digitale Transformation

Insurtech Digitaler Versicherungsmakler Clark sichert sich frisches Geld für Wachstumspläne

Das Start-up Clark hat 29 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Mit dem frischen Kapital nimmt das Insurtech eine neue Zielgruppe ins Visier.
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Das Insurtech Clark hat frisches Geld bei Investoren eingesammelt. Quelle: Knip
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Das Insurtech Clark hat frisches Geld bei Investoren eingesammelt.

(Foto: Knip)

BerlinDer digitale Versicherungsmakler Clark hat nach Informationen des Handelsblatts 29 Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt. Das stellt nach Einschätzung des Unternehmens für ein sogenanntes Insurtech einen Rekord für die zweite Finanzierungsphase (Series B) in Europa dar.

Mit dem Geld will das Insurtech seine Wachstumspläne finanzieren. Insurtech ist eine Wort-Neubildung analog zum Begriff Fintech. Fintechs sind Start-ups aus dem Bereich Zahlungsverkehr oder Bankgeschäfte. Insurtechs entwickeln neue Dienstleistungen und/oder Geschäftsmodelle im Versicherungsbereich.

„Mit unserem Angebot kann ein Kunde online alles erledigen, was mit Versicherungen zu tun hat – bestehende Tarif optimieren, Versicherungslücken schließen, Experten-Rat einholen und Schadensmeldungen einreichen“, erklärt Vorstandschef und Co-Gründer, Christopher Oster, im Gespräch mit dem Handelsblatt das Geschäftsmodell des Unternehmens. Dabei deckt Clark das Angebot von 160 Versicherern ab. Für vermittelte Versicherungen erhält das Unternehmen Provisionen vom Anbieter.

„Wir haben noch viele Ideen, wie wir unsere App und unser digitales Angebot ausbauen und neue Kundenkreise erschließen können“, verspricht Oster. Clark sieht sich in erster Linie als digitale Versicherungsmanager für private Kunden.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde von den beiden neuen Investoren Portage3Ventures und dem Fonds White Star Capital. An der Runde beteiligten sich auch bisherige Investoren wie Yabeo Capital, Coparion und Kulczyk Investments. Die Muttergesellschaft Finleap bleibt aber Haupt-Anteilseigner des Insurtechs.

Direkte Ansprache von Privatkunden geplant

In einem ersten Schritt gelang es Clark, große Direktbanken als Kunden zu gewinnen. Anders als große Filialbanken haben diese in der Regel keine vertraglichen Beziehungen zu Versicherern. So können Kunden der ING-Diba, der Deutschen Kreditbank, NIBC Direct, der Smartphone-Bank N26, aber auch der PSD Bank Hannover auf Dienstleistungen von Clark zurückgreifen.

Da Clark die drei führenden Direktbanken in Deutschland bereits unter Vertrag hat, verfolgt der Versicherungsmakler neue Ansätze und setzt auf die direkte Ansprache der Privatkunden. „Wir wollen neue Kunden akquirieren und uns stärker als Marke positionieren“, gibt Oster die Richtung vor. Das setzt stärkere Investitionen ins Marketing voraus. Künftig will Clark auch in der TV-Werbung präsenter sein und auch auf digitalen Kanälen und Plattformen wie Youtube, Instagram oder Google stärker Flagge zeigen.

Seit Gründung im Jahr 2015 konnte Clark knapp 100.000 Kunden für sich gewinnen. Mittelfristig, so Oster, wird ein Wachstum auf eine Million Kunden angepeilt. „Wenn man den Erfolg der Direktbanken sieht, halte ich das für absolut realistisch“, glaubt Oster, der ehemalige Boston Consulting-Berater und Mitgründer des Touristikportals Wimdu.

Einen Blick über die Grenzen riskiert das Unternehmen auch schon. „Die europäischen Märkte sind schon interessant für uns, aber nicht kurzfristig“, schränkt Oster ein. „Wir wollen uns erst als großer Anbieter in Deutschland etablieren“, heißt es.

Mit größerem Elan widmet sich Clark derweil einem zweiten Standbein, dem sogenannten B2B-Geschäft, konkret dem Geschäft mit Banken. Hier bietet Clark interessierten Banken eine Versicherungsverwaltung an, die die Banken unter ihrer eigenen Marke ihren Kunden anbieten können. „In diesem Segment sind wir in erster Linie Softwaredienstleister“, urteilt Oster. Ein Strategieschwenk sei damit nicht verbunden, sondern eine Erweiterung des Geschäftsfeldes.

Die ehrgeizigen Ziele lassen sich ohne eine kräftige Personalaufstockung nicht erreichen. Oster geht davon aus, dass sich das 60-Mann-Team bis Ende 2019 verdoppeln wird.

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