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digitale Transformation

Management-Ratschläge Die vier Tipps von Jeff Bezos – So schaffen Sie eine Firma wie Amazon

Amazon-Chef Jeff Bezos schwimmt auf einer Erfolgswelle. In seinem Jahresbrief verrät der Multimilliardär das Geheimnis seines Erfolgs.
19.04.2018 - 10:18 Uhr 7 Kommentare
„Die Leute haben einen unermüdlichen Appetit auf etwas Besseres.“ Quelle: Reuters
Amazon-Chef Jeff Bezos

„Die Leute haben einen unermüdlichen Appetit auf etwas Besseres.“

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Seattle Jedes Jahr informiert Amazon-Chef Jeff Bezos in einem Brief an die Aktionäre nicht nur über den Geschäftsverlauf. Er gibt auch Managementtipps – etwa, dass immer so gearbeitet werden müsse, als wäre es der erste Tag in der Unternehmensgeschichte. Sein Memo an die Investoren feiert zwanzigstes Jubiläum und diesmal verrät der reichste Mann der Welt nicht nur erstmals Kundenzahlen des Bindungsprogramms Amazon Prime. Er schreibt auch, was seiner Ansicht nach den Onlinehändler zu dem gemacht hat, was er heute ist – und wie andere Unternehmer es ihm nachmachen können.

Dreh- und Angelpunkt sind für Bezos „hohe Standards“. Denn Kunden seien „traumhaft unzufrieden“: „Die Leute haben einen unermüdlichen Appetit auf etwas Besseres, und das ‚Wow‘ von gestern wird schnell zum Gewöhnlichen von heute“, schreibt Bezos. Die Erwartungen der Käufer stiegen, und mit ein paar Klicks auf ihrem Smartphone könnten sie im Internet Produkte, Preise und Lieferzeiten vergleichen.

Wie man da noch mithalten kann? Die vier Tipps des Amazon-Chefs:

1. Hohe Standards kann man lernen

Für Bezos hat Professionalität eine Strahlkraft, die sich auf die Mitarbeiter überträgt. Hohe Standards seien „ansteckend“. „Bring eine neue Person in ein Team mit hohen Standards, und sie passt sich schnell an“, prophezeit er. Dasselbe gelte jedoch auch für die andere Seite: Wenn niedrige Standards die Oberhand gewinnen, breiten sie sich schnell aus. Obacht also bei der Zusammenstellung der Teams!

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    2. Generalisten gibt es nicht

    „Als ich mit Amazon anfing, war ich gut darin, Sachen zu erfinden, Kunden zu betreuen und Leute einzustellen“, schreibt Bezos. Von betrieblichen Abläufen und wie man Prozesse optimiert – davon hatte er nach eigenen Worten keine Ahnung. All das brachten ihm seine Kollegen bei. Man müsse also nicht in allem gut sein, sondern seine Kernkompetenzen finden.


    Zugeben zu können, dass man nicht alles könne, sei wichtig. Denn „es kann ganze Bereiche geben, wo man nicht einmal weiß, dass die eigenen Standards niedrig oder nicht existent sind“, so Bezos. Bescheidenheit sei hier essenziell.

    3. Immer schön realistisch bleiben

    Nachdem man herausgefunden habe, auf welchen Bereich man seinen Fokus lege, folgten zwei wichtige Schritte. Erstens: zu wissen, was „gut“ in diesem Feld überhaupt bedeute. Und zweitens: Realistische Erwartungen zu haben, wie schwer und langwierig es sein kann, dieses Resultat zu erzielen.

    Bezos gibt in seinem Brief zwei Beispiele aus seinem Umfeld. So habe sich eine Freundin vorgenommen, den perfekten Handstand zu lernen. Zuerst übte sie zu Hause, nach einer Weile wandte sie sich dann an einen Handstand-Coach (ja, diesen Job scheint es zu geben). Der klärte sie auf: Die meisten Leute glauben, man könnte innerhalb von zwei Wochen lernen, auf den Händen zu stehen. Tatsächlich müsse man ein halbes Jahr lang dafür trainieren – und das täglich.

    Das zweite Beispiel kommt aus der Amazon-Welt. Powerpoint-Präsentationen wurden aus dem Unternehmen verbannt, stattdessen schreiben die Mitarbeiter sechsseitige Memos. Deren Qualität unterscheide sich je nach Schreiber erheblich. Aber: „Manche haben die Klarheit singender Engel“, schreibt Bezos.

    Eine punktgenaue Anleitung zum Schreiben gibt es für die Verfasser aber nicht. „Großartige Memos werden geschrieben, umgeschrieben, von Kollegen geprüft und korrigiert, auf Seite gelegt und mehrere Tage später erneut bearbeitet“, so Bezos. Die Essenz: Gute Resultate sind nicht schnell zu erzielen. Hartnäckigkeit und Ausdauer sind gefragt.

    4. Teamwork, Teamwork, Teamwork

    Wer gute Resultate erzielen möchte, müsse nicht unbedingt der Beste in seinem Bereich sein. Wichtiger sei zu wissen, wer im Team die Aufgabe am besten lösen könne – und dann zu delegieren. „Ein Footballtrainer muss nicht werfen können, ein Regisseur muss kein guter Schauspieler sein“, schreibt Bezos. Jemand im Team müsse die Kompetenz haben – das müsse man nicht zwangsweise selbst sein.

    „Dieses Jahr markiert den 20. Jahrestag unseres ersten Aktionärsbriefes. Unsere Kernwerte und -antriebe bleiben unverändert“, schreibt Bezos. „Wir streben weiterhin danach, das kundenorientierteste Unternehmen der Erde zu sein, und wissen, dass das kein kleines oder leichtes Unterfangen ist. Wir wissen, dass wir vieles besser machen können. Gleichzeitig geben uns die vielen Herausforderungen und Chancen enorme Energie.“

    Der große Aufwand, den es bedeutet, eine Unternehmenskultur mit hohen Standards zu implementieren, sei den Aufwand wert, rät Bezos zum Schluss seiner Abhandlung. Das Resultat: Bessere Produkte und glücklichere Kunden. Entscheidend sei dabei vor allem die „unsichtbare“ Arbeit hinter den Kulissen: „Die Arbeit, die erledigt wird, wenn niemand zuschaut“. Und eben das mache Professionalität aus.


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    7 Kommentare zu "Management-Ratschläge: Die vier Tipps von Jeff Bezos – So schaffen Sie eine Firma wie Amazon"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist naiv zu glauben, Manager wie Bezos oder Musk hatten Erfolg aufgrund ihrer Genialität und Weisheit , ohne daß von mächtigen Organisationen im Hintergrund "nachgeholfen" wurde. Wer guten Rat sucht, wendet sich besser an einen Normalbürger der über 50% Steuern bezahlt, der kennt die Realität besser als diese Leute.

    • Das KGV ist nicht 185% , Prozent von was ? Das macht bei KGV keinen SInn, es ist aktuell 252 auf Dollarbasis. Da Bezos den erwirtschafteten Profit in immer neue margenarme Geschäftsmodelle steckt, ist der Profit bezogen auf den Gesamtumsatz mit 1,7% absurd niedrig.

      Amazon macht überhaupt nur nennenswert Gewinn auf Grund seiner Cloudsparte die dazu auch noch am meisten beiträgt. Die Cloudsparte alleine erwirtschaftet mehr Gewinn als der gesamte restliche Gemischtwarenladen zusammen.

      Würde mich nicht wundern wenn Amazon beim nächsten Börsencrash um 90% fällt.

      Der Hype um Bezos ist mir ein Rätsel nach dem nächsten Börsencrash wird Buffett immer noch unter den reichsten 3 sein ud Bezos ganz weit unten.

    • Des Kaisers neue Kleider ist doch immer wieder zutreffend. Der Saftladen ist überbewertet.
      Stellt man sich vor es liest einer die Bilanz, macht es Boom.
      KGV nebich 185%
      Eigenkapitalquote 21,10%
      Fremdkapitalquote 78,90%

    • Ich MÖCHTE gar keine Firma wie Bezos haben. Amazon ist unterirdisch schlecht, höchstens noch von Alibaba getoppt, der chinesichen Kopie. Amazon ist eine Plattform für Betrüger, es wird seit Jahren nichts dagegen getan, und selbst die seriösen Händler haben unterirdisch schlechte Artikelbeschreibungen, man weiss eigentlich nicht was man bekommt, die Artikelbeschreibungen sind deutlich schlechter als bei EBay und die Suchfunktionen absolut unzureichend. Entsprechend kaufe ich dort auch nichts ausser Büchern, und selbst für die gibt es inzwischen bessere Anlaufstellen, wie Booklooker. Auch die anderen Dienste sind grottig: Amazon Prime kann gegen Netflix nicht bestehen. Die Cloud heisst: Meine Daten sind weg und Amazon kümmert das rein gar nicht.
      Ich verstehe nicht, warum die Leute Bezos so viel Geld in den Rachen werfen, es gibt besseres, und wenn es nur ums Verkaufen geht: Baut euch eine eigene Firmenwebsite, und sei sie noch so simpel, die Gebühren gehören dann euch, statt eBay, Amazon oder Dawanda.

    • "„Hohe Standards seien „ansteckend“. „Bring eine neue Person in ein Team mit hohen Standards, und sie passt sich schnell an“, prophezeit er“

      Das ist für sich genommen sicher eine gute Nachricht.

      Wäre allerdings fein, wenn das Hauptkriterium beim Setzen von Standards nicht allein „Gewinn“-Maximierung lautet, sondern der Fokus auch über den „Unternehmenstellerrand“ hinaus auf Vorgänge, die sich außerhalb des näheren regionalen und geschäftlichen Umfelds auf der Welt abspielen gerichtet wird (soviel zu Punkt 2:
      “Von betrieblichen Abläufen und wie man Prozesse optimiert – davon hatte er nach eigenen Worten keine Ahnung. All das brachten ihm seine Kollegen bei. Man müsse also nicht in allem gut sein, sondern seine Kernkompetenzen finden. Zugeben zu können, dass man nicht alles könne, sei wichtig.
      Denn „es kann ganze Bereiche geben, wo man nicht einmal weiß, dass die eigenen Standards niedrig oder nicht existent sind“, so Bezos“).

      Fürs langfristige Überleben am Markt dürfte sich das als noch essenzieller als Bescheidenheit erweisen. Hoffentlich helfen die Kunden da (beim Setzen der richtigen Standards) mit:
      "„Wir streben weiterhin danach, das kundenorientierteste Unternehmen der Erde zu sein, (…).“

      "„Großartige Memos werden geschrieben, umgeschrieben, von Kollegen geprüft und korrigiert, auf Seite gelegt und mehrere Tage später erneut bearbeitet“, so Bezos“. Das zu Punkt 4: „Teamwork, Teamwork, Teamwork - Wer gute Resultate erzielen möchte, müsse nicht unbedingt der Beste in seinem Bereich sein. Wichtiger sei zu wissen, wer im Team die Aufgabe am besten lösen könne“.

      Heute auf S. 42 „Big Data – „Der neue Durchblick“, Leittext:

      „Strengere Vorgaben zwingen Unternehmen zur Analyse, welche Daten sie wo speichern. Aus der Pflicht erwachsen auch Geschäftschancen.“

      So muss man das sehen.

      „Für eine verlässliche Datenbasis müssen Ressorts zusammenarbeiten – (…)“

      Ein durchaus heilsamer Zwang zu einer besseren – d.h.: durchgängig kommunikativeren Organisationsstruktur.

    • Mitarbeiter ausbeuten .. keine Tarifverträge zulassen ... usw

    • Der wichtigste Tipp fehlt:

      Suche dir einen Markt, der groß genug für den Absatz ist.
      Online Plattformen kann man in Amerika, Russland oder China betreiben, aber nicht in Belgien oder Österreich; da ist der Heimatmarkt einfach zu klein. Und selbst China hat seine Märkte gegen eBay und Amazon abgeschottet, bis Alibaba groß genug war, es mit der Konkurrenz aufnehmen zu können. Es gibt in Deutschland tausende von Amazons, von denen noch nie einer etwas gehört hat. Ich denke gerade an die Online Plattform www.gebraucht.de, die sich vergeblich abstrampelt.

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