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Diskussionen über Personalien in der zweiten Reihe hinter vorgehaltener Hand Die noch ranghöchste Italienerin bei HVB

Schon vor der Übernahme der HVB durch die italienische Unicredito sitzt eine Italienerin im Vorstand der Münchener Bank: Christine Licci leitet das Privatkundengeschäft. Auch wenn sie ihren Posten behalten darf, würde sie nicht gerade zu den Gewinnern der Fusion zählen.
Die frühere Deutschlandchefin der Citibank, Christine Licci, hat offenbar zu oft

Die frühere Deutschlandchefin der Citibank, Christine Licci, hat offenbar zu oft "hier" gerufen, als es um Posten ging. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Die Südtirolerin Christine Licci soll seit Anfang des Jahres die renditeschwache Sparte auf Vordermann bringen. Mit Spannung wird erwartet, ob Licci ihren Posten auch nach der Übernahme durch Unicredito behalten darf. Noch wird die Diskussion über die Personalien in der zweiten Reihe hinter vorgehaltener Hand geführt. „Keiner wird sich aus der Höhle wagen, bevor der Aktienumtausch durch ist“, sagt ein Beteiligter.

In der Bank hat sich Licci in ihrer kurzen Amtszeit nicht nur Freunde gemacht. Im Auftreten sie nicht immer geschickt gewesen, zudem habe sie angesichts der Fusion zu früh „hier“ gerufen, als es um Posten ging. Die nächsten Monaten werden für sie nun als eine Art Bewährungszeit gesehen. Allerdings würde Licci, auch wenn sie ihren Posten behalten darf, nicht gerade zu den Gewinnern der Fusion zählen. Dagegen schaffen es ihre Kollegen wie Stefan Jentzsch (Investmentbanking) und Michael Kemmer (Risikokontrolle) in den Vorstand von Unicredito. Licci müsste dagegen an UniCredit- Vorstandsmitglied Roberto Nicastro berichten.

Mit der Berufung der prominenten Bankerin Licci - erste Frau bei der HVB mit Vorstandsrang - war Anfang des Jahres etwas Glamour in den Vorstand der HypoVereinsbank eingezogen. Seither reiste die Managerin viel durchs Land und strukturierte intern um, die Öffentlichkeit mied sie eher. An die Mitarbeiter wandte sie sich auch mit E-mails, die mit „Liebe Grüße, Ihre Christl Licci“ unterzeichnet waren. „Jeder Vorstand muss sich erst einmal einarbeiten“, sagt HVB- Aufsichtsrat Klaus Grünewald von der Gewerkschaft Verdi. Im Gegensatz zu manchem Vorgänger sei Licci keine, die nach fünf Tagen meine, ein fertiges Umbaukonzept für das Retailgeschäft auf den Tisch legen zu können.

Licci hatte sich ihren guten Ruf bei der Citibank erworben. Von Anfang an war allerdings umstritten, inwieweit die Erfahrungen von der Citibank auf die HypoVereinsbank übertragbar sind. Die Citibank setzt stark auf neue Vertriebswege und standardisierte Baukasten- Produkte. Bei der HVB reiche die Palette der Kunden dagegen vom Immobilienkredit-Kunden über den Millionär bis zum Sozialhilfeempfänger, sagte ein Finanzexperte. Vor Jahren habe es bei der HVB schon welche gegeben, die glaubten, heute würde ein Viertel der Kunden ihre Bankgeschäfte nur noch über das Internet erledigen, sagt Grünewald. Die stationäre Filiale mit ihrer wichtigen Kunden- Berater-Beziehung habe aber kaum an Bedeutung verloren. „Wir brauchen beides, das Laptop und die Lederhose.“

Ihre Karriere hatte Licci bei der Dresdner Bank als Trainee in Mailand gestartet, wo auch der künftige HVB-Besitzer UniCredit sitzt. 1992 kam sie für die Schweizer Großbank UBS nach Frankfurt, wo sie 1996 zur Citibank wechselte. Diese gehört zur Citigroup, größter und mächtigster Allfinanzkonzern der Welt. Licci rückte 1999 in den Vorstand der Citibank AG auf, zwei Jahre später bekam sie mit nur 37 Jahren die Leitung der Citibank Privatkunden AG Deutschland (Düsseldorf). Unter ihrer Führung konnte die Bank mitten in der Branchenkrise drei Mal hintereinander ein Rekordergebnis vorlegen. Erst 2003 musste sie wegen der gestiegenen Risikovorsorge für die ausgegebenen Kredite einen Gewinnrückgang verantworten. Licci betonte, sie habe die Citibank auf eigenen Wunsch verlassen.

Bei der Hypo-Vereinsbank war Licci schon vor einem Jahr erstmals im Gespräch. Mit der Übernahme durch Unicredito habe die Berufung daher nichts zu tun gehabt, wird im Haus betont. Manch einer hatte schon spekuliert, Licci sei schon einmal als erstes Bindeglied zwischen Mailand und München engagiert worden. Leichter ist die Aufgabe für sie durch die bevorstehende Übernahme jedenfalls nicht geworden. Unicredito-Chef Alessandro Profumo forderte bereits, in Deutschland müssten nochmals 1800 Stellen gestrichen werden.

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