischetsrieder fiel, wechselte Demel zu Magna Steyr. Jetzt kursieren Gerüchte, dass er Ex-Audi-Kollegen nach Turin holen werde.

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