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digitale Transformation

Personalmanagement Wie der Wettlauf um Talente gelingt

Der Mangel an Fachkräften gilt als Hemmschuh beim digitalen Wandel. Einige Mittelständler schaffen es dennoch, gute Mitarbeiter zu finden.
  • Lara Sogorski
28.04.2018 - 15:43 Uhr Kommentieren
Die Geschäftsführung muss immer wieder den Austausch mit Mitarbeitern suchen, um Ängste zu nehmen und eine größtmögliche Transparenz über alle neuen Schritte zu schaffen. Quelle: Getty Images
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Die Geschäftsführung muss immer wieder den Austausch mit Mitarbeitern suchen, um Ängste zu nehmen und eine größtmögliche Transparenz über alle neuen Schritte zu schaffen.

(Foto: Getty Images)

Berlin „Das war ein echter Glücksgriff“, sagt Michael Schneider, „dass wir jemanden gefunden haben, der auch hier bei uns in der Gegend arbeiten will.“ Noch immer ist Erleichterung zu hören in der Stimme des Prokuristen und Leiters der Fertigungsplanung bei der Günter Effgen GmbH, einem Hersteller von Spezialwerkzeugen im Bereich Schleiftechnik. Firmensitz des Unternehmens ist Herrstein, eine 800-Seelen-Gemeinde in Rheinland-Pfalz, etwas mehr als eine Stunde von Kaiserslautern entfernt.

Seit einigen Jahren setzt der Mittelständler auf Industrie 4.0. Besonders wichtig für Schneider und sein Team war es daher, einen Systemanalytiker zu finden, der innovative Lösungsansätze im IT-Bereich entwickelt und neue Systeme einführt. "Wir befinden uns in einer extrem strukturschwachen Gegend, sodass wir auf unsere Ausschreibung nur sehr wenige Bewerbungen bekommen hatten", berichtet der Prokurist.

Umso größer war die Überraschung gewesen, dass ein Bewerber dabei war, der nicht nur das nötige Fachwissen mitbringt, sondern sich auch bewusst für den Standort entschieden hat. „Der Kandidat ist in der Gegend aufgewachsen, für eine Anstellung dann weggezogen und wollte aus familiären Gründen wieder zurück.“

Nur wenige Mittelständler mit Industrie-4.0-Ambitionen dürften sich in einer solch komfortablen Lage wie die Günter Effgen GmbH befinden. Landauf, landab fehlen vor allem den mittelständischen Betrieben Mitarbeiter mit passender Qualifikation, um mehr oder sogar überhaupt in die Digitalisierung zu investieren – laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY ist aktuell jedes fünfte kleine und mittlere Unternehmen davon betroffen. Gut ausgebildete Fachkräfte seien nur schwer zu finden, weil der Arbeitsmarkt in vielen Bereichen nahezu leergefegt sei.

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Standort erkennen

    Probleme kreativ lösen

    Wenn es um rare IT-Spezialisten geht, treten Mittelständler in direkte Konkurrenz mit Großunternehmen und Konzernen - am Ende ziehen sie oftmals den Kürzeren. Viele Fachkräfte entscheiden sich für den Arbeitgeber mit bekanntem Namen. „Dabei haben Mittelständler eine Riesenchance gegenüber den Großen, wenn sie eine kreative, intelligente Bewerberansprache finden“, ist Nelson Taapken, Partner bei EY im Bereich People Advisory Services, überzeugt. Während die digitale Transformation bei vielen Großunternehmen eher auf träge Strukturen stoße und teilweise sogar zur Sinnfrage führe, könnten die mittleren Firmen dank einfacherer Strukturen und der flachen Hierarchien mit ihrer Flexibilität auftrumpfen.

    „Wenn man nicht gerade in einem gefragten Ballungsgebiet sitzt, kann man bei IT-Experten etwa mit ortsungebundenen Arbeitsmöglichkeiten punkten“, sagt Taapken. Das kann bedeuten, dass das Digitalisierungsteam beispielsweise nicht in der Unternehmenszentrale sitzt, sondern in einem externen Büro, das dann in einer angesagten Stadt wie Berlin, Frankfurt oder München angesiedelt wird. Der EY-Berater empfiehlt den Betrieben zudem, Mitarbeiter verstärkt über spezielle Mittelstandsbörsen und im Ausland zu rekrutieren. „Viele profitieren außerdem davon, sich mit anderen Firmen in regionalen Clustern zusammenzutun und gemeinsam als Region Fachkräfte anzuwerben.“

    Diese Gadgets kümmern sich um den Garten, wenn Sie im Urlaub sind
    Cloudrain aus Düsseldorf
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    Cloudrain ist ein junges Start-up aus Düsseldorf. Ihre Erfindung: ein smarter Helfer für den Garten. Per App lässt sich die Bewässerung von Pflanzen und Sträuchern ganz unkompliziert steuern. Dahinter verbirgt sich ein spezieller Algorithmus, der in Echtzeit Wetterdaten wie Sonneneinstrahlung, Temperatur, Wind und Feuchtigkeit berücksichtigt. Die zwischen Schlauch und Wasserhahn angeschlossenen Ventile werden via Solarlicht versorgt, sind wartungsfrei und vollautomatisch gesteuert.
    (Credit: PR Cloudrain)

    Rachio Iro
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    Auch der Iro von Rachio soll helfen, wenn Sie im Urlaub sind: Das System ruft aktuelle Wetterdaten ab und entscheidet auf dieser Basis, wann Pflanzen gegossen werden sollen und wann nicht. Der Iro ist dabei so programmiert, dass er im Laufe der Zeit lernt, wann die Sprinkleranlagen angeschmissen werden sollen. Außerdem stellt sich das System je auf die Gießgewohnheiten einer Pflanze ein.

    (Foto: rach.io)
    Greenbox
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    Die Greenbox kann ähnlich wie der Iro von Rachio die Gartenarbeit von der Ferne steuern. Mit der dazugehörigen App lassen sich die Aktivitäten der gesteuerten Geräte in Echtzeit verfolgen. Um den Nutzer zu entlasten, lässt sich bei Bedarf ein Wochenplan einrichten. Wie der Iro wurde auch die Greenbox mit einem lernfähigen Algorithmus programmiert.

    (Foto: greenboxhq.com)
    Gardena Wasserverbrauchszähler
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    Weniger aufwändig, aber dennoch nützlich ist der Wasserverbrauchszähler von Gardena. Eingeschraubt zwischen Wasserschlauch und -anschluss zeichnet das Gerät den Wasserverbrauch auf.

    (Foto: gardena.de)
    Phoenix-System: der Garten für die Wand
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    Dieses futuristische Gerät ist ein vertikaler Garten, den Sie sich zu Hause an die Wand hängen können. Er bringt nicht nur die Zukunft, sondern auch eine reiche Ernte ins Wohnzimmer. Das Gerät verzichtet auf den Einsatz von Erde, die Pflanzen wachsen und wurzeln direkt ins Wasser. Licht zum Wachsen kommt durch eine energiesparende LED-Beleuchtung und via App lässt sich kontrollieren, wie hoch der Wasserverbrauch und die Lichtzufuhr ist.
    (Credit: Phoenix-System PR)

    Planthive
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    Auch die Macher von Planthive stellen ein kontrolliertes kleines Ökosystem für die eigenen vier Wände zur Verfügung. Damit können Sie auch ohne einen Garten kleine Früchte und Gemüse anbauen. Steuern lässt sich der Smart Garden über eine App per Tablet, PC oder Handy.
    (Credit: Planthive PR)

    Agrilution
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    Ähnlich futuristisch ist die Technologie des Plant Cubes von den Gründern des Start-ups Agrilution. Auch hier wachsen Kräuter und Salate im eigenen Zuhause, genährt von LED-Licht, einer automatischen Bewässerung und speziellen Saatmatten.
    (Credit: Agrilution PR)

    Wenn Firmen mit dem Personalstamm arbeiten müssen, den sie haben, heißt es, kreativ zu sein, betont Andreas Wartenberg, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung. „Für das Eigenmarketing sollte man Argumente sammeln, welche Vorteile eine Arbeit im Unternehmen bringt.“ Ein weiterer Bonus seien durchdachte Mitarbeitervorteile wie etwa Bahncard oder ein Betriebskindergarten.

    Digitale Fitness stärken

    Personalleiter investieren aktuell allerdings nicht Zeit und Geld in die Suche neuer Mitarbeiter. Damit der digitale Wandel im Unternehmen gelingt, muss auch die bestehende Belegschaft auf die Veränderungen vorbereitet und dafür geschult werden. Begriffe wie Industrie 4.0 und Digitalisierung sind wenig greifbar. „Das führt dazu, dass ein Teil der Mitarbeiter anfangs mit Skepsis auf das Thema Digitalisierung reagiert. Sie sehen ihren Arbeitsplatz bedroht und wollen nicht von einer Maschine ersetzt werden“, berichtet Vera-Carina Elter, Bereichsvorstand Familienunternehmen beim Beratungsunternehmen KPMG.

    Darum müsste gerade die Geschäftsführung immer wieder den Austausch mit Mitarbeitern suchen, um Ängste zu nehmen und eine größtmögliche Transparenz über alle neuen Schritte zu schaffen, empfiehlt Wartenberg. Die Mitarbeiter müssten Spaß daran bekommen, Neues auszuprobieren. „Das funktioniert beispielsweise, wenn man verschiedene Weiterbildungsangebote zur freien Auswahl stellt. Also kein starres Programm ohne Wahlmöglichkeit.“ Danach könnten die Mitarbeiter das neue Wissen dann einfach untereinander austauschen.

    Während manche Firmen auf Onlinekurse und Fachseminare zusammen mit regionalen Bildungspartnern setzen, hat sich der Mittelständler Phoenix Contact ein eigenes Bildungszentrum vor der eigenen Tür aufgebaut. Dafür hat der Spezialist für Komponenten, Systeme und Lösungen im Bereich der Elektrotechnik 35 Millionen Euro investiert. „In unseren Bildungskursen vermitteln wir digitales Know-how, um gerade die ältere Belegschaft mit heutigen Hochschulabgängern auf einen Stand zu bringen“, sagt Phoenix-Geschäftsführer Gunther Olesch.

    Die Teilnehmer der Kurse können ihr Wissen in Simulationen testen und bekommen Schulungen teilweise direkt an den Produktionsanlagen. „Es geht darum, die Leute mit ihrem Herzen für den Wandel zu gewinnen“, sagt Olesch. Für sein Engagement erhielt Phoenix Contact im vergangenen Jahr den Preis der deutschen Personalwirtschaft in der Kategorie HR-Organisation.

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