Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Devin Wenig Ebay-Chef tritt ab: Wird das Unternehmen nun zerschlagen?

Der Chef des Online-Handelsplatzes Devin Wenig räumt überraschend seinen Posten. Das dürfte auch Auswirkungen auf die Organisation in Deutschland haben.
25.09.2019 - 18:19 Uhr Kommentieren
Ebay such einen Nachfolger für den bisherigen Vorstandschef. Quelle: dpa
Devin Wenig

Ebay such einen Nachfolger für den bisherigen Vorstandschef.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, New York Der Vorstandsvorsitzende des Online-Markts Ebay, Devin Wenig, ist überraschend zurückgetreten. „Angesichts einer Reihe von Überlegungen glauben sowohl Devin als auch der Verwaltungsrat, dass zu diesem Zeitpunkt ein neuer CEO das beste für das Unternehmen ist“, teilte der Verwaltungsratsvorsitzende Thomas Tierney am Mittwoch mit. Der bisherige Finanzvorstand Scott Schenkel soll vorübergehend den CEO-Posten übernehmen, während der Verwaltungsrat „interne und externe Kandidaten“ in Erwägung ziehe.

Der abrupte Abgang von Wenig nach vier Jahren an der Spitze von Ebay könnte im Zusammenhang mit dem aktivistischen Investmentfonds Elliott von Paul Singer stehen. Der hatte sich zuletzt vor allem für eine Aufspaltung des Unternehmens stark gemacht. Dennoch kommt der Rücktritt des 53-Jährigen Wenig überraschend, da es zuletzt durchaus positive Signale von Ebay gab, was die Investoren mit einem höheren Aktienkurs honoriert hatten.

Auf der Ebay-Open-Konferenz, der jährlichen Händlertagung in Las Vegas, hatte Wenig Ende Juli noch mit Verve auf der Bühne seine strategischen Initiativen für künftiges Wachstum vorgestellt. Der ehemalige Reuters-Chef wurde für seinen charismatischen Auftritt von den Händlern geradezu gefeiert.

Und er hatte gute Nachrichten mitgebracht: Eine eigene Logistikkette will der Plattformbetreiber aufbauen und eine zentrale Zahlungsabwicklung einführen. Nach dem Vorbild von Amazon will das Unternehmen nicht nur den Marktplatz bereitstellen, sondern mehr Kontrolle über viele Services übernehmen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nun muss diesen „Managed Marketplace“, wie das Projekt intern genannt wird, Wenigs Nachfolger einführen. Offiziell werden keine Gründe für den Abgang von Wenig genannt. Doch alles deutet darauf hin, dass es strategische Differenzen mit dem Board gegeben hat.

    Sowohl Devin als auch der Verwaltungsrat glauben, dass zu diesem Zeitpunkt ein neuer CEO das beste für das Unternehmen ist. Thomas Tierney (Ebay-Verwaltungsratsvorsitzender)

    Hauptstreitpunkt ist die Frage, ob Ebay die profitablen Bereiche Classifieds Group und Stubhub abspalten soll. Der aktivistische Investor Singer macht seit Monaten Druck, wirft dem Management schlechte Leistung vor und fordert die Teilung des Konzerns. Das Ebay-Board hat reagiert und Goldman Sachs mit der strategischen Überprüfung des Portfolios beauftragt.

    Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, geht diese Untersuchung weiter „und das Unternehmen rechnet damit, im Herbst ein Update vorzustellen“. Wenig war strikt gegen den Verkauf insbesondere der Classified Group, zu der der auch die deutschen Plattformen Ebay Kleinanzeigen und mobile.de gehören.

    Manager mit 23 Jahren

    Wenig ist ein gebürtiger New Yorker. Im Anschluss an sein Jurastudium an der Columbia University übernahm er nach dem plötzlichen Tod seines Vaters mit 23 Jahren dessen kriselndes Pharma-Unternehmen. Nach einem Jahr holte er professionelle Manager an Bord und arbeitet zunächst als Anwalt.

    Im Jahr 1993 begann er eine Karriere bei der Nachrichten- und Datenagentur Reuters, wo er bis zur Nummer Zwei aufstieg. Unter anderem leitete er dort die Sparte Thomson Reuters Markets – bis er 2011 zu Ebay wechselte. Dort war er zunächst für den globalen Marktplatz zuständig und baute dort vor allem das Geschäft auf mobilen Geräten wie Smartphones aus. Als 2014 die Geschäfte des Online-Händlers Ebay und des Zahldienstleisters Paypal voneinander getrennt wurden, übernahm er den CEO-Posten bei Ebay.

    Der Rücktritt von Wenig dürfte auch Auswirkungen auf die Organisation in Deutschland haben. Ebay-Deutschlandchef Eben Sermon ist ein enger Vertrauter von Wenig. Der enge Draht zum Konzernchef gab ihm viele Freiheiten, individuell auf den Markt zugeschnittene Lösungen zu entwickeln. So hatte sich Deutschland für Ebay immer mehr zum Schlüsselmarkt entwickelt – gerade bei Innovationen. Ob Sermon diese Rolle auch unter einem neuen Konzernchef spielen kann, ist offen.

    Ebay gehört zu den ältesten Silicon-Valley-Unternehmen, seine Führungskräfte bleiben meist lange. Wenig war erst der dritte externe Vorstandsvorsitzende des 1995 gegründeten Unternehmen, das vor allem unter der ersten Vorstandsvorsitzenden Meg Whitman weltweit bekannt geworden war.

    Der Abgang von Wenig löste an der Börse keine Begeisterung aus: Die Aktie gab am Mittwoch nach der Ankündigung deutlich nach.

    Mehr: 20 Jahre nach dem Start in Deutschland ist Ebay in der Defensive: Die Internet-Ikone muss sich neu erfinden, um gegen Amazon nicht endgültig zu verlieren.

    Startseite
    Mehr zu: Devin Wenig - Ebay-Chef tritt ab: Wird das Unternehmen nun zerschlagen?
    0 Kommentare zu "Devin Wenig: Ebay-Chef tritt ab: Wird das Unternehmen nun zerschlagen?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%