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Deutscher Unternehmer in Russland „Kaeser hat einen ganz wichtigen Schritt gemacht“

Dem Siemens-Chef schlägt nach seinem Auftritt mit Putin herbe Kritik entgegen. Unternehmer Quirin Wydra sieht das ganz anders. Er hat zahlreiche deutsche Marken in Russland etabliert – und sieht Kaeser als Diplomaten.
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Siemens-Chef Joe Kaeser (l.) zu Besuch bei Wladimir Putin: „Herr Kaeser handelt als Unternehmer.“ Quelle: dpa

Siemens-Chef Joe Kaeser (l.) zu Besuch bei Wladimir Putin: „Herr Kaeser handelt als Unternehmer.“

(Foto: dpa)

Quirin Wydras Karriere als Unternehmer begann kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Für die russische Regierung unter Gorbatschow sollte der ehemalige Jet-Pilot einen Erfahrungsaustausch mit der deutschen Wirtschaft organisieren. Mit seiner Firma Mawy machte Wydra daraus ein Geschäftsprinzip: Zuerst führte er die Modemarke Escada, dann die Joghurts von Ehrmann und Produkte anderer deutscher Lebensmittelproduzenten in den russischen Markt ein. Mawy versteht sich heute als „Botschafter Russlands“.

Herr Wydra, Siemens-Chef Joe Kaeser hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Wie wirkt das auf Sie als Unternehmer, der lange in Russland tätig ist?
Wir sollten nur eine Zielsetzung haben und die heißt Kooperation. Dafür müssen wir versuchen, im Dialog zu bleiben und deswegen sehe ich dieses Gespräch absolut positiv.

Aber dieser Auftritt vor laufenden Kameras hatte auf viele genau die gegenteilige Wirkung.
Das mag so sein. Jeder Mensch hat seine eigenen Erfahrungen, nach denen er beurteilt und urteilt. Ich zum Beispiel lese die Presse in Deutschland und höre, was unsere Mitarbeiter und russischen Freunde sagen. Die Meinungen der beiden Seiten liegen teilweise weit auseinander.

Quirin Wydra: Der frühere Starfighter-Pilot baut mit seiner Firma Mawy in Russland Vertriebsstrukturen für deutsche Unternehmen auf. Quelle: PR

Quirin Wydra: Der frühere Starfighter-Pilot baut mit seiner Firma Mawy in Russland Vertriebsstrukturen für deutsche Unternehmen auf.

(Foto: PR)

Mit Ihrem Unternehmen Mawy arbeiten Sie seit mehr als 20 Jahren in Russland. Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Ich komme ursprünglich aus dem militärischen Bereich, ich war Pilot im Starfighter und Tornado. Damals habe ich Bundeskanzler Helmut Kohl betreut und bin auf diesem Weg nach Russland gekommen. Ich habe auch Mikhail Gorbatschow treffen dürfen. Über meine Arbeit in Russland habe ich viele Menschen kennengelernt, Vertrauen geschaffen und gewonnen – durch Kooperation und Dialog. Wenn mir jemand vor einem halben Jahr gesagt hätte, dass die Lage zwischen dem Westen und Russland derart eskalieren könnte, hätte ich gesagt: So etwas ist nicht mehr möglich.

Aber hat Putin mit der Annexion der Krim nicht das Vertrauen gebrochen?
Das kann man möglicherweise so sehen. Aber was ist ein paar Wochen vorher passiert? Die Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs hatten sich mit Janukowitsch, dem demokratisch gewählten und damals noch amtierenden Präsidenten der Ukraine, auf Neuwahlen geeinigt. An diese Abmachung hat man sich nicht gehalten.

Jetzt ist die Krim aber durch Russland annektiert worden. Was sagen Ihre russischen Geschäftspartner dazu?
Auf der einen Seite verstehen sie, dass diese Aktion völkerrechtlich fragwürdig ist, aber auf der anderen Seite sagen sie, hätte Präsident Putin nicht gehandelt, wäre die Krim für die Zukunft verloren gewesen. Die Russen hätten es Putin als Schwäche ausgelegt, wenn er abgewartet hätte.

Wenn es um so große Geschäfte wie die von Siemens in Russland geht, ist Moral da überhaupt angebracht oder geht das Geld vor?
Ist nicht die oberste Prämisse Frieden? Es geht jetzt darum, wie wir die von beiden Seiten begangenen Fehler schnellstmöglich korrigieren können. Das geht nur im Dialog. Was Herr Kaeser gemacht hat, war ein ganz, ganz wichtiger Schritt.

„Sanktionen würden unser Geschäft gefährden“
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7 Kommentare zu "Deutscher Unternehmer in Russland: „Kaeser hat einen ganz wichtigen Schritt gemacht“"

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  • Amerika und Europa halten sich mit aller Macht an der Spitze der Weltgesellschaft fest, egal ob dadurch die eigenen Werte bzw. das was Sie der Bevölkerung vorgeben gebrochen werden. Die aktuellen Krisenherde der Welt (abgesehen von Afrika) sind alles geopolitische Zonen, die in Verbindung mit Transit- und Energielieferungsstrecken stehen. Z.B. Afghanistan (Ölpipeline China); Irak, Syrien, Iran ERdöl und Transportstrecken von China/Indien in die Welt! Russland ebenfalls mit Georgien und Ukraine Unruhen, da über Georgien die South Stream Pipeline gebaut werden sollte, Venezuela weil China einen Kanal durch Nicaragua bauen will und sommit vom Amerika kontrolliertem Panama Kanal unanbhängig wird. Energieversorgungstechnisch sind wir Partner von Amerika zumindest jetzt noch. Allerdings werden wir dadurch mehr abhängig vom Amerikaner. Der aber mit unseren Politikern befreundet ist. Es wird versucht die strategischen Knotenpunkte der Welt zu kontrollieren, mit aller Macht und die Vormachtsstellung des Westens soll beibehalten werden. Auch wenn es für Wuropa besser wäre mit Russland und China auf Aufgenhöhe wie der USA zusammenzuarbeiten. Zusatz: China hat angekündigt bei einem Vorgehen gegen den Iran einzusschreiten, da dies einer der Haupterdöllieferanten Chinas ist, ähnlich Venezuela.

  • Auch von meiner Seite ein Danke - an Kaeser, Wydra und an das Handelsblatt!

    Schon gestern in den Nachrichten kaum mehr ein Wort -
    oder kurz vor der Zusammenfassung des Tages ein WinzBeträgchen...

    Mich beschleicht immer mehr die Frage, warum das Offensichtliche von unserer Regierung und den meisten Medien nicht gesehen wird.
    Warum lassen wir uns so vor den Karren der amerikanischen Interessen spannen und riskieren dabei soviel !?!?

    Was steckt da dahinter?
    Diese Frage beschäftigt mich mehr und mehr - warum nur mich?

    Ich bin kein Journalist - bin ich vorsichtig mit Behauptungen, aber mir erscheint diese Geschichte was auf der Krim passiert ist nur als ein Vorwand. Es wurden Beispiele genannt wie z.B. Kosovo - wo nichts passierte - warum also jetzt?

    Ich bin auch Putin gegenüber bisher sehr neutral gegenüber gestanden - aber derzeit - ich kann diesen Mann verstehen! Er muss die russischen Interessen vertreten und das macht er und ich finde- er macht das gut!
    Unsere Regierung sollte unsere Interessen vertreten - vertritt aber die der USA….

    Die Annektierung war vielleicht nicht korrekt- das kann ich nicht beurteilen, aber das Volk hat dann gewählt und jubelt über seine neue Zugehörigkeit wie damals die DDR beim Zusammenschluss zur BRD. Putin hatte das mit unterstützt.
    Putin hatte auch deutlich gesagt, dass er die Ukraine nicht anrühren will - warum glaubt man dem nicht und provoziert eher, dass er es doch noch tut?

    Die oberste Prämisse ist Frieden- richtig !!!
    Doch warum denken wir nun daran, dass die Bundeswehr sich anders aufstellen soll - und das auch noch laut?

    Was steckt da dahinter, dass alle Politiker plötzlich wie ferngesteuerte Marionetten agieren? Wurde da was abgehört, was sie nun steuert? Ich kanns nicht verstehen, aber es macht mir Angst.

    TTIP - die neue Pest.... ist das der Kriegstreiber?

    So viele Fragen ...
    wer gibt mir die Antworten?

  • Warum sind diese beiden nicht unsere Politiker! Der gesamte Bundestag kommt nicht mal annähernd auf die Stufe der beiden. Allmählich bin ich der Meinung, das man unseren Politikern wesentlich mehr Geld geben müsste. Das sind schließlich die Manager unseres Landes und bekommen im Gegensatz zu Fußballern oder Unternehmenslenkern nur einen Bruchteil was die verdienen. Vielleicht mehr einem Politiker zahlen und dafür ordentliche Leute dort an der Spitze unseres Landes und unabhängig von Nebenverdiensten, die nur zu Lobbyisumus führen.

  • "Ist nicht die oberste Prämisse Frieden?"

    Danke Herr Kaeser!
    Danke Herr Wydra!

    Und wenn unsere "Volksvertreter" unseren Willen nicht mehr vertreten, sondern gegen das Grundgesetz und die Verfassung agieren, sind wir verpflichtet, etwas dagegen zu tun!

    Grundgesetz Artikel 26 (1): "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen."

  • Respekt vor allen, die nicht den Politikern nachäffen.
    Die heftigste Kritik an Andersdenkenden kommt von den Predigern die das Paradies einführen wollen. Dabei haben die meisten von denen in ihrem Leben nur von Alimenten oder Transferleistungen ihr Leben gefristet. Um einen Auftrag mussten sie wohl nie kämpfen und eine Kunden haben die wohl auch nicht nie gesehen.

    Die Annexion der Krim ist völlig inakzeptabel aber trotzdem nachvollziehbar. Viele unfähige Politiker haben in Kiew fast alles verkehrt gemacht. Von den Gruppierungen in Kiew guckt eine nach Westen und die andere nach Osten. Dabei sind beide nur machtgierig keinen Deut besser und bis aufs Mark korrupt.
    Warum mischen wir Europäer uns da überhaupt ein und provozieren die Russen?
    Es besteht Hoffnung, dass viele Parteien bei der Europawahl einen Denkzettel bekommen - leider in die falsche Richtung, aber ein Nach- /Umdenken muss so erzwungen werden!

  • Wer sich nicht dafür interessiert, wer für die Massenmorde auf dem Maidan verantwortlich war, hat jedes Anrecht auf irgendwelche moralischen erhobenen Zeigefinger verloren.
    Nicht nur die versammelte Medein- und Presselandschaft gehört dazu, sondern vorneweg unsere - leider immer noch - Bundesregierung.
    Was für ein Glück, daß sich so einflußreiche Personen wie hier nicht vor den Propagandakarren spannen lassen und stattdessen solche dinge wie Frieden in Europa und Kooperation als oberste Prämisse setzen.
    Ich fühle mich nicht bedroht durch ein Referendum in einem anderen Land, ich fühle mich allerdings heftigst bedroht durch Kriegspropaganda, die mich wie alle anderen, die nicht in Kalter-Kriegs-Logik verfallen sind, allein dafür diffamiert und verhöhnt als "Putin-Versteher". Viel zu offensichtlich sind die US-amerikanischen Interessen dahinter, die geostratigisch erheblichen Vorteil aus einer Verschärfung der Konfrontation zwischen Europa und Rußland zieht und damit zwei global Player wirtschaftlich massiv schwächt.
    "and the winner is: ..."?
    Die Angst vorm bösen Russ' als strategisches Konzept, um ein Zusammenwachsen zu sabotieren.

  • "Wenn es um so große Geschäfte wie die von Siemens in Russland geht, ist Moral da überhaupt angebracht oder geht das Geld vor?
    IST NICHT DIE OBERSTE PRÄMISSE FRIEDEN? "

    Diese Antwort sollten sich unsere von den spionierenden Freunden aufgehetzten CDU/SP/Grünen - Poliriker mal durch den Kopf gehen lassen!
    Die USA haben kein Problem mit einem EU-Rußland- Konflikt. Europa ist weit, und der Dollar rollt!