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Ehemaliger Nissan-Chef Carlos Ghosn erscheint am Dienstag erstmals vor Gericht

Der Ex-Chef des japanischen Autobauers sitzt seit sechs Wochen in Haft. Nun hat er eine öffentlichen Anhörung vor einem Gericht in Tokio beantragt.
Update: 04.01.2019 - 11:45 Uhr Kommentieren
Der frühere Chef von Nissan wurde Ende November in Tokio festgenommen. Quelle: Reuters
Carlos Ghosn

Der frühere Chef von Nissan wurde Ende November in Tokio festgenommen.

(Foto: Reuters)

Tokio, Paris Der in Japan in Untersuchungshaft sitzende frühere Verwaltungsratschef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, will den offiziellen Grund für seine Haft wissen. Ghosn habe eine entsprechende Forderung eingereicht, gab das Bezirksgericht in Tokio am Freitag bekannt.

Es hat hierzu für den 8. Januar einen Sitzungstermin anberaumt. Ghosn, der weiter Chef bei Renault ist, und seine frühere rechte Hand Greg Kelly waren am 19. November in Tokio wegen des Verdachts auf Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen worden.

Kelly kam kürzlich gegen Kaution aus der Untersuchungshaft frei. Ghosn dagegen bleibt vorerst in Haft, nachdem die Staatsanwaltschaft weitere Vorwürfe gegen den Automanager erhoben hatte. Demnach soll er auch private Investitionsverluste auf seinen früheren Arbeitgeber, den er einst vor naher Pleite gerettet hatte, übertragen haben.

Das Gericht in Tokio hatte am Silvestertag der Forderung der Staatsanwaltschaft stattgegeben, den bereits seit mehr als einen Monat in U-Haft sitzenden Automanager bis zum 11. Januar zu verhören. Einen Termin für einen Prozess gegen Ghosn gibt es noch nicht.

Der französische Regierungssprecher Benjamin Griveaux nahm mit Verweis auf die Ermittlungen in Japan nicht konkret Stellung zu den Aussichten von Ghosn bei Renault - ließ aber durchblicken, dass keine unmittelbaren Sanktionen drohen. Der Hersteller sei „derzeit solide geführt“, erklärte Griveaux nach einer Kabinettssitzung in Paris.

Das Unternehmen profitiere darüber hinaus von den Strategien, die Ghosn eingeführt habe und die für den Erfolg des Herstellers im In- und Ausland gesorgt hätten. Der französische Staat ist bei Renault ein wichtiger Akteur, er hält 15 Prozent der Anteile.

  • dpa
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