Drogerie-Pleite Schlecker-Familie soll über 26 Millionen Euro beiseite geschafft haben

Anton Schlecker und seine Familie haben laut einem Medienbericht mehr als 26 Millionen Euro beiseite geschafft und so dem Zugriff der Gläubiger entzogen. Am Montag beginnt der Prozess gegen den Drogeriepleitier.
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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer vor, in insgesamt 36 Fällen Vermögenswerte beiseite geschafft zu haben, die eigentlich in die Insolvenzmasse gehörten. Quelle: dapd
Anton Schlecker

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer vor, in insgesamt 36 Fällen Vermögenswerte beiseite geschafft zu haben, die eigentlich in die Insolvenzmasse gehörten.

(Foto: dapd)

Drogeriepleitier Anton Schlecker und seine Familie sollen mehr als 26 Millionen Euro beiseite geschafft und dem Zugriff der Gläubiger entzogen haben. Das ergibt sich aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Stuttgart, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Demnach werfen die Ankläger dem Unternehmer vor, er habe Geld unter anderem durch überteuerte Verträge mit dem Logistikunternehmen LDG an seine Kinder verschoben. Lars und Meike Schlecker waren Gesellschafter der LDG.

Dabei geht es um einen Betrag von insgesamt rund 16 Millionen Euro. Zudem bewertet die Staatsanwaltschaft Posten wie eine Luxusreise nach Antigua für rund 58.000 Euro, die Schenkung von insgesamt 800.000 Euro an Schleckers Enkelkinder, Beraterhonorare für Christa Schlecker in Höhe von 71.000 Euro sowie eine Gewinnausschüttung der LDG in Höhe von sieben Millionen Euro als Vermögensübertragungen.

Aufstieg und Fall des Drogeriemarkt-Imperiums
1975
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Der 1944 geborene Anton Schlecker, Sohn eines Fleischwarenfabrikanten, eröffnet in Kirchheim unter Teck seinen ersten Drogeriemarkt.

1977-1984
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Die Kette expandiert schnell: Schon zwei Jahre später zählt Schlecker mehr als 100 Filialen. 1984 gab es bereits Tausend Drogerien.

1987
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Schleckers Kinder Meike und Lars (hier im Jahr 2011) werden am 22. Dezember entführt. Ihr Vater handelt das Lösegeld von 18 auf 9,6 Millionen D-Mark herunter. Kurz vor Heiligabend können sich die Kinder befreien.

1987-1995
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Im Jahr 1987 eröffnet Schlecker die ersten Filialen im Ausland. Der weitere Aufstieg scheint unaufhaltsam: 1995 kommt Schlecker bereits auf 5800 Filialen und beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter.

1994-1998
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Doch in den 1990er-Jahren beginnen auch die ersten Probleme. 1994 wird Schlecker vorgeworfen, Scheinarbeitsverhältnisse zu betreiben und unter Tarif zu bezahlen. Auch die Gründung von Betriebsräten soll systematisch blockiert worden sein. 1998 werden Anton Schlecker und seine Ehefrau Christa zu jeweils zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Grund: Das Amtsgericht Stuttgart sieht es als erwiesen an, dass das Ehepaar seinen Mitarbeitern tarifliche Bezahlung vortäuschte.

2007
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Die Drogeriekette kauft den insolventen Konkurrenten Ihr Platz. 700 Standorte kommen auf einmal dazu, Schlecker zählt nun 14.400 Ableger in 17 Ländern. Ein Höhepunkt.

2010
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Der Umsatz bricht ein, die Drogeriemarktkette muss Verluste hinnehmen. Im November steigen Schleckers Kinder Meike und Lars in die Führungsspitze des Unternehmens ein. Zuvor war die Drogeriekette wieder einmal wegen dem Umgang mit den Mitarbeitern in die Kritik geraten. Laut Medienberichten überwachte Schlecker seine Mitarbeiter, auch der Vorwurf der schlechten Bezahlung wird erneut erhoben. Viele Medien sehen die neue Familiengeneration an der Spitze als Ablenkungsmanöver.

Bild: Montage der Familie Schlecker.

Am kommenden Montag beginnt vor dem Landgericht Stuttgart der Strafprozess gegen Schlecker. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in insgesamt 36 Fällen Vermögenswerte beiseite geschafft zu haben, die eigentlich in die Insolvenzmasse gehörten. Schleckers Frau Christa und seine beiden Kinder Lars und Meike stehen ebenfalls vor Gericht - unter anderem wegen Beihilfe.

Schleckers Anwalt Norbert Scharf wollte sich zu Detailfragen vor Prozessbeginn nicht äußern, erklärte aber: „Die mit der Anklage aufgeworfenen Fragen betreffen einen umfangreichen, komplexen und rechtlich schwer einzuordnenden Sachverhalt aus der Historie der Firma Schlecker.“ Voreilige Festlegungen würden sich daher verbieten.

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