DVAG-Gründer Reinfried Pohl ist tot

Die Deutsche Vermögensberatung machte ihn selbst zum Milliardär: Reinfried Pohl, Gründer des Finanzvertriebs, kämpfte zeitlebens auch gegen das schlechte Image der Branche. Pohl wurde 86 Jahre alt.
Update: 13.06.2014 - 16:07 Uhr 8 Kommentare
Reinfried Pohl, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DVAG, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Quelle: dpa

Reinfried Pohl, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DVAG, ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

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Frankfurt/MarburgSein Geschäftsmodell funktioniert. Mit dem Verkauf von Lebensversicherungen, Bausparverträgen und Rentenprodukten kassiert die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) seit Jahren kräftig. Der Gründer des Finanzvertriebs, Reinfried Pohl, hielt bis zuletzt die Zügel in der Hand. Nun ist der Milliardär im Alter von 86 Jahren gestorben.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Friedrich Bohl würdigte Pohl als „Vorbild und Mentor“. „Wir sind tief erschüttert, sein Tod hinterlässt eine große Lücke für die Deutsche Vermögensberatung“, sagte Bohl laut der Mitteilung. „Reinfried Pohl war eine beeindruckende Persönlichkeit und ein großer Menschenfreund. Er wird uns sehr fehlen. Unser Mitgefühl gehört seiner von ihm über alles geliebten Familie.“

„Deutschlands bester Verkäufer“ („Manager Magazin“ 2008), „Klassenbester“ („Cash“ 2010), „Der Finanzarzt“ („Euro am Sonntag“ 2012) - mit solchen Titeln schmückte sich Pohl gerne. Für einen wie ihn, der sich oft durchgeschlagen musste, war das die Bestätigung für sein Lebenswerk.

Deutsche fühlen sich unwohl trotz Wohlstand
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Der deutschen Wirtschaft geht es gut: Das Wachstum ist stabil, die Exporte bewegen sich auf Höchstniveau. Doch die Konjunkturentwicklung stimmt die Bürger keineswegs optimistisch. Sie sorgen sich um den Erhalt ihres Wohlstandes. „Jeder vierte Bundesbürger ist nicht arm, aber fühlt sich armutsgefährdet“, sagt der Zukunftswissenschaftler Professor Horst Opaschowski zur aktuellen Wohlstands-Studie des Ipsos-Instituts.

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Dreiviertel aller Deutschen leben im Wohlstand

Dass sich viele Deutsche unwohl fühlen, obwohl sie Wohlstand umgibt, ist laut des Nationalen Wohlstandsindex für Deutschland (NAWI-D) keineswegs unbegründet: Fast jeder vierte Bundesbürger fällt in die niedrigste Gruppe des ökonomischen Wohlstands. Die mittleren Einkommensbezieher bewegen sich zunehmend an der Armutsschwelle. Über 16 Millionen Menschen ab 14 Jahren leben in Deutschland hochgerechnet zwischen Noch-Wohlstand und Schon-Armut. Ausgehen, Shopping und Urlaubsreisen – diesen Luxus können sie sich nicht leisten.

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Dreiviertel der Deutschen haben trotzdem Geldsorgen

Luxuriös feiern – für viele Deutsche unmöglich: Denn nur 36 Prozent haben aktuell keine Geldsorgen. Für fast jeden dritten Bundesbürger erweisen sich die Verheißungen der Wohlstandsgesellschaft als Illusion. Nach den Ausgaben für den Lebensunterhalt bleibt bei ihnen nichts mehr für besondere Wünsche übrig.

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Angst vor der Zukunft

Was aber heißt Wohlstand für die Deutschen? Für drei Viertel der Befragten bedeutet es, keine finanziellen Sorgen zu haben. Zwei Drittel haben jedoch genau diese finanziellen Sorgen – und noch dazu Angst vor der Zukunft. Das zeigt der aktuelle NAWI-D, den das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipos erstellt hat. Die Mitarbeiter haben dafür innerhalb von knapp zwei Jahren 16.000 Bundesbürger befragt.

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Arbeitsplätze als unsicher empfunden

Sehnsucht nach Sicherheit: Für 62 Prozent der Befragten stehen ein sicherer Arbeitsplatz und Wohlstand in direktem Zusammenhang. Die Erfüllung dieses Wunsches hängt auch davon ab, in welchem Bundesland man lebt. Denn während in Hamburg die Arbeitsplätze relativ sicher sind, sorgen sich in den ostdeutschen Bundesländern knapp zwei Drittel um ihren Job.

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Gute Versorgung gleich Wohlstand

Gesundheit spielt eine große Rolle: Immerhin jeder zweite Befragte gibt an, dass Werte wie „sich eine gute medizinische Versorgung leisten können“ für sie Wohlstand bedeuten.

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„Soziale Reichtümer“ gewinnen an Gewicht

Entscheidend sind die „4F“: Familie, Freunde, Frieden und Freiheit. Für 67 Prozent der Deutschen, die an der Studie teilgenommen haben, ist die Familie ein zentraler Punkt im Leben, dicht gefolgt von den Freunden. Von diesen „sozialen Reichtümern“ kann auch die nächste Generation profitieren.

Geboren am 26. April 1928 in Zwickau im Sudetenland (Nordböhmen) muss er im Zweiten Weltkrieg als Jugendlicher an die Ostfront. Nach dem Krieg verschlägt es Pohl nach Halle an der Saale, wo er Abitur macht. Im August 1948 flieht er aus der Sowjetischen Besatzungszone nach Marburg. Die Stadt an der Lahn wird zu Pohls neuer Heimat.

Er studiert in Marburg Jura, promoviert und studiert auch noch Volkswirtschaftslehre. Im August 1956 beginnt Pohl als Versicherungsverkäufer, nach Gastspielen bei mehreren Anbietern gründet er 1975 in Frankfurt die Kompass Gesellschaft für Vermögensanlagen mbH, die spätere Deutsche Vermögensberatung.

Ein Erfolgsrezept: Die engen Familienbande. „Die berufliche Familiengemeinschaft, die wir in der DVAG für unsere Vermögensberatung geschaffen haben, ist einzigartig“, bilanzierte Senior Pohl vor einigen Jahren. Seine beiden Söhne Andreas und Reinfried sind nicht nur Miteigentümer, sondern wirken seit Jahren als Generalbevollmächtigte aktiv an der Spitze des Unternehmens mit.

Enge CDU-Verbindung, mit Vor- und Nachteilen
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8 Kommentare zu "DVAG-Gründer: Reinfried Pohl ist tot"

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  • Schämt euch was! Hier ist ein Mensch verstorben, der nicht nur ein Chef war, sondern auch ein Vater, Freund, Kollege.

    Hetzt in anderen Artikel, dies bei eine Todesnachricht zu tun ist pietätlos.

  • Damit hat die DVAG Anteil daran, dass wir die jetzige Krise, ESM und ESFS haben. Wie das? Merkel muss(!) Griechenland und Co. retten, weil die Nichtrettung einen Kettenreaktion auslösen würden, mit Versicherungspleiten in Deutschland. Bekanntlich basieren die ganzen tollen Produkte zuvörderst auf Staatsanleihen und bei 90 Millionen KLV-Policen in Deutschland gäbe es einen Volksaufstand mit bürgerkriegsähnliche Zuständen.

  • Wo sind denn die "Geschädigten" ?
    Und wie häufig haben sie es in anderen Firmen, dass EX-Mitarbeiter über den alten Laden schimpfen?
    Alles völliger Humbug.

    Einfach mal nachfragen, wieso sich die Leute verschuldet haben. Das ist ganz sicher nämlich nicht die Schuld der DVAG

  • Ihre Aussage macht keinen Sinn, oder ich kann ihn einfach nicht greifen

  • Genau, nach dem Ausschlachten des sozialen Umfeldes und dem Verlust aller Freund ist bei den allermeisten angehenden Millionären Schluss mit lustig.

    Die Gehirnwäsche, die diese Strukturvertriebe abziehen ist einfach nur krank.

  • Die Frage, ob die DVAG die 6 Mil. Kunden gut beraten hat beantwortet sich erst jetzt, bei den ersten Kunden die in Rente gehen. DVAG lebt von den Provisonen der Versicherungen deren Policen sie verkauft. Und hier sind und waren Lebensversicherungen am lukrativsten. Das beantwortet alle Fragen.

  • Aha, ein "Menschenfreund". Das sehen aber die Geschädigten durch die DVAG anders. Ebenso anders sehen das die allermeisten ehemaligen Mitarbeiter der DVAG die sich verschuldet haben. Ich empfehle "finanzparasiten punkt de"

  • Raffzahn ?!
    Man kann nicht umsonst Milliardär werden?!
    Was ist das denn für eine Hetze hier???

    Wenn jemand 6 Millionen Kunden hat, bleibt es nicht, dass da Geld für einen selbst überbleibt, oder irre ich mich??

    Und jetzt 6 Millionen Kunden als völlige Idioten abzustempeln, weil sie zufriedene Kunden bei der DVAG sind, ist auch alles andere als seriös !

    Wieso überteuert ? Bei mehr Leistung kostet es mehr Geld ?
    Welchen Unterschied haben Sie denn, wenn sie anstatt einem Skoda einen Mercedes kaufen?

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