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digitale Transformation

Republica 2018 Wieso #MeToo nicht in Vergessenheit gerät

#MeToo hat die Debatte über Sexismus verändert. Die Republica zeigt, dass sie weiterhin geführt wird – und viele Dimensionen hat.
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Auf der Konferenz über die digitale Gesellschaft unter dem diesjährigen Thema „Pop“ werden auch die Themen Sexismus und Gleichberechtigung heiß diskutiert. Quelle: dpa
Internetkonferenz Republica

Auf der Konferenz über die digitale Gesellschaft unter dem diesjährigen Thema „Pop“ werden auch die Themen Sexismus und Gleichberechtigung heiß diskutiert.

(Foto: dpa)

BerlinSchwarz gekleidet sitzen Thea Dymke und Änne-Marthe Kühn auf Bühne vier und tragen Texte vor: Auszüge journalistischer Artikel und Online-Kommentare, aber auch Zitate aus Büchern bekannter Autoren wie Berthold Brecht oder Songs des US-Rappers 50 Cent.

Eine „analytische Sexismus-Lesung“ nennen die Autorinnen ihren Vortrag – und fordern: „Es ist Zeit, sich anzuschauen, wie wir über Männer und Frauen, Körper und Sex und Sexismus sprechen – online und offline“.

Feminismus und Gleichberechtigung ist ein Themenkomplex, der auf der Internetkonferenz Republica besonders präsent ist. Damit hat die Digitalmesse eine Debatte fortgeführt, die im Oktober 2017 ihren Anfang genommen hat.

Unter dem Hashtag #MeToo teilten Prominente und Privatpersonen ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen in sozialen Netzwerken. Zuvor waren Belästigungs-Vorwürfe gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein öffentlich geworden.

12,7 Millionen Inhalte wurden seitdem weltweit allein auf Twitter mit dem Hashtag #MeToo verbreitet. Das hat die Social-Media-Analyse-Plattform Talkwalker für das soziale Netzwerk ermittelt. In der ersten Woche der Diskussion wurden davon etwa 1,9 Millionen Tweets verschickt.

Thea Dymke und Änne-Marthe Kühn lesen sexistische Texte vor, weil sie hinterfragen wollen, wie das Thema online diskutiert wird und welche Auswirkungen dies auf die reale Welt hat. Sie sind der Meinung, dass Sprache das Denken formt.

Eine Person, die dies genauso sieht, ist Teresa Bücker. Die Chefredakteurin des Online-Magazins Edition F ist auf der Republica bei einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wie schaffen wir den Sexismus ab?“ aufgetreten. „Ich glaube, durch die #MeToo-Debatte hat sich viel getan. Es wurde ein Bewusstsein geschaffen und Sexismus sichtbar gemacht“, sagt sie.

Doch nur 44,8 Prozent der Tweets mit dem Hashtag #MeToo wurden von Männern abgesetzt: „Es haben meiner Ansicht nach nicht genug Männer mitdiskutiert, das habe ich auch immer wieder kritisiert“, sagt Bücker.

Männer hätten in der Diskussion oft eine Abwehrhaltung eingenommen und Frauen gesagt, sie sollten sich einfach wehren. „Wenige Männer haben gefragt: Wie können wir dazu beitragen, dass es besser wird?“

„Das Thema sexuelle Gewalt ist durch #MeToo enttabuisiert worden. Endlich kann darüber offen gesprochen werden“, sagt Cora Czarnecki. Die 27-Jährige hat auf der Digitalmesse über ihre Diplomarbeit an der Leipziger Kunsthochschule HGB im Fach Medienkunst zu #MeToo gesprochen.

Czarnecki hat sich in ihrer Untersuchung der Frage gewidmet, ob Memes, denen sie auch Hashtags zuordnet, progressive Themen vorantreiben können und dafür 150 Tweets und Facebook-Posts untersucht.

„Den Begriff Meme gab es schon, bevor Internet-Nutzer ihn entdeckt haben. Damit werden kleine kulturelle Einheiten bezeichnet, die durch Kopie oder Imitation von Mensch zu Mensch weitergegeben werden“, erklärt sie. Deshalb könnten auch Hashtags Memes sein.

„Durch Memes kann ein Bewusstsein für progressive Themen geschaffen werden“, lautet ihr Fazit.

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