DIW-Studie In Bankvorständen bleibt die Quotenfrau allein

Die Führungsetage deutscher Finanzhäuser bleibt männlich. Zwar sitzt in jeder vierten großen Bank eine Frau im Vorstand. Doch im Verhältnis zur Zahl aller Vorstandsmitglieder bleibt der Anteil gering. Mit einer Ausnahme.
Update: 15.01.2014 - 11:09 Uhr 14 Kommentare
It's lonely at the top: Wenn Frauen im Bankvorstand sind, dann sind sie für sich.

It's lonely at the top: Wenn Frauen im Bankvorstand sind, dann sind sie für sich.

DüsseldorfGabriela Pantrings Laufbahn in der Bankenbranche begann Mitte der 1980er Jahre bei der Sparkasse Osnabrück. Sie wurde zur Sparkassenfachfrau ausgebildet und danach als Kreditsachbearbeiterin angestellt. Ein typischer Berufseinstieg – doch dabei blieb es nicht. Denn Pantring machte Karriere und schaffte es schließlich bis weit nach oben: in den Vorstand einer Bank.

Seit einem Jahr ist die 47-Jährige Vorstandsmitglied bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und damit eine der wenigen Bankerinnen, die das bei großen deutschen Geldhäusern geschafft haben. Denn in den Führungsgremien der hundert größten Banken und Sparkassen nach Bilanzsumme saßen 2013 nur 25 Frauen, aber 371 Männer.

Gabriela Pantring (l.), Jacqueline Tag und Tillmann Stenger: der Vorstand der ILB. Quelle: ILB (Die Hoffotografen)

Gabriela Pantring (l.), Jacqueline Tag und Tillmann Stenger: der Vorstand der ILB.

Die ILB bildet hier eine rühmliche Ausnahme. Denn Gabriela Pantring hat sogar eine Mitstreiterin: Neben dem Vorstandschef Tillmann Stenger findet sich mit Jacqueline Tag eine zweite Frau in dem dreiköpfigen Gremium. Das gibt es sonst nirgendwo unter den Top-100-Banken.

Der Anteil der weiblichen Vorstände ist mit 6,3 Prozent verschwindend gering, auch wenn er im Vorjahresvergleich um gut 50 Prozent angewachsen ist (2012: 4,2 Prozent). Und das, obwohl in der gesamten Kreditwirtschaft die Mehrzahl der Beschäftigten weiblich ist (57 Prozent). Das zeigt das aktuelle Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das Handelsblatt Online vorliegt. „Bei einer zielgerichteten Personalentwicklung müssten ohne Zweifel ausreichend Frauen bereitstehen, die für frei werdende Spitzenposten infrage kommen“, schreiben die Experten des DIW.

Bei der Anzahl der weiblichen Vorstände hängen trotz des Positivbeispiels der ILB besonders die öffentlich-rechtlichen Banken wie Sparkassen hinterher. Nur 4,7 Prozent ihrer Gremiumsmitglieder sind Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr sind zwar zwei Vorstandsfrauen hinzugekommen, doch die privaten Geldhäuser sowie die Genossenschaftsbanken liegen klar vorn: Bei ihnen ist der Anteil mit 7,8 bzw. 8,1 Prozent wesentlich höher.

Auch bei den Aufsichtsräten können sich die öffentlich-rechtlichen Banken nicht abheben. Zwar liegen sie mit den privaten Instituten und den Genossenschaftsbanken in etwa gleichauf. Doch im Vorjahresvergleich ging der Anteil der Frauen um ein auf 17,5 Prozent zurück. Nur 155 von 885 Aufsehern waren weiblich, zwei hatten den Vorsitz inne. „Sicher wird es für weibliche Führungskräfte etwas Zeit brauchen, um aus dem statistischen Fußnotendasein herauszukommen und zu einem Stück Normalität in der Bankenbranche insgesamt zu werden“, sagt auch Gabriela Pantring. Immerhin werde, so Jacqueline Tag, durch die öffentliche Diskussion der „Wandel zu einem ausgewogeneren Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen bei Banken angestoßen.“

Auch Versicherungswirtschaft hat Nachholbedarf
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14 Kommentare zu "DIW-Studie: In Bankvorständen bleibt die Quotenfrau allein"

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  • Wo bleibt die Schwulenquote?
    Wo bleibt die Muslimquote?
    Wo bleibt die Migrantenquote?
    Wo bleibt die Glatzenträgerquote?
    Wo bleibt die Gliedmaßenamputiertenquote?
    Wo bleibt die Beklopptenquote?

    Oh heilige EU! Du hast uns u.a. mit EU-Normen, mit EU-Gesetzen und dem wundervollen EURO soviel Gutes beschert - bitte Hilf uns in unserer Not! Wir benötigen in Deutschland und in Europa noch soviele Regelungen und Eingriffe in Privat- und Wirtschaftsleben - und Bürokratie kann es dabei NIE GENUG GEBEN! Da kann eine umfassende Quotenregelung (für Schwule, Migranten, Behinderte, Bekloppte, Triebtäter usw.) nur der Anfang sein!

  • Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert! (td)

  • an die Redaktion:
    Das Vorstandsmitglied der ILB schreibt sich (lt. Internetauftritt der ILB ) Gabriela Pantring, nicht Panting. Falsch im Text und Bildunterschrift. Bitte ändern!

  • Ich hatte früher auch immer gedacht, dass wir KEINE Quote für Frauen brauchen. Das ich gesehen werde, weil ich gut bin und es damit schaffen werde.
    Ich bin und war fleißig, stehe loyal zu meinem Unternehmen, weil ich gar nicht anders kann.
    Jetzt nach 34 Berufsjahren sieht das anders aus.
    Leider sind auch die 80ziger-Chefs nicht mehr da, die noch ein bisschen einen Blick auf Frauen hatten, denn es hätten die potenziellen Töchter sein können und diese sollten ja möglichst nicht am Schalter verkümmern.

    Heute sind die Chefs in der Regel jünger, haben weniger Lebenswissen, können aber eine Karriere bei einer Unternehmensberatung vorweisen oder eine schulische Ausbildung in St.Gallen.
    Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft von Förderern und Geförderten - halt Seilschaften, keine Netzwerke.
    Frauen stören da nur, denn auch Unternehmensberatungsgesellschaften wie die McK und Co sind in der Regel in MännerHand.
    Frauen arbeiten, Männer spielen mit den Blackberrys und stecken die Hosen beim präsentieren der Arbeitsergebnisse der Teams in die Hosentasche.

    In meinem Unternehmen ist übrigens der Vorstand keine Führungsposition, d.h. selbst bei Einführung einer Quote, ist dieser Posten ausgeklammert. Interessante Info direkt von HR.
    Ja, vielleicht müssen Frauen zum Erfolg manchmal hingetragen werden. Kann es sein, dass Frauen ihre eigenen Fähigkeiten nicht so pralerisch wie manche Mannsbilder einschätzen.
    Frauen stellen an der Gesellschaft einen Anteil von 50 % - also kann man sich doch ein bisschen auch auf diese Besonderheiten einstellen.
    Aber ist denn Zurückhaltung bei 50 % wirklich um eine Besonderheit - oder ist es eher ein Teil der Normalität?

    Warum geben sich die Männer nicht mal ein bisschen Mühe und spielen ihr Spiel, dass der anderen 50 % der Bevölkerung.
    Männer bekommen genug Geld dafür sich auf 100 % einzustellen - aber wer will sich schon Konkurrenz heranziehen, die ggf. Besser ist als man selber. Dazu fehlt es den heutigen Männern meiner Erfahrung nach der M

  • Ich hatte früher auch immer gedacht, dass wir KEINE Quote für Frauen brauchen. Das ich gesehen werde, weil ich gut bin und es damit schaffen werde.
    Ich bin und war fleißig, stehe loyal zu meinem Unternehmen, weil ich gar nicht anders kann.
    Jetzt nach 34 Berufsjahren sieht das anders aus.
    Leider sind auch die 80ziger-Chefs nicht mehr da, die noch ein bisschen einen Blick auf Frauen hatten, denn es hätten die potenziellen Töchter sein können und diese sollten ja möglichst nicht am Schalter verkümmern.

    Heute sind die Chefs in der Regel jünger, haben weniger Lebenswissen, können aber eine Karriere bei einer Unternehmensberatung vorweisen oder eine schulische Ausbildung in St.Gallen.
    Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft von Förderern und Geförderten - halt Seilschaften, keine Netzwerke.
    Frauen stören da nur, denn auch Unternehmensberatungsgesellschaften wie die McK und Co sind in der Regel in MännerHand.
    Frauen arbeiten, Männer spielen mit den Blackberrys und stecken die Hosen beim präsentieren der Arbeitsergebnisse der Teams in die Hosentasche.

    In meinem Unternehmen ist übrigens der Vorstand keine Führungsposition, d.h. selbst bei Einführung einer Quote, ist dieser Posten ausgeklammert. Interessante Info direkt von HR.
    Ja, vielleicht müssen Frauen zum Erfolg manchmal hingetragen werden. Kann es sein, dass Frauen ihre eigenen Fähigkeiten nicht so pralerisch wie manche Mannsbilder einschätzen.
    Frauen stellen an der Gesellschaft einen Anteil von 50 % - also kann man sich doch ein bisschen auch auf diese Besonderheiten einstellen.
    Aber ist denn Zurückhaltung bei 50 % wirklich um eine Besonderheit - oder ist es eher ein Teil der Normalität?

    Warum geben sich die Männer nicht mal ein bisschen Mühe und spielen ihr Spiel, dass der anderen 50 % der Bevölkerung.
    Männer bekommen genug Geld dafür sich auf 100 % einzustellen - aber wer will sich schon Konkurrenz heranziehen, die ggf. Besser ist als man selber. Dazu fehlt es den heutigen Männern meiner Erfahrung nach der M

  • Nachschlag:

    Warum gibt es eigentlich keine weiblichen Philosophen? Das Fach studiert hätten ja jetzt allmählich genügend weibliche Semester.

  • Ich bin Psychologe. In meinem Berufsfeld gibt es eine 98% Frauenquote. Ich bin für die Einführung der Männerquote in therapeutischen Praxen!

  • Was das DIW (und HB) nicht alles weiß! Frauen ticken anders als Männer, das kann nicht wegdiskutiert werden. Frauen sind Männern überlegen,wo es um das Bewahren geht. Männer da, wo Wagnis- oder Risikobereitschaft gefragt sind.

    Die Bundeskanzlerin ist ein schlagendes Beispiel. Den großen Zukunftsentwurf darf man von ihr nicht erwarten. Sie verteidigt jedoch deutsche Positionen erfolgreich, ohne viel Lärm zu erzeugen.

    Freie Wirtschaft bedeutet Kreativität und Bereitschaft zum Risiko, beides gekoppelt mit dem Risiko für die eigene Position und Karriere. Das ist nicht, was Frauen suchen. Die wenigen, die man da findet, beweisen nur die Streubreite der menschlichen Natur, aber kein für die Mehrheit taugliches Naturgesetz.

    Im Gegenzug werden wir künftig eine weibliche Mehrheit sehen im Rechtswesen und als Ärzte. Ein Richter darf nichts erfinden, er muß geltendes Recht intelligent anwenden. Da ist die Frau prädestiniert. Ein Arzt muß bewahren, und darf nicht experimentieren (außer in der Forschung).

    Die Quote ist ein Schmarrn.

  • Eine Quote intelligenter Redakteure in Wirtschaftsmagazinen wäre auch mal spannend. Wo alle das gleiche schreiben, sind die meisten überflüssig...

  • Sie haben es auf den Punkt gebracht! Unsere Bundestag darf nicht von Berufs-Politikern, die noch nie in der Realwirtschaft tätig waren und Lehrern beherrscht werden! HIER IST EINE QUOTE SINNVOLL!!!

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