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Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger - das ist die Vision von Götz Werner, die er seit Jahren predigt. Es klingt wie ein religiöses Gebot. Bisher hat es allerdings nicht viel gebracht.

Kommentare

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  • Das BGE ist locker finanzierbar weil es ja nicht ZUSÄTZLICH obendrauf kommt sondern schon heute bei jedem integriert ist. Nur nicht bedingungslos. Niemand in Deutschland fällt heute unter ca. 700 Euro Einkommen alles zusammengenommen. Hier herrscht ein Denkfehler der Kritiker die glauben es kommt finanziell obendrauf. Ja, dann würde es wirklich nicht gehen.

  • Auch die ersten Erfindungen sind belächelt worden oder Reformer wie Ghandi und Nelson Mandela. Wer hätte je gedacht das Amerika mal einen dunkelhäutigen Präsidenten bekommt. wer hätte je gedacht das nach 2000 jahren immer noch das wort jesu weitergegeben wird. Glaube kann viel bewegen und Mitgefühl kann gelernt werden. Also wieso nicht an etwas neues glauben und etwas dafür tunß das setzt aber Nächstenliebe voraus und Nächstenliebe setzt Eigenliebe voraus. u.s.w. Nur wer Mitgefühl für den anderen hat kann teilen und wer ohne Angst leben kann.

  • Ich finde die idee des grundeinkommens eigentlich genial...sie hat aber einen haken..Unsere Konsumgüter werden mittlerweile zum größten teil im ausland produziert. Und das zu sklavenähnlichen Verhältnissen (China, Indien...Rohstoffe in Afrika) Können wir uns wirklich ein Schlaraffenland leisten, dass sich darauf aufbaut, dass wir volkswirtschaften ruinieren, menschen mit dumpinglöhnen und täglichen arbeitszeiten von 15 Stunden unter miserablen arbeitsbedingungen für uns schuften lassen. Unsere Freiheit ist doch nur möglich, da sich andere sogar mit ihrem leben dafür opfern müssen. Die erschwinglichen preise für klamotten, möbel und essen sind der beweis dafür. Das steht in keinem verhältnis. so schön die idee eines bges ist...Es wäre der Gipfel des Zynismus einer ausbeuterischen Weltordung.

  • @ Johadi

    Wissen Sie wofür ICH mein BGE verwenden würde?
    Ich würde mir endlich regelmäßig meine Klamotten bei HessNatur und im HanfHaus holen - statt bei H&M und KiK
    Mein Obst und Gemüse könnte ich nicht nur öfter im BioLaden erwerben, ich könnte vor allem den ganzen Monat lang gutes, gesundes Grünzeugs kaufen
    Ich würde auch meinen GasAnbieter nach ökologischen Gesichtspunkten auswählen - und nicht nur den Strom, wie jetzt zeitweise "grün" beziehen
    Nach einigen Jahren werde ich mir dann endlich ein in Deutschland aus heimischen Hölzern produziertes Bett leisten können
    Und die passende Matratze ohne Schadstoffe dazu - anstatt der Aktionsware vom Discounter
    Mit einem BGE würden noch mehr Menschen als heutzutage auf Produkte aus von Ihnen genannten Ländern/ mit von Ihnen genannten ProduktionsGeschichten verzichten können
    Weil sie es sich dann endlich leisten können!

    PS: schon heute versuche ich weitestgehend (nach meinen Möglichkeiten) solche Konsumgüter zu erwerben, die nicht nur nach ökologischen, sondern auch sozialen Gesichtspunkten produziert wurden
    Von Unilever zBsp kommt mir NICHTS mehr in den Einkaufskorb - solange die Firma Palmöl von gerodeten Regenwaldgebieten bezieht

  • Soso, der ein oder andere verfällt mal wieder in den "BGE -> Faule Säcke" Trott.
    Ich sehe hier eher die Chance das man mit seinem Chef endlich wieder in Augenhöhe stehen kann.
    Ein kleines Beispiel:
    Ein Fahrer arbeitet bei Spedition X. Sein Chef fordert von seinem Fahrer das er zu schnell fährt und die Pausen-/Stand-Zeiten nicht einhält um viel zu eng gesteckte Liefertermine einzuhalten.
    Macht er das nicht kann er gehen weil da draußen ja noch 20 andere sitzen die zu solchen Bedingungen fahren würden. Der Fahrer ist also durch den Einkommenszwang erpressbar, er will ja schließlich kein ALG-2 beziehen. Achja, Bußgelder darf der Fahrer selber zahlen.

    Mit einem BGE könnte der Fahrer aber mit einem Lächeln seinem Chef sagen das er Gesetzeskonform oder gar nicht fährt. Mit einem BGE hätte solch ein Chef auch kaum Möglichkeit andere Fahrer zu solchen Bedingungen zu finden.

    Ich gehe davon aus das sich das in anderen Branchen ähnlich abspielen wird, die Paketzusteller Beispielsweise, oder die Klinkenputzerbrigaden der Staubsaugerverkäufer (Ja, ich schaue gerade nach Wuppertal :3 ).

  • Aber wer sagt den das es dem Großteil nur um nehmen geht? Und wenn ja, ist das jetzt nicht auch so, nur das es eben auch viele Bürger unverschuldet trifft? Die Vollbeschäftigung ist nicht zu erreichen und dadurch gibt es "die eine Hälfte" mit 40 Stunden Job und die andere mit gar keinem. Das dass auch am Fachkräftemangel liegt ist schon klar, nicht jeder kann einfach Arzt werden, nur weil es gerade zu wenige gibt. Allerdings währe es möglich das dadurch die Menschen die in diesem Feld arbeiten wollen diesen auch anstreben können. Und nicht mit einem niedriglohngehalt in ihrer Situation "Festhängen"! Betätigung ist ein Grundbedürfnis! Geben und nehmen habe ich oft hier gelesen und von Motivation. Wer ist den motivierter, jemand der für einen Euro Gartenbeete harken MUSS oder jemand der, bei passender Bildung, in ein Betätigungsfeld seiner Wahl investieren kann. Hier geht es jawohl darum das die Grundversorgung gewährleistet wird und der Einzelne mit 15 oder 20 Stunden Arbeit gut leben kann und nicht um den Wohlfahrtsstaat. Andere Sozialleistungen fallen ja dafür weg. Kritik begründet sich meiner Meinung nach eher auf dem Erhalt des Status Quo und dem Beschäftigungs- und Vermögensgefälles.

    Lg DT

  • Das bedingungslose, konsumsteuer-finanzierte Grundeinkommen, wie es u. a. Götz W. Werner mit viel finanzieller Macht voran treibt, ist eine heimtückische Falle für unsere Volkswirtschaft. Es lockt die breite, seit Jahrzehnten der Armut verfallenden Bevölkerung wie der Gesang der Sirenen.
    In Wirklichkeit dient es der Festigung des modernen Feudalismus in Deutschland und fördert die weitere Vermögenskonzentration bei unseren zehntausend Meudalherren in Deutschland:
    1. Diese werden von lästigen Einkommens- und Ertragssteuern befreit, nach heutigem Maßstab in Millionenhöhe. Die Konsumsteuer hängt allenfalls noch vom persönlichen Lebenswandel, aber nicht mehr vom persönlichen Reichtumszuwachs ab.
    2. Hinzu kommt, dass die längst hereinbrechende Gefahr von Umsatzrückgängen auch bei den Unternehmen der Meudalherren (95% der Bevölkerung verliert seit den 1960er Jahren permanent an Kaufkraft) durch das Grundeinkommen abgewehrt wäre.
    3. Götz W. Werner meint schließlich, dass das Grundeinkommen die bestehenden Löhnen und Gehältern substituieren solle (z. B.: Basler Zeitung vom 14.10.2006). In Höhe des Grundeinkommens brauche ein Arbeitgeber keine Löhne und Gehälter mehr zu bezahlen. Ob in diesem Maße der Unternehmer dann auch seinen Umsatz mindert (durch Preissenkung) soll “natürlich” diesem überlassen bleiben. M. a. W.: Das Grundeinkommen kassiert nicht der Arbeitnehmer, sondern der Unternehmer - zusätzlich zu dem eigenen Grundeinkommen. Bei Götz W. Werner mit etwa 23.000 Mitarbeitern wären das also etwa 23.001 Grundeinkommen in der Schatulle von Götz W. Werner. Arbeitnehmer arbeiten jeden Monat bis zum Erreichen der Höhe des Grundeinkommens für den Arbeitgeber umsonst.
    4. Zu bedenken ist schließlich, dass die Koppelung des Grundeinkommens an eine Konsumsteuer zu einer Art Garantie für Umsätze bei den Unternehmen ausartet: Denn ohne Umsätze keine Konsumsteuer, ohne Konsumsteuer kein Grundeinkommen.
    Chapeau! Sehr schön ausgedacht!
    meudalismus.dr-wo.de/html/werner.htm

  • Kommunist, oder?

  • Das ist meine Botschat in extremer Übertreibung. Man muss aber noch klarstellen, dass es seit es den Menschen gibt, Arbeitsteilung bestanden hat. In der Steinzeit und in der Dorfwirtschaft. Und wer für ein Grundeinkommen plädiert, stellt sich gegen die Arbeitsteilung und sagt: Tja, wer sich nicht einbringen will muss auch nicht teilen, er bekommt nämlich alles umsonst. In jedem Dorf das für sich wirtschaftet um im Angesichts des Schweißes sein Brot zumessen, hätte man einen Schmarotzer hinausgeworfen. Und zwar mit den Stimmen aller ! Das ist menschlich: Geben und nehmen. Wenn einer nur nimmt und nicht gibt, ist das asozial.

  • „Sie brauchen ein Einkommen, sonst können Sie nicht leben“. Das ist kein religiöses, sondern ein Sozialstaatsgebot, das sich unmittelbar aus dem deutschen Grundgesetz ergibt. Im Urteil des BVerfG vom 09.02.2010 steht dasselbe: "Wenn einem Menschen die zur Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins notwendigen materiellen Mittel fehlen (...), ist der Staat (...) verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die notwendigen Mittel dem Hilfebedürftigen zur Verfügung stehen. Dieser objektiven Verpflichtung aus Art.1 Abs. 1 GG korrespondiert ein Leistungsanspruch des Grundrechtsträgers, da das Grundrecht die Würde jedes individuellen Menschen schützt..."

    Es ist ja schon Quatsch, wenn in dem Artikel steht, Götz Werner fordere ein BGE doppelt so hoch wie Hartz IV. Tatsächlich ist der Hartz IV-Satz höher als die 1000 € BGE, die er vorschlägt, denn zu Regelsatz und Miete kommt noch die Krankenversicherung (bis 2011 auch die Rentenversicherung), die Verwaltungskosten und Subventionierung von "Maßnahmen" in "Bildungsträgern", Prozeßkosten für Hunderttausende gerichtliche Klagen u.a. dazu, in der Summe weit mehr als 1000 €.

Mehr zu: dm-Gründer Götz Werner - Ein Träumer und Unternehmer