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Dhivya Suryadevara Rückschlag für General Motors: Die Finanzchefin geht

Der Autokonzern verliert eine potenzielle Nachfolgerin der Chefin Mary Barra. Dhivya Suryadevara wechselt ins Silicon Valley zum hochbewerteten Bezahldienstleister Stripe.
13.08.2020 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
General Motors konnte die Finanzchefin nicht halten. Quelle: General Motors, John F. Martin
Dhivya Suryadevara

General Motors konnte die Finanzchefin nicht halten.

(Foto: General Motors, John F. Martin)

Frankfurt, Washington, Düsseldorf Ende Juli verkündete sie noch die Quartalszahlen von General Motors. Jetzt verabschiedet sich Finanzchefin Dhivya Suryadevara von Amerikas größtem Autobauer und zieht aus der Motor-City Detroit ins Silicon Valley. Dort wird sie Finanzchefin des Fintechs Stripe, eines der höchstbewerteten Start-ups der USA. „Ich mag es, komplexe Großunternehmen zu führen, und hoffe, meine Kenntnisse dazu einsetzen zu können, das steile Wachstum von Stripe weiter zu beschleunigen“, sagte Suryadevara.

Ein herber Verlust für GM-Chefin Mary Barra. Sie hatte 2018 die 41-Jährige als erste Frau auf dem CFO-Posten bei GM eingesetzt. Zweimal (2015 und 2018) war Suryadevara vom „Fortune Magazine“ in die Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten unter 40 Jahren aufgenommen worden.

Langfristig galt sie als Kandidatin für die Nachfolge von Barra. Zum Abschied lobte die 58-Jährige die Arbeit ihrer ehemaligen Finanzchefin: „Sie hat unserem Unternehmen dabei geholfen, die Bilanz und die Kostenstruktur zu verbessern, uns auf die Wertschöpfung zu konzentrieren und die richtigen Investitionen für die Zukunft zu tätigen.“

Das Silicon Valley schafft es immer wieder, gute Vorstände von traditionellen Konzernen abzuwerben. 2015 etwa sicherte sich Google die Dienste von Ruth Porat, der Finanzchefin der Investmentbank Morgan Stanley.

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    Suryadevara wird ihren Lebensmittelpunkt nach San Francisco verlegen müssen, nachdem die Mutter einer Tochter während ihrer Zeit bei General Motors zwischen Detroit und New York gependelt ist. Im Silicon Valley verfügt sie über gute Kontakte, fädelte etwa die GM-Beteiligung am Fahrdienst Lyft oder die Übernahme vom Start-up Cruise mit ein, das sich mit autonomer Autotechnik beschäftigt.

    Ganze 16 Jahre arbeitete Suryadevara bei GM. Die gebürtige Inderin kam zum Studium an die Harvard Business School in die USA. „Alles war mit Studentenkrediten bezahlt“, sagte sie vor einigen Jahren in einem ihrer seltenen Interviews.

    „Unter diesen Umständen ist man unter einem anderen Druck, einen Job zu finden.“ Mit 24 Jahren fing sie als Investmentbankerin bei UBS an, um ein Jahr später zu GM zu wechseln. „Ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft von GM angeht“, sagte Suryadevara zum Abschied.

    Nur SpaceX ist wertvoller

    Das Start-up Stripe hatte noch im April 600 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde eingesammelt. Zu den Geldgebern gehört das Who’s who der Silicon-Valley-Investoren: Andreessen Horowitz, General Catalyst und Sequoia Capital.

    Damit wird Stripe mit 36 Milliarden Dollar bewertet – das ist fast so viel wie der Marktwert von General Motors. Als Start-up wird Stripe in den USA nur noch von dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtunternehmen SpaceX übertroffen, das auf eine Bewertung von 44 Milliarden Dollar kommt.

    Gründer von Stripe sind der heutige Chef Patrick Collison und sein Bruder John. Sie haben die Firma vor knapp zehn Jahren gestartet. Ging es zunächst noch darum, Onlineshops die Annahme von Kreditkartenzahlungen zu erleichtern, wickelt Stripe heute sämtliche Arten von Zahlungen ab, von Smartphone-Zahlungen bis hin zur klassischen Lastschrift.

    Doch ist der Markt der Zahlungsdienstleister schwer umkämpft. Die Margen sind niedrig. Zahlungsdienstleister erhalten nur einen Minianteil am Umsatz einer Transaktion. Dazu müssen sie ständig in Innovationen investieren. Obendrein dürften Verbraucher sich angesichts der Coronakrise vorerst mit Einkäufen und anderen Ausgaben, etwa für Reisen, zurückhalten. Zu den Kunden von Stripe zählen so bekannte Unternehmen wie Google und Facebook. In Deutschland sind es laut ‧Stripe beispielsweise Axel Springer, Statista und MAN.

    Im Silicon Valley kursieren Gerüchte: Könnte der Wechsel von Suryadevara mit zur Vorbereitung eines Börsengangs gehören? Gründer John Collins winkt ab: „Ein IPO hat nichts mit dieser Personalie zu tun.“

    Mehr: GM kann Absturz in die roten Zahlen abmildern – Aktie legt zu.

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