Deutsche Bahn Pofalla steigt zum Netz-Chef auf

Ronald Pofalla steigt laut Berichten bei der Deutschen Bahn zum Infrastruktur-Vorstand auf. Das Ressort gilt als das wichtigste im Konzern. Damit steigen seine Chancen erneut, Nachfolger von Konzernchef Grube zu werden.
Update: 09.12.2016 - 15:03 Uhr 6 Kommentare
Der Ex-Kanzleramtschef ist bei der Bahn bisher für politische Kommunikation zuständig. Quelle: dpa
Ronald Pofalla

Der Ex-Kanzleramtschef ist bei der Bahn bisher für politische Kommunikation zuständig.

(Foto: dpa)

BerlinEx-Kanzleramtschef Ronald Pofalla rückt offenbar bei der Deutschen Bahn zum 1. Januar 2017 zum Infrastruktur-Vorstand auf und verbessert damit seine Chancen auf die Nachfolge von Konzernchef Rüdiger Grube. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa am Freitag übereinstimmend. Die Personalie soll am Mittwoch bei der Aufsichtsratssitzung der Bahn beschlossen werden.

Mit dem zentralen Ressort Infrastruktur würde er jetzt erstmals operative Verantwortung für das Bahn-Geschäft erhalten. Das Ressort gilt mit über 50.000 Mitarbeitern auch als das wichtigste und einflussreichste im Konzern, da zumindest alle Entscheidungen für die Bahn in Deutschland dort mit abgestimmt werden müssen. Der jetzige Vorstand Volker Kefer war so zugleich Stellvertreter von Grube.

Kefers Vertrag läuft aus. Auch wegen der Kostensteigerungen beim Projekt Stuttgart 21 verzichtete er auf eine Vertragsverlängerung. Alexander Kirchner, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Chef der Eisenbahngewerkschaft EVG, rügte Kefer damals öffentlich dafür, dass er urplötzlich für Stuttgart 21 Zusatzkosten von 600 Millionen Euro publik mache, nachdem drei Monaten zuvor angeblich „noch alles in Ordnung“ gewesen sei. Diese Kostenexplosion war schlussendlich der Auslöser für den Rückzug Kefers.

Was sich mit dem Fahrplanwechsel bei der Bahn ändert
Abschied von deutschen Nachtzügen
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Die Deutsche Bahn schafft seine klassischen Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen ab. Stattdessen bieten die Österreichischen Bundesbahnen acht Nachtzugverbindungen in Deutschland an, etwa halb so viele wie bisher die Deutsche Bahn. Statt Schlafwagen bietet die Bahn Reisenden nun in jeder Nacht acht gewöhnliche IC- und ICE-Fahrten an. Neu ist etwa eine nächtliche IC-Direktverbindung von Bremen, Osnabrück und Münster nach Freiburg und Basel. Auch zwischen Köln und Berlin werden täglich nächtliche Intercity-Züge fahren.

Teurere Tickets
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Ab Sonntag zahlen Bahn-Kunden durchschnittlich 1,3 Prozent mehr für ihr Ticket im ICE oder Intercity. In den Verkehrsverbünden steigen die Preise unterschiedlich stark, von 0,6 Prozent in Berlin-Brandenburg bis 2,9 Prozent in München. Wer über die Grenzen von Verkehrsverbünden hinaus in Regio-Zügen unterwegs ist, muss im Durchschnitt 1,9 Prozent mehr ausgeben.

Fernpendler, Viel- und Spontanfahrer zahlen mehr
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Streckenzeitkarten kosten durchschnittlich 3,9 Prozent mehr, die Bahncard 100 – ein Pauschalpreis für alle Strecken – 2,5 Prozent, der Flexpreis 1,9 Prozent.

Der neue Flexpreis
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Bis Ende 2017 testet die Bahn bundesweit einen Flexpreis (früher: Normalpreis), der für dieselbe Strecke tageweise schwankt. Die Fahrt von Frankfurt nach München etwa kostet dann abhängig von der Nachfrage am jeweiligen Tag 100, 103 oder 106 Euro.

Zusätzliche ICE-Verbindungen
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Auf einigen Strecken werden mehr Züge eingesetzt. So fahren ab dem 11. Dezember zwischen Frankfurt am Main, Köln und Brüssel zwei zusätzliche ICE-Paare täglich am Morgen und am Nachmittag, freitags und sonntags soll in der Mittagszeit ein Zugpaar hinzukommen. Zwischen Frankfurt, Köln und Amsterdam werde das Angebot ebenfalls verbessert, teilte die Bahn mit.

Neue IC-Verbindungen
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Auch abseits großer Städte wird es vor allem frühmorgens, abends und zum Wochenende zusätzliche Verbindungen geben. Die Reise von München nach Kiel etwa soll einmal täglich ohne Umstieg möglich sein. Wie bereits angekündigt, werden zwischen Dresden und Köln weitgehend doppelstöckige IC-Züge rollen.

Während Kefer ebenfalls für den Technik-Bereich zuständig war, soll für diesen aber nun ein neuer Vorstandsposten eingerichtet werden. Pofalla bleibt Chef-Lobbyist. Die Personalie braucht nach Angaben aus dem Umfeld des Aufsichtsrats noch die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter, die jedoch als sicher gilt. Ein Bahn-Sprecher erklärte, man äußere sich zu Personalspekulationen nicht.

Die Spekulationen, dass Pofalla als Kronprinz für Bahnchef Rüdiger Grube aufgebaut wird, erhalten jetzt neue Nahrung. Pofalla galt zwar schon seit seinem Amtsantritt bei der Bahn Anfang 2015 als starker Mann. Als Schwachstelle wurde aber wiederholt die mangelnde Erfahrung im operativen Geschäft von Unternehmen genannt. Das würde sich jetzt ändern.

Arriva-Vorstand wird verkleinert
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6 Kommentare zu "Deutsche Bahn: Pofalla steigt zum Netz-Chef auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Pofalla bei der Bahn! Seit wann haben Züge Drehtüren? Gut, dass ich kaum noch mit der Deutschen Bahn fahren muss, das wird in den nächsten Monaten eine noch schlimmere Katastrophe als ohnehin schon. Und ich dachte, naiv, wie ich bin, der Mehdorn sei nicht zu toppen! Was für ein Fiasko!

  • Mit Netzen kennt sich Pofalla ja aus.
    Er war als Kanzleramtsminister für den NSA-Skandal zuständig. Aber hören Sie selbst:

    "...Uns´re Chef-Verharmloser sind jetzt sauer,
    als Chef-Aufklärer sie sich jetzt trau´n.
    Gratuliere zum Internet Clown!
    Liegen nun medienwirksam auf Lauer.
    Doch was ist das wirkliche Drama?
    „Mir ist nichts bekannt!“, sagt auch Obama.
    Und wenn doch, sei es nur wegen Osama.

    Stellt Euch vor, wir lauschen gerne:
    Goethe, Kant und Beethoven,
    unserer Kultur in intakter Natur.
    Den Amis ist das zu ferne..."

    https://youtu.be/pcc6MbYyoM4

  • Abwarten Gerd :-)
    Ich bin äußerst zuversichtlich, dass sich dies nächstes Jahr ändern wird !

    Weder rot-rot-grün noch schwarz-rot-grün werden eine Mehrheit erreichen,
    die Südländer sind bankrott und die Junkers-Clique muss abdanken.

    Dann werden die Karten neu verteilt.
    Ich sehe eine Verbindung Linke-AfD-FDP durchaus positiv und machbar.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Pofalla

    Eindeutig der richtige Mann, für diese verantwortliche Aufgabe :-)
    Meine Glaskugel das schon 2015 vorausgesagt !

    Verdiente Partei-Soldaten bekommen eine vernünfige Abfindung, wie bei den alten Römern!

    "Um Vater zu werden, habe er nach der Bundestagswahl 2013 kein Ministerium übernommen" Quelle oben.

    Da sieht man wieder, welch ein Einsatz von unseren Volksvertretern gebracht werden muss !



  • War ja klar. Abgehalfterte Politiker bekommen durch Mauscheleien stets die Jobs, die normalerweise nur von Spezialisten ausgefüllt werden können. Ach, ich hatte vergessen : die können ja alles.
    Anders als der gewöhnliche Arbeitnehmer, der seine Fähigkeiten belegen und nachweisen muss und selbst dann nicht unbedingt dafür qualifiziert ist.
    Also wird es wieder dazu kommen, dass der Steuerzahler für Amateure und deren Fehler wieder viel Geld bezahlen muss.
    BER, Elphi, Stuttgart 21 etc lassen grüßen.

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